Modedesignern bringen Marken PR-Erfolg

Marken kooperieren mit bekannten Modedesignern. Ein Phänomen, welches spätestens nach den unzähligen H&M Designerkooperationen auch der breiten Masse bekannt ist. Und es zeigt sich: Mit Erfolg! Immerhin feierte H&M mit Versace schon die 13. Designerkooperation.  Mehr und mehr Marken beauftragen mittlerweile einen bekannten Modedesigner für ihr Haus. Designerkooperationen versprechen Erfolg. Hier können sich zwei individuelle Brands zusammenfinden und mit ihrem neuen „Produkt“ eine neue, breiter gefächerte Zielgruppe ansprechen. Immer mehr Designer geben ihren Namen für diverse Markenkooperationen her. Folglich ein paar Beispiele mit sehr gelungenen Designerkooperationen der letzten Zeit aus den Bereichen Mode, Sport und Schuhe.

Um dem Ganzen gerecht zu werden, starten wir mit einer der erfolgreichsten Designerkooperationen der letzten Jahre. Der „H&M Guest-Designer-Collaboration“. Hierfür entwerfen bekannte Designer eine Kollektion, enthalten mit Outfits, Schmuck und Schuhe für Damen und Herren. Gestartet hatte die H&M Guest-Designer-Collaboration im November 2004 mit einer exklusiven Kollektion von Karl Lagerfeld. Neben bekannten Designernamen wie Stella McCartney, Viktor&Rolf,  Roberto Cavalli, Rei Kawakubo, Matthew Williamson, Jimmy Choo, Sonia Rykiel, Lanvin oder Donatella Versace entwarfen auch bekannte Sänger wie Madonna oder Kylie Minogue eine Gast-Kollektion für H&M. Mittlerweile feiert H&M die 13. Guest-Collaboration mit dem Label Marni, welches 1994 von  Consuelo Castiglioni gegründet wurde.

Seit 2004 entwirft Stella McCartney regelmäßig eine Sport-Kollektion für Adidas „adidas by Stella McCartney“. Das Prinzip der Kollektion: „Stilvoll und funktional – Frischer Wind in der Sportmode“.  Die erste Kollektion konzentrierte sich auf die Bereiche Running, Fitness und Schwimmen. Später erweiterte sich das Angebot um die Bereiche Tennis und Golf. 2008 feierte die erfolgreiche Designerkooperation „adidas by Stella McCartney“ sogar den Einzug auf der London Fashion Week. Kennzeichen der Mode von Stella McCartney findet man natürlich auch in der Sportkollektion wieder. Organische Stoffe treffen auf funktionale Schnitte und Pastellfarben. Das anschließende Video zeigt die neue Frühjahr/Sommer-Kollektion 2012.

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Im Frühjahr 2012 startet bereits die zweite Taschenkollektion von Jeremy Scott in Zusammenarbeit mit Longchamp. „Greetings from Paradise“ wird der Longchamp Shopper heißen und etwa 200€ kosten. Jeremy Scott ist bekannt für seine auffälligen Designs. Seine Mode spricht definitiv eine schrille Sprache. Für die neue Taschenkollektion hat der amerikanische Modedesigner den kultigen Longchamp-Shopper „Le Pliage“ mit Postkarten versehen. Die Designs sind lustig, präzise und eigenartig zur gleichen Zeit. Sie bringen ein Zusammenspiel aus Farben, exotischen Landschaften, Sonne und einem feinen Sand. Genau das Richtige für den kommenden Sommer.

Auch national feiern Designer Kollaborationen großen Erfolg. So ist die 2011 in Deutschland entstandene Kooperation zwischen dem Schuhlabel Sioux und dem aufstrebenden deutschen Jungdesigner Kilian Kerner ein gelungenes Beispiel hierfür. „Sioux designed by Kilian Kerner“ heißt diese Kollaboration, in der Kilian Kerner insgesamt sieben Herren-Mokassins, das Markenzeichen der Marke Sioux, passend zu seiner Frühjahr/Sommer-Kollektion 2012 entworfen hat. Die Schuhe überzeugen durch ihr cleanes Understatement aus klaren Linien und puristischen Formen in pastelligen Farben. Ganz Kilian Kerner eben.

Jeans-Liebhaber aufgepasst: Diesen Frühjahr startete die Kooperation zwischen der Modedesignerin Diane von Fürstenberg und dem Denim-Hersteller Current/Elliot. Dies dürfte vor allem die Printliebhaber freuen. Diane von Fürstenberg bleibt sich treu und entwirft insgesamt sechs äußert auffällige gesprintete Stücke für das Label Current/Elliot. Auf den Jeans lassen sich wilde Blumenzauber in senfgelb, grün, braun oder blau wiederfinden. Die limitierten Stücke gibt es online auf dem Diane von Fürstenberg Online Store zu kaufen. Preislich liegen sie zwischen 230 bis 290 Euro.

Modelwettbewerbe: Modefirmen machen Mädchenträume wahr

Immer wieder veranstalten Modeunternehmen Modelwettbewerbe. Die Gründe dafür sind vielseitig: Store-Eröffnung, Launch einer Neuen Modemarke, Finden eines neuen Markengesichts oder eine einmalige Werbeaktion. Auf verschiedenste Art und Weise werden diese Wettbewerbe promotet und umgesetzt. Sechs dieser Modelcastings habe ich genauer unter die Lupe genommen.

G!na
Für ihre Auskopplung „Gina“ sucht die Modefirma Ernstings Family jedes Jahr aufs neue das „Gina Gesicht“. Frauen im Alter zwischen 18 und 25 Jahren können sich via Internet bewerben und so am Wettbewerb teilnehmen. Zielgruppe ist die junge, gutaussehende junge Frau, die verrückt nach schöner Mode ist. Zudem wünscht Gina sich ein Mädchen, dass der Marke entspricht: selbstbewusst, wandelbar, weiblich und spontan.


