Jeder kann Gutes tun – das nennt man Charity

Der rote Teppich. Limousinen fahren vor. Blitzlichtgewitter. Unzählige, traumhaft schöne Roben und funkelnde Diamanten. Ruhm und Reichtum. Prominente Persönlichkeiten beschreiten ihren Weg zur Gala. Bei diesem Bild stellen viele die gleiche Frage: „Kann nicht einer von denen etwas von seinem Geld abgeben?“

Genau das ist der Anlass der Veranstaltung. Die einmal jährlich stattfindende „Tribute to Bambi“-Gala sammelt, mit Hilfe von Modemarken und Prominenten, Spenden für einen guten Zweck. Die Stiftung „Tribute to Bambi“ wurde 2001 auf Initiative vom Verlagsvorstand und „BUNTE“-Chefredakteurin Patricia Riekel gegründet und konnte seit Beginn 4,5 Millionen Euro an über 30 soziale deutsche Netzwerke spenden. Alle Institutionen bieten Hilfe für Kinder in Not. Bei der Gründung wurde vor allem die Aufmerksamkeit der medienträchtigen „Bambi“-Verleihung als Chance genutzt und ist seit 2001 ein, mit der Preisverleihung verbundenes, Event. Kooperierende Unternehmen sind beispielsweise „Peek & Cloppenburg“ oder „Chopard“. Es werden exklusive Produkte lanciert, die speziell für die neue „Tribute to Bambi“ entworfen wurden und deren Einnahmen vollständig an die Stiftung gegeben werden. In sämtlichen Zeitschriften des Gründerverlages werden die Charity-Produkte vorgestellt oder Magazine entwerfen selbst T-Shirts für den guten Zweck. Durch das DZI-Spendensiegel, welches eine Stiftung als seriöse Spendenorganisation auszeichnet, ist auch beim „Tribute to Bambi“ eine leistungsfähige und transparente Arbeit gewährleistet.

Doch nicht nur als Kooperationspartner, sondern auch Modemarken selbst stehen in direkter Verbindung mit Stiftungen und setzen sich für Minderheiten ein. Als Beispiel entwirft das Label „Tommy Hilfiger“ jedes Jahr eine Tasche und präsentiert diese, in Verbindung mit einem neuen Gesicht, als Charity-Produkt. Aktuell verkörpert dieses Renée Zellweger. Sie präsentiert eine neue Wildledertasche der Traditionsmarke. Hiervon werden 100,- Euro an den „Fund for Living“ der „Breast Health International“ gespendet. Diese Hilfsorganisation befasst sich mit dem Thema Brustkrebs und versucht mit Hilfe der Spenden die Problematik der Krankheit publik zu machen, Erkrankte zu unterstützen und Wissenschaftlern finanziell zu helfen. Ein Unterschied im Vergleich zur Spendenhöhe des „Tribute to Bambi“ ist die nicht vollständige Weiterleitung der Erlöse aus dem Taschenverkauf. Vom Verkaufspreis in Höhe von 299,- Euro werden nur 100,- Euro gespendet.

Neben Tommy Hilfiger arbeitet auch die Modemarke „Codello“ mit Charity-Organisationen und unterstützt, durch den Verkauf exklusiv designter Tücher, die „Deutsche Kinderkrebshilfe“ oder „Ein Herz für Kinder“. Doch auch beim Verkauf dieser Produkte wird nur ein Bruchteil gespendet.

Durch die immer stärker werdenden Diskussionen zum Thema Arbeitsbedingungen und Produktionsländer in der Modeindustrie nutzen einzelne Labels die Chance und zeigen sich durch Charity-Aktionen von ihrer guten Seite. „Massimo Dutti“ lancierte zum 25jährigen Jubiläum eine exklusive Schuhkollektion mit Jute-Beuteln als Verpackung. Fabriken in Bangladesch produzieren dieses Material und werden durch den Verkauf der Kollektion unterstützt. Hierbei ist der Weg der Spenden jedoch nicht nachzuvollziehen oder für den Kunden genau ersichtlich, wie viel Euro sie mit dem Kauf an die Arbeiter in Bangladesch spenden. Die Charity-Aktionen des Modelabels „Hugo Boss“ sind in Verbindung mit der Organisation „Save the Children“ transparenter und vertrauenswürdig. Die deutsche Marke versucht die Kinderarbeit in Indien zu unterbinden und veröffentlichte neben ihrer Charity-Arbeit einen exklusiven Schal, dessen Erlöse ebenfalls an die Hilfsorganisation ging.

