Guerilla-Aktionen als PR-Aufhänger

Guerilla-Maßnahmen sind überraschende Aktionen, die man oft nicht sofort als Werbung wahrnimmt. Die Aktionen werden in der Regel an realen, strategisch interessanten Orten inszeniert. Die Ideen sollten neu und einmalig sein, um ggf. auch noch Medienberichte nach sich zu ziehen. Außerdem sollen Passanten diese Aktion als außergewöhnlich wahrnehmen, so dass sie anschließend Freunden und Verwandten von ihr erzählen oder gar im Social Web darüber berichten. Das Ziel von Guerilla-Aktionen ist also das Erzeugen von Emotionen und Viralität.Es gibt unzählige Definitionen von Guerilla-Marketing. Doch in einem sind sie sich alle einig: Guerilla-Marketing sind verschiedene kommunkationspolitsche Instrumente, welche die Kunst besitzen, die von der Werbung übersättigten Konsumenten, durch Aufmerksamkeit und originelle Aktionen zu überraschen und deren Mitteilungsbedürfnis anzuregen. Nur so wird die Botschaft anschließend verbreitet und die Aktion war erfolgreich. Wie das funktionieren kann, zeigen fünf spannende Maßnahmen aus der Mode-, Schuh- und Sportartikelbranche.

Das erste Beispiel kommt aus der Schuhbranche. Die Aktion heißt „Just add Color“ und wurde von der Marke Converse in Berlin und Hamburg gestartet. Der Leitgedanke: Converse schenkt Kreativen aus der ganzen Welt bunte Freiheit in Form von den Canvas, wurde auch in dieser Aktion umgesetzt. Converse bringt jede Menge Farbe in die Straßen.  Bekannte Streetart-Künstler, wie die 44 Flavours, die Facade-Printern  oder die PeachBeach gestalteten live große einfarbige Werbe-Plakate. Das Ergebnis ist mehr als gelungen und faszinierte mehrere Passanten. Natürlich auch die Presse.

Zur Promotion der neuen, hoch reflektierenden Nike Vapor Flash Jacket, überlegte sich das Unternehmen eine außergewöhnliche Guerilla-Aktion. Eine Verfolgungsjagd mitten in Wien. „Catch the Flash“ heißt die Aktion, in der die 50 Nike Flash Runner zu jagen waren. Online oder direkt auf den Straßen von Wien. Ziel der Aktion war es, möglichst viele Rückennummer der Flashrunner, die in den hoch reflektierenden Nike Vapor Flash Jackets unterwegs waren, mit Blitz zu fotografieren oder eben online durch virtuelle Blitzfallen zu flashen. Zu Gewinnen gab es einen Platinbarren im Wert von 10.000€. Der Gewinner hatte den Sieg mehr als verdient. Er konnte konnte sage und schreibe 49 Runner flashen.

Es ist das größte 3D Straßengemälde der Welt. Rund 1.160 Quadratmeter groß und mit einer Länge von 106 Metern. Zu sehen ist ein wunderschöner Wasserfall und eine tiefe, gefährliche Schlucht. Verwirklicht wurde dieses Gemälde von dem Londoner Künstler-Duo Joe&Max im Auftrag von Reebok und ihrem Langzeitkooperationspartner Cross Fit. Mit dem Gemälde soll ein außergewöhnliches Feeling zum Trainieren geschafft werden. Dies ist gelungen. Sportbegeisterte Passanten konnten mitten in London zwischen dem Canary Wharf und dem West India Quays in den metertiefen Schluchten auf dem Asphalt kurze Crossfit-Trainingseinheiten absolvieren.

„Be stupid to get a free Jeans“ heißt die neue Diesel-Kampagne. In Zürich und anderen großen Städten wurde eine Dieseljeans in eine klobige Eisskulptur integriert. Das Prinzip ist ganz einfach: Die gefrorene Diesel Jeans befreien und in den nächsten Diesel-Shop gegen eine echte neue Jeans eintauschen. Diesel setzt ganz gezielt auf die Dreistigkeit der Menschen. Ein echter Diesel-Fan soll keine Angst vor peinlichem Verhalten in der Öffentlichkeit haben. Nach zaghaften Versuchen, das Eis mit heißem Wasser zu schmelzen, griffen die Passanten letztendlich doch auf härtere Methoden zurück. Mit Werkzeugen und rohrer Kraft gelang es dann endlich die Dieseljeans zu befreien. Soetwas bleibt natürlich nicht unbeobachtet. Ein zahlreiches Publikum schaut bei der vermeintlich blödsinnigen Befreiungsaktion zu. So wird Diesel seinem Slogan wohl doch gerecht: „Be stupid to get a free Jeans“

Es ist der 20. Januar 2012. Es ist die Zeit der Mercedes Benz Fashion Week in Berlin. Ein Auto hält mitten am Pariser Platz. Unmittelbar vor dem Zelt der Mercedes Benz Fashion Week. Doch eben davor und nicht darin. Ein Mann steigt aus, rollt einen roten Teppich aus, stellt eine Anlage auf und dreht die Musik so laut es geht. Passanten erschrecken. Plötzlich, sechs Models steigen in knappen Kleidern, trotz des Januarwetters in Berlin, aus dem Auto und laufen über den roten Teppich. Stilsicher. Der Catwalk perfekt insziniert. Exklusive Kleider werden präsentiert. Nach ein paar Minuten ist alles schon vorbei. Und zurück bleiben ratlose Zuschauer und Fotografen. Dahinter steckt das 2011 gegründete Online-Portal nelou.com, die es sich zur Aufgabe gemacht haben Newcomer-Label wie JULICE EN RÊVE und LUXXUS BERLIN ebenfalls in der Berliner Modewoche zu präsentieren. Nur eben nicht im Zelt. Der Hintergrundgedanke: Jeder normale Passant soll die Chance haben, die Modewoche live mitzuerleben. Avantgarde für die breite Masse also. Nelou.com zog mit der Kampagne durch ganz Berlin und hielt an wichtigen Standorten der Modewoche.