Neckermann’s Next Topmodel
Im Jahr 2009 suchte Neckermann zusammen mit der Hamburger Modelagentur „Modelmanagement“ das Covergesicht des nächsten Neckermann Katalogs. Durch die Kooperation zwischen der Modemarke und der Modelagentur, wurde neben des neuen Covergesichtes auch ein potentielles Nachwuchsmodel ausfindig gemacht. Nach einer internen Auswahl trafen sich die zehn Finalistinnen für zwei Tage in Frankfurt um erste Probeshootings zu machen. Nach einigen Challenges wie dem Laufstegtraining wurde am Abend die Gewinnerin verkündet. Diese hatte dann am folgenden Tag das Covershooting, zusammen mit Starmodel Johannes Hübl. Kooperiert wurde mit VOX und Süddeutsche TV, die den Modelwettbewerb filmisch begleiteten.

sOliver
Vor einigen Jahren rief auch sOliver einen Modelwettbewerb ins Leben. Aus allen Bewerbungen wurden 25 Frauen und 25 Männer zu einem Precasting eingeladen. Diese Ausgewählten Teilnehmer hatten von nun an die Chance das Gesicht der Modemarke zu werden und einen Modelvertrag bei der bekannten Modelagentur „Louisa Models“ zu gewinnen. „Real You Gesicht“ nannte sOliver den Wettbewerb und wollte damit vor allem junge Talente fördern und zusammen mit einer Agentur nach Modelnachwuchs scouten.

Hugo Boss
Via Internet suchte das Modelabel aus dem Premium- und Luxussegment nach je einem Male und einem Female Model für die Hogo Boss Black Modenschau 2009/2010 in Berlin. Weltweit konnten via Social Media Kanal „Facebook“ Jungs und Mädchen mitmachen, die gerne auch schon Modelerfahrungen mitbringen konnten.


OTTO
Im vergangenen Jahr rief auch der Modekonzern OTTO zum nationalen Modelwettbewerb auf. Jeder, der älter als 16 Jahre ist, durfte teilnehmen und auf ein Shooting für den Streetbook Katalog von OTTO hoffen. Acht Finalisten wurden anschließend im Katalog abgebildet, zwei Teilnehmer auf dem Cover.

Alle Modelwettbewerbe wurden nach unterschiedlichen Konzepten und Aufmachungen umgesetzt, da auch die Ziele und Ergebnisse andere waren. Je nach der Zielgruppe wurde das PR Konzept ausgerichtet!

Interview mit Jutta Melchers zum „1982 Modelcontest“

Das Modelabel 1982 veranstaltete im Jahr 2010 einen Modelwettbewerb, um den Launch der Marke zu Promoten. Hierzu sprach ich mit Jutta Melchers, Abteilungsleiterin Public Relations bei Takko Fashion und PR-Verantwortliche für 1982, die an der Planung und Ausrichtung maßgeblich beteiligt war.

Warum haben Sie einen solchen Wettbewerb veranstaltet?
Wir haben im März 2010 damit begonnen, unsere Vertriebslinie „1982“ nach einer zweijährigen Testphase auszurollen. Um die erste Neueröffnungswelle zu promoten, haben wir ein zusätzliches PR-Konzept entwickelt, um die einzelnen Filialen am jeweiligen Standort bekannt zu machen, zusätzlichen Kunden-Traffic zu generieren und langfristig die Marke „1982“ zu etablieren.

Wie sieht die Planung eines solchen Wettbewerbs aus und wer ist alles involviert?
Im Vorfeld wurde eine 1982-Homepage erstellt, inklusive Microsites für jede Stadt, in der eine Filiale eröffnet. Das waren Amsterdam, Berlin, Frankfurt und Pforzheim. Auf der Microsite konnten die Teilnehmerinnen ihre Bewerbungsfotos hochgeladen. Parallel dazu waren an jeweils zwei aufeinander folgenden Wochenenden 1982-Promotionteams inkl. Fotograf in lokalen Clubs der jeweiligen Stadt unterwegs, um nach interessanten Gesichtern zu suchen. Auch diese standen nachher im Anschluss auf der Microsite zur Ansicht. In die Planung eingestiegen sind wir Anfang Mai 2010, die erste konkrete Umsetzung am ersten Standort fand Ende Juli statt. Wir haben also rund 3 Monate benötigt. Beteiligt waren dabei unsere Fashion PR Agentur Karkalis PR und die PR-Abteilung von 1982.

Warum haben Sie keinen bundesweiten Medienpartner gewählt?
Der Aktions-Claim „1982 – Style of your City“ sollte bewusst auf jede Stadt übertragbar sein und so die Möglichkeit bieten, diverse lokale Aktionen zu verbinden Mit der PR-Botschaft „Wir suchen attraktive und stylische Frauen, die aus xxx stammen“ haben wir bewusst auf den Lokalpatriotismus der Medien gesetzt, was die Wahrscheinlichkeit der Berichterstattung erhöht hat. Darum haben wir uns entsprechend auch für regionale Medienpartner entschieden, um diesen besonderen Gedanken des Contests noch zu verstärken und den PR-Effekten in den einzelnen Städten gezielt zu erhöhen.

Was war der Unterschied zu anderen Modelwettbewerben von anderen Modeunternehmen?
Unser Modelwettbewerb war natürlich ein regionalisierter Wettbewerb, der dennoch einen übergreifenden Charakter hatte, da wir in mehreren Städten gleichzeitig nach Nachwuchsmodels gesucht haben. Ein weiterer Unterschied war, dass die Teilnehmerinnen sich sowohl selbst anmelden konnten, als auch gecastet wurden.

Aus wie vielen „Runden“ bestand der Wettbewerb?
Nach der Anmeldephase folgte eine interne Auswahl der besten drei Teilnehmerinnen. Diese drei Finalistinnen wurden dann zu einem Probe-Shooting nach Berlin eingeladen. Darauf folgte erneut eine interne Auswahl der Gewinnerin. Diese wurde dann am Tag der Store-Eröffnung bekannt gegeben.

Was genau beinhaltete der Contest alles für die Kandidatinnen?
Neben einem Wochenende in Berlin mit einem professionellen Foto-Shooting gewannen die Finalistinnen einen Warengutschein von 1982 im Wert von 1000€ für die Gewinnerin und je 200€ für die Zweit- und Drittplatzierte. Außerdem bekamen sie alle ihr Bildmaterial des Shootings. Die Gewinnerin wurde zudem im Store, als auch in der Presse, veröffentlich.