Neben Traditionsmarken nutzen aber auch Modediscounter, wie „H&M“ die Gunst dieser PR-Aktionen. Seit kurzem und damit jetzt schon zum fünften mal kann der Kunde mit dem Kauf der „Fashion against Aids“-Kollektion Gutes tun. Seit 2008 gehen 25 Prozent der Einnahmen aus der Kollektion an unterschiedliche internationale AIDS- und HIV-Präventionsprojekte. Der Erfolg dieser Charity-Aktion zeigt sich in der bisher erreichten Spendensumme von über fünf Millionen Euro, die an namenhafte Organisationen weitergeleitet wurden.

Dies sind nur einzelne Beispiele einer immer größer werdenden Masse an Modelabels, die durch Charity-Aktionen Gutes tun wollen. Ob für ihr Unternehmen oder Hilfsbedürftige ist nicht immer deutlich, denn durch diese Art von PR machen Modemarken positiv auf sich aufmerksam und erweitern ihre Zielgruppe, was für ein profitorientiertes Unternehmen allgemein immer im Vordergrund steht.


Schnell zugreifen – limited editions als PR-Tool

Eine Stunde vor Eröffnung. Unzählige Frauen warten am Eingang. Eine derer sein, die das begehrte Stück ergattern. Der Wunsch jeder Einzelnen. Doch wovon ist die Rede?

Es ist der Abend der weltweit verbreiteten „Fashion’s Night Out“. Die Menschenmasse wartet auf die Eröffnung der Düsseldorfer Chanel-Boutique, denn nur heute und nur in limitierter Auflage gibt es das Nagellack-Set „Les Jeans de Chanel“ in nur zwei Chanel-Boutiquen in ganz Deutschland. Etwa 150 Sets werden erst am Abend der „Fashions Night Out“ verkauft und Reservierungen sind strengstens untersagt.

Neben Chanel nahmen eine Vielzahl weiterer Modeunternehmen an der „FNO“ teil und nutzten die Chance limitierte Editionen zu veröffentlichen und Aufmerksamkeit zu bekommen. Tory Burch veröffentlichte eine „Tote Bag“ in exklusivem Design oder der Juwelier „Bucherer“ brachte exklusiv und passend zum Event einen Silber-Anhänger in Form einer Mini-FNO-Shoppingbag heraus.

Nicht nur während einer Veranstaltung, auch sonst veröffentlichen Unternehmen aus den unterschiedlichsten Segmenten in regelmäßigen Abständen Produkte mit einer begrenzten Verfügbarkeit. Diese spezielle Form der Produktlinienerweiterung stellt eine Exklusivität des Produktes dar und damit ein „Muss ich haben!“ bei den potentiellen Kunden. Das begehrte Nagellack-Set von Chanel wird nicht im normalen Beauty-Sortiment erhältlich sein und zeichnet sich in diesem Fall durch die spezielle Farbe aus. Hiermit erhält der Nagellack eine Sonderstellung und hebt sich vom Standard-Sortiment ab.

Auch andere Modeunternehmen nutzen die Vorteile der limitierten Produktauflagen. Designer haben in der Vergangenheit bereits mehrfach in Kooperation mit Getränkeherstellern, wie Coca Cola oder San Pellegrino exklusiv designte Flaschen entworfen. Aktuellstes Beispiel ist die Kooperation von Bulgari mit dem italienischen Mineralwasserhersteller. Der Designer Karl Lagerfeld designte ebenfalls im letzten Jahr die Flaschen seines Lieblingsgetränks Cola Light. Die Flaschen waren nur in exklusiven Concept Stores, wie „Colette“ in Paris erhältlich. Diese speziellen Produkteigenschaften, wie optische Modifikationen begründen zusätzlich die Exklusivität. Als weitere Eigenschaft von Limited Editions wird diese auch deutlich kenntlich gemacht. Ebenfalls wird auf einem limitierten Produkt selber oder in den entsprechenden Kampagnen ein deutlicher Hinweis vermerkt. Hierdurch wird der Sammlertrieb der Konsumenten geweckt, die gerne einen vom Modelabel Missoni designten Kinderwagen durch die Gegend schieben. Merkmal des Kinderwagens ist das typische Missoni-Muster. Sich von der Masse abheben ist dabei nicht nur das Ziel des Kunden sondern auch des Unternehmens.

