PR-Kampagnen: 6 Klassiker der Fashion PR

Klassische Produkt PR ist die Pflicht, PR Kampagnen sind die Kür gezielt News zu initiieren. Immer wieder gelingt es Unternehmen oder Fashion PR Agenturen neue, spannende Ideen zu entwickeln. Aber es gibt Klassiker, die immer wieder zum Einsatz kommen:

CHARITY-PROJEKTE
Charity Projekte dienen einem guten Zweck, es werden Spenden gesammelt, um diese dann einer Organisation zukommen zu lassen. Oft stehen Labels direkt in Verbindung mit einer Spendenaktion, wie z.B. Gucci in Verbindung mit UNICEF. Kaufen Kunden die limitierte oder ausgeschriebene Tasche, geht ein Anteil vom Kaufpreis an die Organisation. Beispiel Gucci: Das Unternehmen stellt eine neue Version der beliebten `Sukey Bag` vor, zum Anlass der siebenjährigen Partnerschaft mit UNICEF (Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen). 25% des Verkaufserlöses kommen dem UNICEF Projekt ‚Schulen für Afrika‘ zugute, dessen Ziel es ist, Kindern Zugang zu Bildung zu ermöglichen. Diese Projekte rücken die Labels in ein gutes Licht und bedeuten so auch, in den  Fällen eine gute PR. Was man stark bei diesen Charity Projekten beachten sollte, ist, dass man für Glaubwürdigkeit und Transparenz (anerkannte Zertifikate, Projekt-Blog etc.) sorgt, WAS wird kommuniziert und WIE wird es kommuniziert. Vorteile dieser Projekte sind nicht nur wie oben genannt, dass sie das Label in ein gutes Licht rücken, sondern auch, dass Verbraucher verstärkt darauf achten, dass Unternehmen Verantwortung übernehmen. Desweiteren kann ein langfristiges Projekt Positiv-Botschaften für eine mögliche Krisenkommunikation bieten – langfristig denken und handeln. Da ein Charity-Projekt immer ein sensibles Thema ist, sollte man genau prüfen ob das Geld auch ankommt, die Organisation seriös ist und man damit auch das richtige erzielen möchte, da dieses Vorhaben nur bedingt geeignet ist für pro-aktive Mediensprache. Besser wohl dosiert kommunizieren, besser einen eigenen Blog auf der Website einrichten, als eine große Presseaktion zu starten.

KOOPERATION MIT ANDEREN MARKEN
Adidas stattet Porsche Motorsport mit einer eigens gestalteten Teamuniform aus. Von der Winterjacke über Shirts bis hin zu den Sportschuhen – Porsche Motorsport Mitarbeiter stecken von Kopf bis Fuß in Adidas Kleidung. Diese muss den hohen Anforderungen an den Rennstrecken genügen und somit gleichzeitig funktional, bequem, wetterbeständig, Hitze abweisend und natürlich gut aussehend sein. Bei diesem Beispiel haben zwei große Marken (Adidas & Porsche) miteinander kooperiert. So eine Kooperation dient dazu um die Marke/en zu festigen und die Zielgruppe zu erweitern. Der Vorteil wäre hier, dass ein doppelter Newswert für die Medien vorliegt, die Kompetenzen addieren sich und die Marke wird emotional geladen. Das Hauptproblem einer solchen Kooperation liegt vor allem darin, wer profitiert mehr, es wird schwierig einen tatsächlichen Mehrwert zu kreieren. Zudem muss man auch beachten, wie die eigene Zielgruppe die Marke sieht und ob die die Zusammenarbeit für beide Seiten glaubwürdig ist, dazu gehören auch Kommunikationsinhalte und –Timing mit dem Partner abstimmen.

ENGAGEMENT EINES NAMENHAFTEN DESIGNERS
Im November 2004 wurde eine exklusive Kollektion von Karl Lagerfeld angeboten. Im November 2005 folgte eine Zusammenarbeit mit Stardesignerin Stella McCartney. Nach einer Werbekampagne mit der Pop-Sängerin Madonna, die für den schwedischen Textilkonzern nebenbei auch noch eine Kollektion von Trainingsanzügen entwarf, standen 2006 die niederländischen Design-Avantgardisten Viktor & Rolf für eine fünfzigteilige Kollektion Pate. Das Engagement eines namenhaften Designers wertet die Marke auf und wir in dem Beispiel von H&M auch ein hoher Nachrichtenwert. Wie in dem Beispiel von H&M, die schon Wochen vorher über die Printmedien oder die digitalen Medien eine solche Zusammenarbeit publizieren. Ein Nachteil könnten die hohen Kosten sein, die durch eine riesige Werbekampagne entstehen aber auch, wenn eine Zusammenarbeit wenig glaubwürdig ist. Und die Frage: „Was passiert danach?“, würde auch noch im Raum stehen. Um dieses Risiko einer Fehlinvestition zu vermeiden und Kunden zu verlieren, muss man vorher prüfen wie bekannt der Designer bei meiner Zielgruppe hat und was er für ein Image besitzt. Auch überprüfen sollte man ob der Designer noch für andere Marken tätig ist oder was er in der Vergangenheit mit wem schon gemacht  hat, Achtung beim Vertrag: Allgemeine „PR“-Zusage genügt nicht!