Werden weitere Modelwettbewerbe folgen?
Aktuell ist für die Marke1982 kein weiteres PR-Projekt dieser Art geplant. Aber die Resonanz war sehr gut. Pro Stadt haben ca. 500 Mädchen teilgenommen, also insgesamt ca. 2500.

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Würden Sie dieses „Konzept“ grundsätzlich als gute PR Maßnahme für ein Modeunternehmen beschreiben?
Ja, auf jeden Fall. Modelcontests sind – auch wenn die Idee nicht neu ist – für Modeunternehmen immer wieder eine resonanzträchtige Aktion, da nach wie vor das Interesse von Medien und Teilnehmern sehr groß ist. Die Chance, über einen solchen Wettbewerb erste Erfahrungen im Model-Business zu machen, ist für viele junge Frauen und Mädchen immer noch reizvoll. Gerade regionalisierte Aufrufe bzw. Wettbewerbe von Unternehmen werden dabei stark frequentiert, da hier die Hemmschwelle scheinbar niedriger ist, als sich direkt bei einer Modelagentur um einen Vertrag zu bemühen. Wir haben zahlreiche Veröffentlichungen in den regionalen und überregionalen Medien mit dem Wettbewerb erzielt und zudem deutlich erhöhten Traffic bei den Neueröffnungen gehabt, so dass unser Konzept an dieser Stelle erfolgreich gegriffen hat.

Vielen Dank Frau Melchers!

Fünf Beispiele für Awards als PR-Tool

Modeunternehmen rufen zu Awards und Auszeichnungen auf, um Jungdesigner und Nachwuchstalente zu fördern. Diese Aktionen stellen eine Kür in der PR-Arbeit dar, um die Marke emotional aufzuladen und somit in die Medien zu gelangen. Entsprechend gehören sie zum Arbeitsfeld von Fashion PR Agenturen oder PR-Verantwortlichen aus den Unternehmen. Durch die Awards erweckt das Unternehmen hohes Ansehen in der Gesellschaft und  kann sich in der Medienwelt höher positionieren. Die häufigsten Awards, die verliehen werden  gehen zwar in den Bereich Modedesign, dennoch können die Wettbewerbe auch in andere Bereiche, wie zum Beispiel „Produktdesign“ gehen – vorausgesetzt es passt zur jeweiligen Marke. Im folgenden Text werden fünf Beispiele aus verschiedenen Bereichen zum Thema Förderpreise und Auszeichnungen aufgelistet.

El Botón- Mango Fashion Award
Der Mango Fashion Award „El Botón“ zählt zu einem der weltbekanntesten und angesehensten Awards. Professionalität und Großzügigkeit sind wohl die besten Wörter die diese Auszeichnung beschreiben. Mit einem Preisgeld von 300.000 Euro ist dem Gewinner die Chance gegeben einen großen Schritt in die Selbstständigkeit zu machen. Schon seit 2007 haben die begabten Designer die Möglichkeit  ihre Kollektionen einer angesehenen Jury vorzustellen. Dazu gehören bekannte Designgrößen wie Oscar de la Renta, Valentino, oder auch Jean Paul Gaultier. Das englische Modeportal „Not just Label“ hat sich mit dem spanischen Trendlabel „Mango“ zusammen getan und gemeinsam den „El Botón“- Mango Fashion Award ins Leben gerufen. Dieser findet alle 18 Monate statt und bietet Jungkünstlern die Gelegenheit sich international zu vermarkten und ihre eigene Kollektion produzieren zu lassen.  Nicht nur zeichnet sich der Award durch seine strikte Professionalität aus, sondern arbeitet mit den fünf rennomiertesten Designschulen Europas zusammen: The Central Saint Martins School of Art and Design (London), The Escola Superior de Disseny (Barcelona), das Institut Francais de la Mode (Paris), das Instituto Marangoni (Milan- Paris- London) und The Royal Academyof Fine Arts of Antwerp ( Antwerpen).Die Kollektionen der Talente werden in der Form einer Gala am Ende des Wettbewerbs präsentiert.Der Sieger der 10 Endfinalisten erhält das Preisgeld von 300.000 Euro und kann somit seine eigene Kollektion produzieren lassen und vermarkten. Die restlichen Teilnehmer gehen dennoch nicht leer aus. Diese erhalten von Mango ein Preisgeld von 18.000 Euro, das die Kosten für die Herstellung und Produktion der Kollektion für das Finale deckt.

DfT- Designer for Tomorrow
Der Modedesign Wettbewerb von Peek & Cloppenburg (Designer for Tomorrow by Peek & Cloppenburg Düsseldorf), mit Schirmherr Designer Marc Jabobs, ruft jedes Jahr zum Mitmachen auf.  Zu den Gewinnen gehören ein kostenintensives Förderprogramm und eine eigene Modenschau auf der Fashion Week in Berlin. 2009 wurde dieser Design Wettbewerb ins Leben gerufen und seit 2011 ist der amerikanische Designer Marc Jabobs Schirmherr des Wettbewerbs. Durch ihn hat diese Veranstaltung einen hohen Stellenwert auch international. Die einzigen Voraussetzungen bei diesem Wettbewerb mitmachen zu dürfen sind, dass die Kandidaten das Studium innerhalb der letzten zwei Jahre abgeschlossen haben und bisher noch keine eigene Kollektion im Handel vertrieben haben. Die fünf ausgewählten Teilnehmer werden dann von einer zehn köpfigen Fachjury bewertet. Darunter zählen: Annette Weber (Chefredakteurin der Instyle), Marcus Luft (Fashion Direktor der Gala), Melissa Drier (die deutsche Korrespondentin der Women´s Wear Daily), Dr. Adelheid Rasche (Ausstellungskuratorin und Leiterin der Sammlung Modebild), Prof. Stephan Schneider (Professor für Modedesign an der UDK Berlin), Michael Werner (Chefredakteur Textilwirtschaft), Renato Trzoss (Einkaufsteam Peek & Cloppenburg), Harald Wolf (Bürgermeister und Senator für Wirtschaft, Technologie und Frauen). Die fünf Finalisten bekommen die einmalige Gelegenheit ihre Entwürfe auf der Mercedes Benz Fashion Week in Berlin zeigen zu dürfen. Am Ende der Veranstaltung wird dann der Gewinner gekürt der dann im darauffolgenden Jahr seine Kollektion auf der Berliner Fashion Week präsentieren darf. Dabei muss er sich weder um die Organisation der Schau noch um die Kosten der Produktion kümmern. Die Gewinnsumme von 150.00 Euro beinhaltet das umfangreiche Förderprogramm und wird daher nicht bar ausgezahlt.