Ein weiterer Vorteil ist die Verkaufsförderung, nicht nur beim limitierten Produkt auch bei den Standardprodukten. Als Beispiel zeigt sich das traditionsreiche Modeunternehmen Louis Vuitton. Das Label entwirft regelmäßig, über die klassischen Lederwaren hinaus, limitierte und speziell designte Taschenkollektionen. Im Jahr 2009 arbeitete das Modehaus mit dem Künstler Stephen Sprouse zusammen und entwarf eine „Graffiti-Kollektion“, die klassische Taschen der Marke durch aufgedruckte Graffiti-Schrift in Neon-Farben abwandelte. Diese speziellen Kollektionen wurden aber nicht nur in geringer Stückzahl sondern auch teurer verkauft als die Klassiker.

Preisunterschiede sind aber nicht standardmäßig. Der Chanel-Nagellack der FNO kostet ebenso viel wie eine Standardfarbe des Labels. Doch der Wert ist definitiv ein anderer. Durch die limitierte Stückzahl ist der Nagellack begehrter als die anderen Farben. Dies wird von einer Vielzahl der auf der Königsallee wartenden Kunden ausgenutzt, die noch am selben Abend das Nagellack-Set für den dreifachen Preis bei Online-Auktionsplattformen einstellen.

Limitierte Editionen sind ein gutes Marketing-Werkzeug, um eine Marke präsenter zu machen und die Zielgruppe erweitern können.

Eine Checkliste für Pressekonferenzen

Auch für PKs gilt: Prominente füllen das Haus. Hier Björn Borg und John McEnroe bei der Präsentation ihrer Unterwäschelinien

Blitzlichtgewitter, unzählige Journalisten und Fernseh-kameras. Die Reporter kämpfen um Aufmerksamkeit, um ihre nächste Frage stellen zu dürfen. Vor ihnen sitzen zwei Sportstars auf dem Podium. Anlass ist die Lancierung ihrer Underwear-Kollektionen, zu der – passend für die beiden Tennishelden – nach Wimbledon eingeladen wurde.

Aber auch ohne Stars gilt: Der Grundaufbau folgt bei allen Pressekonferenzen einem Muster, diese werden aber je nach Anlass und Thema entsprechend abgewandelt. Die Devise lautet: Man muss die Regeln kennen, erst dann darf man sie brechen.

Pressekonferenzen sollte man nur veranstalten, wenn der Newswert hoch genug ist. Dann berichten auch die Medien.

Eine Pressekonferenz wird als Kommunikationsmittel im PR-Bereich genutzt. Der Anlass ist immer ein aktuelles Thema des Zeitgeschehens. Hierzu laden beispielsweise Politiker, Prominente, Institutionen oder Unternehmen Vertreter von Massenmedien, wie Presse und Fernsehen ein. Stellvertretend für die Veranstalter halten Podiumsgäste eine Rede, die von einem Moderator geleitet wird. Die Sprecher können Experten, Manager, Pressesprecher oder unter Umständen die jeweiligen Personen selbst sein. Es gibt positive und negative Anlässe für eine Pressekonferenz. Beispiele sind Stellungnahmen oder Ankündigungen von Events oder Produktlancierungen. Zum Schluss einer Pressekonferenz haben die Vertreter der Massenmedien die Möglichkeit noch offene Fragen zu stellen. Mit einer Pressekonferenz präsentiert sich eine Marke oder Person, daher ist eine gute Vorbereitung und Planung sehr wichtig. Egal ob in einer Fashion PR Agentur oder in der PR-Abteilung eines Unternehmens: Für die Planung eines solchen Events ist eine Checkliste hilfreich.

Pressekonferenz Checkliste