EINSATZ VON CELEBRITIES
Diese Form von PR-Kampagnen kann zwei verschiedene Richtungen einschlagen. Die eine wäre die Einbindung als Designer, wie aktuell Kate Moss für das Modelabel „Mango“. Dies wird bis jetzt als eine langfristige Strategie geführt (Scarlett Johansson, Cruz Schwestern). Als zweite Möglichkeit gäbe es noch die werbliche Zusammenarbeit, hierfür steht eine bekannte Person als Testimonial vor der Kamera (Heike Makatsch/Schauspielerin-Mexx). Oftmals stehen aber die Celebrities als Designer und Model vor der Kamera (Halle Berry für Deichmann oder David Beckham für H&M). Dies kann mehrere Vorteile haben, zum einen ein hoher Newswert, dadurch resultiert ein hohes Interesse im Handel und bei Verbrauchern. Ein bekanntes Gesicht zu engagieren ist immer mit hohen Kosten verbunden und ist zudem auch stark nach der Wahl des richtigen Promis abhängig. Wichtig hier vorher abzuklären, ist die Frage, wie die Imagewerte des Promis und seine Fashion-Kompetenz bei meiner Zielgruppe sind.

MODELL-WETTBEWERBE
Ein Modell-Wettbewerb ist auch mit geringen Kosten möglich. Dieses wird oft veranstaltet um Nähe zum Kunden aufzubauen. Und ist zudem immer noch interessant für die jüngere Zielgruppe. Neckermann, HUGO BOSS, Otto oder S.Oliver suchen oft über das Internet (Facebook, Twitter, Newsletter), nach Models. Meist ohne Erfahrung und jeder kann mitmachen. Es werden Covershoots gemacht oder wie im Fall von HUGO BOSS werden Runway-Models gesucht. Der Gewinn ist oft dotiert mit Bargeld oder einem Warengutschein der entsprechenden Marke. Leider ist eine solche PR-Kampagne nur noch im großen Rahmen für die Presse relevant. Eine seriöse und professionelle Jury Besetzung sowie große Partner, sorgen für die entsprechende Aufmerksamkeit. Von Vorteil wäre auch so viel Socialmedia wie möglich einzubauen und Transparenz herzustellen. Baut man nun eine Facebook Seite und launcht dort seinen Wettbewerb sollte man auch auf mögliche Diskussionen im Social Web vorbereitet sein.

FÖRDERPREISE
Der „Mango Fashion Award“ zeichnet junge Designer aus, ebenso der „Design for Tomorrow Award“, von Peek&Cloppenburg, dessen Schirmherr Designer Marc Jacobs ist. „Prix Emile Hermes“, zeichnet innovative Designs aus, der „Humanity Fashion Award“, bezieht sich auch auf die Mode, besonders auf Nachhaltigkeit in der Mode. Der „HDS Junior Award“, wird auch an junge Designer der Schuhbranche vergeben. All dies sind Förderpreise, die eine gute Profilierung der Marke fördern und beim richtigen Thema auch eine hohe Authentizität. Zudem schafft eine Förderung junger Designer eine hohe Kundenbindung. Leider je nach Thema ggf. nur für Fachtitel und Special Interest relevant. Zudem bräuchte man auch Starke Partner oder Schirmherrn. Man sollte vorher auch die relevant prüfen, ob die Idee überhaupt passt zur Marke/Unternehmen. Ein gutes Awardkonzept bindet Social Media maximal ein: Online first!