Prix Émile Hermès
Der Prix Émile Hermès ruft alle drei Jahre kreative Köpfe weltweit auf, um Objekte von Morgen zu kreieren. Die Stiftung Fondation d’Entreprise Hermès fördert Jungdesigner und unterstützt sie beim Einstieg ins Berufsleben, dabei setzt sie sich für Nachhaltigkeit ein und regt die Jungdesigner zu neuen und kreativen Denkansätzen an. 2008 wurde der Kreativ – Wettbewerb erstmals ins Leben gerufen und fördert bildende Künste, sowie Innovationen und sinnvolle Designlösungen für die „schnelllebige Welt“. Das genaue Thema für den Wettbewerb wird mal zu mal geändert und variiert. 2008, zum Beispiel, sollten die Kandidaten innovative Objekte zum Thema „Die Leichtigkeit des Alltäglichen“ designen. Insgesamt haben die ausgewählten Finalisten drei Monate Zeit einen Prototyp zu ihrem Thema zu entwickeln. Die Jury, die aus Designern, Journalisten und aus Kuratoren besteht, bewertet die Kreationen nach der Relevanz für die aktuellen und zukünftigen Bedürfnisse der Gesellschaft. Die Gewinner werden jeweils im Herbst gekürt.  Dabei darf sich der Erstplatzierte über eine Gesamtsumme von 50.000 Euro freuen, der Zweitplatzierte über ein Preisgeld von 25.000 Euro und der Drittplatzierte über einen Wert von 15.000 Euro. Kenntnisse in der industriellen Fertigung, sowie der Ansatz für umweltfreundliche Herstellung der Objekte und die handwerklichen Fähigkeiten sind Voraussetzungen um bei diesem Award mitmachen zu dürfen.

Design Preis für „grüne“ Mode
Humanity in Fashion Award –  So nennt man den Design- Preis für die sogenannte „grüne“ Mode. Bei dieser Auszeichnung werden Jung und Nachwuchsdesigner gefördert, die nachhaltige Mode entwerfen. Deutschlands größtes Naturlabel „hessnatur“ rief den Preis 2010 erstmals ins Leben und wird seitdem jährlich vergeben. Der Gewinner erhält eine Fördersumme  von 25.000 Euro und erstellt exklusiv eine Woman Capsule Collection für das Naturlabel, welches eine Plattform für ökologische und faire Kleidung schafft und vor allem aber ermutigt, den Konflikt zwischen der Schnelllebigkeit der Modewelt und der geforderten Langlebigkeit einer „Fair Fashion“ zu lösen. Der Humanity in Fashion Award wird einmal jährlich im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung zur Berlin Fashion Week vergeben. 2012 erhielt Sandra Goldmann den Humanity in Fashion Award.

HDS Junior Award

Anlässlich zur letzten GDS in Düsseldorf, wurde der  HDS Junior Award  schon zum zweiten Mal in Kooperation  mit der Schuhmesse an einen Jungdesigner verliehen. Das Motto hieß diesmal „Hightech meets Fashion“. Gestiftet wird der HDS Junior Award vom Ministerium für Wirtschaft, Klimaschutz, Energie und Landesplanung Rheinland Pfalz. Mitmachen durften Jungtalente nationaler und internationaler Herkunft. Dabei richtete sich der Aufruf zur Auszeichnung an Studenten, die im Bereich Mode und Design tätig sind und an Nachwuchskräfte in den Betrieben. Die Jury beurteilte die Arbeiten nach Kriterien wie: Kreativität/ Originalität, Innovation und fachgerecht Umsetzung/ technische Perfektion. Dabei war aber vor allem wichtig, dass die Schuhe tragbar waren. Die Jungdesigner durften sich aussuchen welche Art von Schuh sie kreieren: Damen-, Herren,- und Kinderschuhe, Haus-, Sportschuh, Clogs, Sandalen, Stiefel. Der HDS Junior Award 2012 wurde mit einem Preisgeld von 2.500 Euro ausgestattet.

Nachgefragt bei Miriam Müller, JOY.DE

Was ist der konkrete Unterschied zwischen einer Produktveröffentlichung in der Printausgabe der Joy und auf Joy.de?
Der gravierendste Unterschied ist, dass wir im Onlinebereich oft Produkte in Serien veröffentlichen, während in der Printausgabe auch gerne mal Einzelprodukte abgebildet werden. Bei uns ist es natürlich themenabhängig, wenn es zum Beispiel um das Thema Sonnenschutz geht, haben wir eine ganze Reihe an Produkten die wir publizieren.

 

Wie entscheiden Sie, welche Produkte Sie auf joy.de veröffentlichen?
Wie schon erwähnt haben wir einen Themenplan an dem wir uns orientieren und an den wir uns halten. Man erhält natürlich sehr viele Produktvorschläge von Agenturen, die wir sammeln und wenn sich ein Thema ergibt, veröffentlicht werden.

Und woher wissen Sie, was zu Ihren Userinnnen passt?
Die Joy-userin ist eher verspielt. Sie liebt süßes und mädchenhaftes. Das merkt man vor allem wenn wir etwas glitzerndes von Hello Kitty auf unserer Facebook Seite posten- da bekommen wir die stärkste Resonanz.

Orientieren Sie sich an Veröffentlichungen in anderen Internetportalen?
Natürlich schaut man sich bei der Themenfindung oder zur Trendrecherche die Seiten der Konkurrenz an und lässt sich inspirieren.

Lesen Sie die Fachpresse (Textilwirtschaft & co.) um sich zu informieren?
Wenig! Die Inhalte sind sehr Branchen spezifisch. Anders als in der Printausgabe sind wir bei joy.de nur zu zweit und sind nicht spezialisiert auf einen bestimmten Bereich. Wir machen von Mode über Beauty und Stars alles und haben leider zu wenig Zeit um tief gehend eine einzelne Disziplin zu recherchieren.

