Presse-Events in der Fashion PR

Ein wichtiges Aufgabenfeld in der PR ist die Kontaktpflege mit Redakteuren und Journalisten. Der beste Anlass: ein Presse-Event. Eine Übersicht über die wichtigsten Veranstaltungen in der Fashion PR

Redaktionsbesuche
Sie sind keine klassischen Events, aber Redaktionsbesuche bieten nicht nur den PR-lern, sondern auch den Journalisten viele Vorteile und sind deshalb auf beiden Seiten sehr beliebt. Sie dauern im Schnitt nicht länger als 15-30 Minuten und sind individuell planbar. Sie stellen einen persönlichen Kontakt zwischen Agenturen und Redakteuren her. So entsteht auch eine persönlichere Atmosphäre, in der offen Informationen über Kunden und Zeitschrift ausgetauscht werden können. Mittels Redaktionsbesuchen schaffen es PR Mitarbeiter in ein bis zwei Tagen alle wichtigen Redaktionen einer Region zu besuchen. Selbst wenn sie dabei gemeinsam mit Modells reisen, Geschenke und Essen als Präsente mitbringen, bleiben die Kosten weit unter denen einer groß aufgezogenen Pressekonferenz.

Die Journalisten sind diesen Besuchen nicht abgeneigt, denn sie können diese Besuche individuell planen und müssen nicht zusätzlich irgendwohin reisen. Dem PR-ler bleibt zwar weniger Zeit für die Präsentation, aber in diesem Fall steht die Kontaktpflege im Vordergrund, und noch persönlicher geht es kaum. Der Nachteil: die Gespräche finden meist im Verlag statt. Wer also das Produkt mit Emotionen und Branding in den Mittelpunkt stellen will, sollte ein echtes PR-Event wählen.

Roundtable
Ein Roundtable wird nicht zwangsläufig veranstaltet um Veröffentlichungen zu generieren. Hierbei trifft sich ein kleiner Kreis an zwei Journalisten mit einem Vertreter eines Unternehmens und einem Experten aus dem Fach, um beispielsweise über neue Produkte und Sachverhalte zu diskutieren. Die Vorteile dabei sind, dass hierfür nur ein geringes Budget nötig ist und viel Zeit bleibt, um Hintergründe genau zu erläutern und darzustellen. Daneben sind allerdings auch nur wenige Journalisten anwesend, was bedeutet, dass möglicherweise nicht sehr viele Medien angesprochen werden.

Pressereise
Eine Pressereise erfordert eine aufwendige Organisation für die PRler und auch für die Journalisten ist sie mit einem hohen Aufwand verbunden. Einen hohen Aufwand an Zeit. Und wer so viel Zeit für ein Event aufbringt und dem dabei beispielsweise noch spektakuläre Shows und Präsentationen geboten werden, ist am Ende gegebenenfalls eher geneigt, darüber zu berichten. als das er oder sie es vielleicht nach einem Redaktionsbesuch getan hätten. Für die Veranstalter bedeutet ein solches Event zwar je nach Aufwand und Teilnehmer hohe Kosten, verschafft ihr aber auch eine lange Kontaktzeit zu den Journalisten in einem relativ persönlichen Rahmen. Zudem bleibt ausreichend Zeit für spektakuläre und exklusive Shows und Präsentationen. Aber trotz toller Show und bester Unterhaltung gilt: Der Newswert muss entsprechend hoch sein, damit nachher auch eine entsprechende Berichterstattung erfolgen kann.

Pressekonferenz
Der Vorteil einer Pressekonferenz ist, dass viele Journalisten gleichzeitig informiert werden. Allerdings muss der Newswert für den Anlass so hoch sein, dass auch wirklich viele Redakteure kommen und anschließend darüber berichten. Um möglichst viele Besucher zu erreichen, bedarf es bei der Pressekonferenz einer Organisation vieler verschiedener Faktoren. So muss beispielsweise der richtige Ort festgelegt werden. Mit vielen Parkmöglichkeiten und einem guten Zugang mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Gäste müssen frühzeitig informiert werden. Getränke, Snacks und Utensilien für Journalisten müssen bereit gestellt werden.

Die Pressekonferenz ermöglicht es den Veranstaltern eine Dramaturgie in ihre Präsentation zu bringen, um somit die gewünschte Aufmerksamkeit zu erhalten. Unternehmen können so Produktneuheiten oder Umstrukturierungen publik machen, oder sich zu Vorfällen und Sachverhalten äußern.

Press Day / Showroom einer PR-Agentur
Der Klassiker der Fashion PR-Agenturen. Ein solches Event ermöglicht es PR Mitarbeiter an einem Tag verschiedene Marken und Kollektionen an die Presse zu bringen. Dies klappt jedoch nur, wenn die Kollektionen für die Öffentlichkeit relevant genug sind. Kann man solch eine Auswahl präsentieren, ist es möglich gegebenenfalls auch kleinere unbekanntere Marken mit einzubringen. Die Darstellung der Produkte ist hierbei aber wenig emotional.

Vorteil bei dieser Veranstaltung ist, dass Redakteure und Journalisten direkt Musterteile ordern können und somit gleichzeitig Feedback zu den Kollektionen geben. Das Budget für ein solches Event ist im Vergleich zu einem Brand Event ebenfalls niedrig.

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Modenschau
Die emotional beste Art Mode in der Fashion PR darzustellen ist sicherlich die Modenschau. Hierbei könne die Kollektionen individuell, mit höchster Dramaturgie und emotionaler Bindung an den Käufer präsentiert werden. Je nach Aufwand erfordert das allerdings ein hohes Budget und lohnt sich nur, wenn auch genügend Journalisten anwesend sind und darüber berichten.

Shop Openings
Ein erfolgreiches Shop Opening färbt sofort auf die Marke und den Point of sale ab. Wichtig dabei ist vor allem die Zielgruppe. Es gibt Marken, die beispielsweise bewusst auf Blogger setzten. So sollten diese wissentlich eingeladen werden. Andere Marken, die sich davon bewusst distanzieren, setzten eher auf seriöse Journalisten.

Wie alle Events, ist die größe und Umsetzung eines Shop Openings auch eine Frage des Budgets. Regionale Veranstaltung lassen sich im fünfstelligen Bereich realisieren. Events mit prominenten Gästen und bundesweitem Medienecho liegen meist deutlich darüber.

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Messe-PK
Eine Pressekonferenz inmitten einer Messe bietet einen entscheidenden Vorteil: Journalisten sind bereits vor Ort und müssen nicht extra geladen werden. Sie müssen keinen weiteren Termin einplanen und sparen somit wertvolle Zeit. Der Nachteil: die Konkurrenz auf einer Messe wie beispielsweise der Bread & Butter ist sehr groß und meist können die Redakteure gar nicht alle Einladungen annehmen. Es sind einfach zu viele.

Hier gilt wie bei allen PR-Events: Der Rahmen muss passend sein. Aber noch wichtiger ist der Inhalt.