Modedesignern bringen Marken PR-Erfolg

Marken kooperieren mit bekannten Modedesignern. Ein Phänomen, welches spätestens nach den unzähligen H&M Designerkooperationen auch der breiten Masse bekannt ist. Und es zeigt sich: Mit Erfolg! Immerhin feierte H&M mit Versace schon die 13. Designerkooperation.  Mehr und mehr Marken beauftragen mittlerweile einen bekannten Modedesigner für ihr Haus. Designerkooperationen versprechen Erfolg. Hier können sich zwei individuelle Brands zusammenfinden und mit ihrem neuen „Produkt“ eine neue, breiter gefächerte Zielgruppe ansprechen. Immer mehr Designer geben ihren Namen für diverse Markenkooperationen her. Folglich ein paar Beispiele mit sehr gelungenen Designerkooperationen der letzten Zeit aus den Bereichen Mode, Sport und Schuhe.

Um dem Ganzen gerecht zu werden, starten wir mit einer der erfolgreichsten Designerkooperationen der letzten Jahre. Der „H&M Guest-Designer-Collaboration“. Hierfür entwerfen bekannte Designer eine Kollektion, enthalten mit Outfits, Schmuck und Schuhe für Damen und Herren. Gestartet hatte die H&M Guest-Designer-Collaboration im November 2004 mit einer exklusiven Kollektion von Karl Lagerfeld. Neben bekannten Designernamen wie Stella McCartney, Viktor&Rolf,  Roberto Cavalli, Rei Kawakubo, Matthew Williamson, Jimmy Choo, Sonia Rykiel, Lanvin oder Donatella Versace entwarfen auch bekannte Sänger wie Madonna oder Kylie Minogue eine Gast-Kollektion für H&M. Mittlerweile feiert H&M die 13. Guest-Collaboration mit dem Label Marni, welches 1994 von  Consuelo Castiglioni gegründet wurde.

Seit 2004 entwirft Stella McCartney regelmäßig eine Sport-Kollektion für Adidas „adidas by Stella McCartney“. Das Prinzip der Kollektion: „Stilvoll und funktional – Frischer Wind in der Sportmode“.  Die erste Kollektion konzentrierte sich auf die Bereiche Running, Fitness und Schwimmen. Später erweiterte sich das Angebot um die Bereiche Tennis und Golf. 2008 feierte die erfolgreiche Designerkooperation „adidas by Stella McCartney“ sogar den Einzug auf der London Fashion Week. Kennzeichen der Mode von Stella McCartney findet man natürlich auch in der Sportkollektion wieder. Organische Stoffe treffen auf funktionale Schnitte und Pastellfarben. Das anschließende Video zeigt die neue Frühjahr/Sommer-Kollektion 2012.

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Im Frühjahr 2012 startet bereits die zweite Taschenkollektion von Jeremy Scott in Zusammenarbeit mit Longchamp. „Greetings from Paradise“ wird der Longchamp Shopper heißen und etwa 200€ kosten. Jeremy Scott ist bekannt für seine auffälligen Designs. Seine Mode spricht definitiv eine schrille Sprache. Für die neue Taschenkollektion hat der amerikanische Modedesigner den kultigen Longchamp-Shopper „Le Pliage“ mit Postkarten versehen. Die Designs sind lustig, präzise und eigenartig zur gleichen Zeit. Sie bringen ein Zusammenspiel aus Farben, exotischen Landschaften, Sonne und einem feinen Sand. Genau das Richtige für den kommenden Sommer.

Auch national feiern Designer Kollaborationen großen Erfolg. So ist die 2011 in Deutschland entstandene Kooperation zwischen dem Schuhlabel Sioux und dem aufstrebenden deutschen Jungdesigner Kilian Kerner ein gelungenes Beispiel hierfür. „Sioux designed by Kilian Kerner“ heißt diese Kollaboration, in der Kilian Kerner insgesamt sieben Herren-Mokassins, das Markenzeichen der Marke Sioux, passend zu seiner Frühjahr/Sommer-Kollektion 2012 entworfen hat. Die Schuhe überzeugen durch ihr cleanes Understatement aus klaren Linien und puristischen Formen in pastelligen Farben. Ganz Kilian Kerner eben.

Jeans-Liebhaber aufgepasst: Diesen Frühjahr startete die Kooperation zwischen der Modedesignerin Diane von Fürstenberg und dem Denim-Hersteller Current/Elliot. Dies dürfte vor allem die Printliebhaber freuen. Diane von Fürstenberg bleibt sich treu und entwirft insgesamt sechs äußert auffällige gesprintete Stücke für das Label Current/Elliot. Auf den Jeans lassen sich wilde Blumenzauber in senfgelb, grün, braun oder blau wiederfinden. Die limitierten Stücke gibt es online auf dem Diane von Fürstenberg Online Store zu kaufen. Preislich liegen sie zwischen 230 bis 290 Euro.