Was sollte ein PR-Verantwortlicher besser nicht tun, weil es Sie stört?
Ich persönlich finde es immer sehr störend, wenn man riesige Emails von Agenturen mit allen möglichen Produkten erhält, die man gar nicht angefragt hat.

Und was hingegen ist ein guter Service, der die Wahrscheinlichkeit eines Abdrucks erhöht?
Ich bevorzuge ein kurzes Telefonat, in dem gefragt wird, was wir bei unseren einzelnen Themen gebrauchen könnten. Es gibt natürlich Dinge wie Bademode oder Dessous, die immer gehen.

Was nutzen Sie für Ihre Arbeit am intensivsten: a)Gedruckte Lookbooks und Pressemappen b)Emails mit Anhang c)Den Pressebereich auf Websites der Unternehmen?
Also wir nutzen hauptsächlich zwei Dinge. Die Lookbooks die wir zugesendet bekommen, werden natürlich gesammelt, damit sie griffbereit sind. Bildmaterial und Freisteller werden von den CDs auf unseren Server geladen und geordnet Die Pressebereiche auf Websites nutzen wir eigentlich nur wenn wir etwas ganz bestimmtes suchen und genau wissen, dass wir es bei einer bestimmten Agentur gesehen haben.

Nutzen Sie auch Social Media-Tools für Ihre Arbeit?
Wir nutzen Facebook sehr stark für unsere Fans und sind dort sehr aktiv. Außerdem haben wir eigene Videos auf joy.de. Mit Twitter haben wir mal angefangen aber es war leider zu marginal.

Ist Ihnen in Bezug auf das Verhältnis von Medien zu Pressestellen, im Laufe Ihrer Karriere eine Veränderung der Branche aufgefallen?
Es fällt besonders auf das der Onlinebereich immer wichtiger wird. Auch Apps und Tablet PCs bieten heute ganz neue Möglichkeiten. Im Bezug auf die Arbeit mit PR Agenturen hat sich die Arbeit in den letzten Jahren durch das Internet sehr vereinfacht. Jeder kann Dropbox verwenden- das ist eine wahnsinnige Erleichterung.

Wie wichtig schätzen Sie das Medium Joy, für die Beziehung zu Fashion PR Agenturen ein?
Die Joy ist natürlich in Deutschland sehr bekannt und etabliert. Bisher gab es keine Probleme Produkte zu erhalten.

Nachgefragt bei Oliver Rauh, HYPE MAGAZINE

Fashion Director, Stylist, Modeberater- Oliver Rauh (46) war bereits während seines 
BWL Studiums Pressechef der Bendel Gruppe; übernahm mit 23 die Marketing- 
Leitung und produzierte die ersten Kampagnen die in Titeln wie Vogue und Elle zu sehen waren. Nach 
seinem Ausstieg als Advertising Director bei Hugo Boss war er auf Agenturseite als Creative Director tätig, bevor er im Zeitschriftenbusiness erfolgreich als erster Modechef der QVEST startete….heute ist er neben HYPE als freier 
Redakteur bei diversen internationalen Magazinen und Unternehmen der Mann für Stil und macht sich zwischen Paris und München einen 
Namen als Fotograf.

Wie entscheiden Sie, welche Produkte im Heft veröffentlicht werden?
In den Modestrecken geht es natürlich erst einmal um den optimalen Look für die Story die man erzählen möchte. Dennoch versuchen wir Anzeigenkunden beziehungsweise potentielle Neukunden zu integrieren.

 Woher wissen Sie, was zu den HYPE-Lesern passt?
Die HYPE-Leser oder Leserin suchen und finden uns und wir haben den HYPE Look festgelegt.

Orientieren Sie sich an Veröffentlichungen in anderen Medien?
Eher nicht. Man nutzt natürlich Ausrisse als Moods und Inspiration für Haare und Make-up oder Posing.

Lesen Sie die Fachpresse (Textilwirtschaft & co.) um sich zu informieren?
Nein. Dafür gibt es den online Kressreport und nicht zu vergessen, Lookbooks und Pressetage. Die Textilwirtschaft hat eine ganz andere Herangehensweise.

Was sollte ein PR-Verantwortlicher besser nicht tun, weil es Sie stört?
Besonders störend ist es wenn man eine bestimmte Kollektion für ein Fotoshooting anfragt und trotzdem einfach viel mehr zugeschickt bekommt als für uns relevant ist. Das ist für keine Seite hilfreich.

Und was hingegen ist ein guter Service, der die Wahrscheinlichkeit eines Abdrucks erhöht?
Ein sehr guter Service von PR- Agenturen ist zum Bespiel, dass sofern ein Wunschlook nicht vorhanden ist eine gezielt ausgesuchte Alternative bereitgestellt wird. 
Außerdem ist es sehr angenehm wenn Frachtbriefnummern weitergegeben werden und man bei laufenden Anfragen zu gewissen Stücken ein täglicher Status Quo durchgegeben wird.

Was nutzen Sie für Ihre Arbeit am Intensivsten: a)Gedruckte Lookbooks und Pressemappen b)Emails mit Anhang c)Den Pressebereich auf Websites der Unternehmen?
Das kommt ganz darauf an: Für Modestrecken nutze ich die gedruckten Lookbooks, für Berichte etc. eher die Pressemappen und Infomails der PR-Abteilungen.

Nutzen Sie Social Media-Tools fr Ihre Arbeit und falls ja, wie und welche?
Social Networks wie Facebook helfen heute sich zu präsentieren dennoch tendiere ich persönlich wieder zur Homepage.

Ist Ihnen im Laufe Ihrer Karriere eine Veränderung der Branche aufgefallen – in Bezug auf das Verhältnis von Medien zu Pressestellen?
Ja. Noch vor 15 Jahren war der Druck seitens der Anzeigenkunden eher gering. Anzeigen wurden gebucht, weil das Medium zum Image der Marke und zur Zielgruppe passte. Heutzutage wird bei Schaltung einer Anzeige meist auch ein gewisser Grad an redaktioneller Erwähnungen erwartet. Die journalistische Freiheit wird ein wenig eingeschränkt.

Wie wichtig schätzen Sie das Medium HYPE für die Beziehung zu Fashion PR Agenturen ein?
Das HYPE Magazine ist ja noch relativ jung und das Vertrauen in das Heft musste erst aufgebaut werden. Das Vertrauen der Agenturen zu mir war wichtig um manch große Marken schon vor einem offiziellen Listing zu bekommen

Presse-Events in der Fashion PR

Ein wichtiges Aufgabenfeld in der PR ist die Kontaktpflege mit Redakteuren und Journalisten. Der beste Anlass: ein Presse-Event. Eine Übersicht über die wichtigsten Veranstaltungen in der Fashion PR

Redaktionsbesuche
Sie sind keine klassischen Events, aber Redaktionsbesuche bieten nicht nur den PR-lern, sondern auch den Journalisten viele Vorteile und sind deshalb auf beiden Seiten sehr beliebt. Sie dauern im Schnitt nicht länger als 15-30 Minuten und sind individuell planbar. Sie stellen einen persönlichen Kontakt zwischen Agenturen und Redakteuren her. So entsteht auch eine persönlichere Atmosphäre, in der offen Informationen über Kunden und Zeitschrift ausgetauscht werden können. Mittels Redaktionsbesuchen schaffen es PR Mitarbeiter in ein bis zwei Tagen alle wichtigen Redaktionen einer Region zu besuchen. Selbst wenn sie dabei gemeinsam mit Modells reisen, Geschenke und Essen als Präsente mitbringen, bleiben die Kosten weit unter denen einer groß aufgezogenen Pressekonferenz.

Die Journalisten sind diesen Besuchen nicht abgeneigt, denn sie können diese Besuche individuell planen und müssen nicht zusätzlich irgendwohin reisen. Dem PR-ler bleibt zwar weniger Zeit für die Präsentation, aber in diesem Fall steht die Kontaktpflege im Vordergrund, und noch persönlicher geht es kaum. Der Nachteil: die Gespräche finden meist im Verlag statt. Wer also das Produkt mit Emotionen und Branding in den Mittelpunkt stellen will, sollte ein echtes PR-Event wählen.

Roundtable
Ein Roundtable wird nicht zwangsläufig veranstaltet um Veröffentlichungen zu generieren. Hierbei trifft sich ein kleiner Kreis an zwei Journalisten mit einem Vertreter eines Unternehmens und einem Experten aus dem Fach, um beispielsweise über neue Produkte und Sachverhalte zu diskutieren. Die Vorteile dabei sind, dass hierfür nur ein geringes Budget nötig ist und viel Zeit bleibt, um Hintergründe genau zu erläutern und darzustellen. Daneben sind allerdings auch nur wenige Journalisten anwesend, was bedeutet, dass möglicherweise nicht sehr viele Medien angesprochen werden.

Pressereise
Eine Pressereise erfordert eine aufwendige Organisation für die PRler und auch für die Journalisten ist sie mit einem hohen Aufwand verbunden. Einen hohen Aufwand an Zeit. Und wer so viel Zeit für ein Event aufbringt und dem dabei beispielsweise noch spektakuläre Shows und Präsentationen geboten werden, ist am Ende gegebenenfalls eher geneigt, darüber zu berichten. als das er oder sie es vielleicht nach einem Redaktionsbesuch getan hätten. Für die Veranstalter bedeutet ein solches Event zwar je nach Aufwand und Teilnehmer hohe Kosten, verschafft ihr aber auch eine lange Kontaktzeit zu den Journalisten in einem relativ persönlichen Rahmen. Zudem bleibt ausreichend Zeit für spektakuläre und exklusive Shows und Präsentationen. Aber trotz toller Show und bester Unterhaltung gilt: Der Newswert muss entsprechend hoch sein, damit nachher auch eine entsprechende Berichterstattung erfolgen kann.

Pressekonferenz
Der Vorteil einer Pressekonferenz ist, dass viele Journalisten gleichzeitig informiert werden. Allerdings muss der Newswert für den Anlass so hoch sein, dass auch wirklich viele Redakteure kommen und anschließend darüber berichten. Um möglichst viele Besucher zu erreichen, bedarf es bei der Pressekonferenz einer Organisation vieler verschiedener Faktoren. So muss beispielsweise der richtige Ort festgelegt werden. Mit vielen Parkmöglichkeiten und einem guten Zugang mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Gäste müssen frühzeitig informiert werden. Getränke, Snacks und Utensilien für Journalisten müssen bereit gestellt werden.

Die Pressekonferenz ermöglicht es den Veranstaltern eine Dramaturgie in ihre Präsentation zu bringen, um somit die gewünschte Aufmerksamkeit zu erhalten. Unternehmen können so Produktneuheiten oder Umstrukturierungen publik machen, oder sich zu Vorfällen und Sachverhalten äußern.

Press Day / Showroom einer PR-Agentur
Der Klassiker der Fashion PR-Agenturen. Ein solches Event ermöglicht es PR Mitarbeiter an einem Tag verschiedene Marken und Kollektionen an die Presse zu bringen. Dies klappt jedoch nur, wenn die Kollektionen für die Öffentlichkeit relevant genug sind. Kann man solch eine Auswahl präsentieren, ist es möglich gegebenenfalls auch kleinere unbekanntere Marken mit einzubringen. Die Darstellung der Produkte ist hierbei aber wenig emotional.

Vorteil bei dieser Veranstaltung ist, dass Redakteure und Journalisten direkt Musterteile ordern können und somit gleichzeitig Feedback zu den Kollektionen geben. Das Budget für ein solches Event ist im Vergleich zu einem Brand Event ebenfalls niedrig.

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Modenschau
Die emotional beste Art Mode in der Fashion PR darzustellen ist sicherlich die Modenschau. Hierbei könne die Kollektionen individuell, mit höchster Dramaturgie und emotionaler Bindung an den Käufer präsentiert werden. Je nach Aufwand erfordert das allerdings ein hohes Budget und lohnt sich nur, wenn auch genügend Journalisten anwesend sind und darüber berichten.

Shop Openings
Ein erfolgreiches Shop Opening färbt sofort auf die Marke und den Point of sale ab. Wichtig dabei ist vor allem die Zielgruppe. Es gibt Marken, die beispielsweise bewusst auf Blogger setzten. So sollten diese wissentlich eingeladen werden. Andere Marken, die sich davon bewusst distanzieren, setzten eher auf seriöse Journalisten.

Wie alle Events, ist die größe und Umsetzung eines Shop Openings auch eine Frage des Budgets. Regionale Veranstaltung lassen sich im fünfstelligen Bereich realisieren. Events mit prominenten Gästen und bundesweitem Medienecho liegen meist deutlich darüber.

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Messe-PK
Eine Pressekonferenz inmitten einer Messe bietet einen entscheidenden Vorteil: Journalisten sind bereits vor Ort und müssen nicht extra geladen werden. Sie müssen keinen weiteren Termin einplanen und sparen somit wertvolle Zeit. Der Nachteil: die Konkurrenz auf einer Messe wie beispielsweise der Bread & Butter ist sehr groß und meist können die Redakteure gar nicht alle Einladungen annehmen. Es sind einfach zu viele.

Hier gilt wie bei allen PR-Events: Der Rahmen muss passend sein. Aber noch wichtiger ist der Inhalt.

Die Kunden im Blick: Das 14oz. in Berlin

14 oz. gilt inzwischen als Berlins erste Adresse für hochqualitative Denims, zeichnet sich durch ein exklusives Brand Menu und eine geradlinige Philosophie aus. Mit Daniel Werner sprach ich über Strategien und Maßnahmen den Kundenstamm zu halten und zu erweitern.

Sie haben sich inzwischen einen festen Kundenstamm aufgebaut. Auf welche Art und Weise haben sie Ihren Kundenstamm gefestigt? Und wie pflegen Sie die Bindung zu Ihren Kunden?
Die im 14 oz. erhältlichen Marken vertreten eine bodenständige, geradlinige Philosophie und stehen für ein kompromissloses Versprechen an Wertbeständigkeit und Nachhaltigkeit. Mit unseren Kunden verbindet uns ein gemeinsames Lebensgefühl um Tradition, Individualität und Authentizität. Einkaufen im 14 oz. bedeutet Erfahren und Erleben – durch seinen besonderen, kundenfreundlichen Service schafft das 14 oz. eine unvergleichliche Atmosphäre des Komforts und der Wertschätzung. Die regelmäßige, kontinuierliche Kundeninformation zu Produktneuheiten und Events über verschiedene Kommunikationskanäle nimmt im 14 oz. entsprechend einen wichtigen Stellenwert ein.

Auf der 14 oz. Website können sich die Kunden über Philosophie, Portfolio und Geschichte des 14 oz. Stores informieren.  Eine feine Fotoauswahl vermittelt Neukunden visuell die Atmosphäre des Stores und des 2nd floors, der für Private Shopping und Präsentationen genutzt wird. Auf der Website eingebettet befindet sich der 14 oz. Blog, auf dem umfassendere Hintergrundinformationen zu Highlights und Marken mit Blick auf die individuellen Besonderheiten bereitgestellt werden.  14 oz. bietet ebenfalls einen Newsletter Service – unsere Kunden können sich dafür online über die Website oder direkt im Store anmelden.

Was ist neben der Auswahl der Marken und Produkte, die Sie führen, das Geheimnis Ihrer erfolgreichen Positionierung? Wie wichtig ist PR für Ihre Positionierung?
Die Leidenschaft für Qualität und Beständigkeit, die bei der Produktauswahl an oberster Stelle steht, wird in der Positionierung des Stores und der aktiven PR-Arbeit umgesetzt. Das 14 oz. unterhält exzellente Verbindungen zur internationalen Fach- und Publikumspresse und steht in regelmäßigem Austausch mit den Journalisten. Mit gezielten Pressemittelungen werden diese über Neuigkeiten und Events informiert. Pressematerialien, wie z.B. das umfangreiche Presse Dossier und Store Fotos werden kontinuierlich ergänzt, aktualisiert und auf Anfrage versendet. Besonders während der BREAD & BUTTER, wenn sich die internationalen Protagonisten der Modebranche und Pressevertreter in Berlin aufhalten, finden im 14 oz. verschiedene Veranstaltungen und besondere Highlights statt. Auch werden die Räumlichkeiten, insbesondere der 2nd floor vereinzelt für besondere Events vermietet oder im Rahmen von Private Shopping Appointments zur Verfügung gestellt.Mit diesen Maßnahmen konnte das 14 oz. seine starke und in der Branche einzigartige Positionierung bei den Pressevertretern und bei den Kunden ausbauen. Für die Eröffnung des zweiten 14 oz. Stores im Haus Cumberland auf dem Kurfürstendamm werden wir an der bestehenden und bewährten Kommunikationsstrategie festhalten.

Sie halten Ihre Kunden über Facebook auf Laufenden, informieren über neue Produkte und treten mit Ihren Fans in Kontakt. Welche Bedeutung hat die 14 oz. – Facebook-Seite?
Facebook ist ein wichtiges Medium, um unsere internationalen Kunden kontinuierlich und schnell über aktuelle Produkte, Events und Sales-Aktionen zu informieren. Die Resonanz ist sehr positiv und ermöglicht uns unkompliziert, mit den Kunden in Kontakt zu treten, unabhängig von Ort oder Zeit.

Welches Konzept steht konkret hinter Ihren Bemühungen im Bereich Social Media? Wie hoch ist der Aufwand dahinter?
14 oz. Store vernetzt sich zum Einen mit Marken, die im Laden geführt werden sowie mit befreundeten Stores, Agenturen, Journalisten und Blogs. Die Community, die das im 14 oz. geführte Markenportfolio schätzt, ist sehr gut und digital vernetzt, so dass ein regelmäßiger Austausch für alle Beteiligten wertvoll ist. Unsere Kunden werden pro Woche mit mehreren Posts  versorgt und informiert. Inhalte sind u.a. Produkte mit aktuellem Themenbezug, Pressestimmen über das 14 oz. und Ankündigungen der Events oder Sales-Aktionen.Konkrete Anfragen zu Größen, Verfügbarkeit oder Bestellungen, die uns per „Kommentar“ oder „Personal Message“ erreichen, werden von der Pressestelle zur umgehenden Bearbeitung an den Store weitergeleitet.

Seit etwas mehr als einem Jahr geben Sie außerdem einen sehr umfangreichen Katalog über Ihr Sortiment heraus. Was genau erwartet Ihre Kunden in dem Printwerk?
Die Kunden erwartet eine Publikation, in der die im 14 oz. erhältlichen Marken in besonderer Form präsentiert werden. Die 14 oz. Publikationen sind produktorientierte Wegweiser durch das außergewöhnliche Markenkonzept des 14 oz., und der Leser erhält einen tiefen Einblick in die jeweilige Philosophie und Geschichte der Marke: in erster Linie saisonunabhängige Klassiker, die die Grundlage des Markenportfolios darstellen, sowie ausgewählte Highlights der aktuellen Kollektionen. Zum jetzigen Zeitpunkt werden die Printpublikationen überarbeitet, zum jetzigen Zeitpunkt liegt der Fokus auf dem Ausbau der digitalen Medien.

In Ihrem Webshop hingegen findet man nur wenige Teile. Warum bauen Sie diesen nicht aus?
Der Webshop wurde bewusst für eine selektierte Auswahl an exklusiv für das 14 oz. aufgelegten  Sondereditionen eingerichtet. Die Produkte, die im 14 oz. erhältlich sind, zeichnet ein ausgeprägtes Bewusstsein für höchste Qualität, in kleinen Manufakturen und teilweise von Hand gefertigte, individuelle Stücke und ein unverwechselbarer, authentischer Stil aus. Im 14 oz. steht das Produkt und der Service im Mittelpunkt, und mit dem Webshop möchten wir dem Kunden eine erklärende Einführung zu seinem Produkt vermitteln. Beim Online-Kauf kann das Gefühl des Einkaufserlebnisses und des Erfahren des Produktes nie eins zu eins vermittelt werden; beim 14 oz. Webshop handelt es sich um ein ergänzendes Angebot. Das persönliche Einkaufserlebnis kann das Internet nicht ersetzen.

Welches Ziel verfolgen Sie mit einem Katalog oder einem Kundenmagazin? Wen soll es konkret ansprechen? Wie ist die Resonanz?
Unsere Printpublikationen bringt den Kunden das Markenportfolio des 14 oz. näher und informiert sie über Neuheiten. Er richtet sich sowohl an die Stammkundschaft, die den Katalog automatisch und kostenfrei per Post erhält, aber auch an neue Kunden und natürlich auch an die Presse. Von allen Seiten ist die Resonanz auf unsere Publikationen durchweg positiv, hier spielt auch das haptische Erleben, wie beim Produkt selbst, eine große Rolle. Neukunden, die durch Berichterstattung in diversen Medien auf die Publikation aufmerksam werden, können den Katalog direkt im Store erhalten, darüber hinaus steht der Katalog auch online auf der 14 oz. Website zur Verfügung. Durch diese Maßnahme konnten wir unseren internationalen Kundenstamm einmal mehr erweitern und die 14 oz. Philosophie in die Welt tragen.

Nachgefragt bei Isabel Faiss, X-Ray

Als Fachmedium beleuchtet X-Ray die Modewelt von einer anderen Seite. Das Magazin berichtet über Hintergründe und Fakten aus der Modebranche, für die Modebranche. Ich durfte mit der Redakteurin Isabel Feiss über ihre Aufgaben im Redaktionsalltag, die Idee und Inhalte des Magazins und kleine und große Fehler von PR‘ lern sprechen:

Frau Faiss, wie wird man Fachredakteurin?
Dafür gibt es wahrscheinlich keinen universellen Karriereweg. Daher kann ich nur sagen, wie ich ihn gegangen bin: nach der Ausbildung als Modejournalistin habe ich bei verschiedenen Mode- und Lifestylemagazinen gearbeitet. Sich die nötigen Fachkenntnisse anzueignen erfolgt dann ganz klassischdurch „Learning by Doing“ und durch das Führen unzähliger Gespräche mit Experten aus der Branche.

An welche Zielgruppe wendet sich X-ray und in welchen Ländern erscheint das Magazin?
X-ray richtet sich als Modefachmagazin in erster Linie an den Fachhandel, also an Modehändler, Inhaber von Fashion Stores und Onlinehändler. Daneben sprechen wir aber natürlich auch die Industrie und alle Entscheidungsträger der Branche an. X-ray erscheint viermal jährlich auf Deutsch und auf Englisch. Im Fokus stehen die Länder Deutschland, Österreich und die Schweiz. Das Heft erscheint zudem auch in Italien, den Niederlanden, Belgien, Luxemburg, Dänemark, Schweden, Großbritannien und Irland.

Als Fachmedium berichten Sie früher als Publikumstitel über Trends. Was unterscheidet sie sonst noch von Modemagazinen wie der Vogue?
„Aus der Branche für die Branche“ ist das Motto. Im Gegensatz zu Titeln wie der Elle, der InStyle oder der Vogue berichtet X-ray über Hintergründe, wirtschaftliche Entwicklungen, marktrelevante Veränderungen und Tendenzen, die für alle Marktteilnehmer wichtig sind. Bei jeder Themenkonferenz stellen wir uns die Frage: Welchen Mehrwert hat der Leser von dieser Story? Vielleicht ist es anhand eines Beispiels schöner zu erklären: Während eine Redakteurin der Elle mit Henrik Vibskov tendenziell über seine aktuelle Kollektion spricht, würden wir uns darüber hinaus mit Rike Döpp von Agency V in Berlin über die tatsächlichen Verkaufszahlen unterhalten. Oder mit zwei, drei Referenzstores wie WoodWood in Berlin über die veränderte Nachfrage skandinavischer Streetwear im deutschen Markt. Oder mit der Produktionsstätte über die Möglichkeit ökologischer Herstellungsprozesse, Innovationen in der Vorstufe und auf Materialebene. Einfach gesagt: Während Publikumstitel über das Stück Stoff als fertiges Produkt berichten, fängt für uns die Thematik weit hinter dem Stoff an. Wir beleuchten alles, was vor und hinter dem Endprodukt liegt. Wir sprechen über Entscheidungen, die wichtigsten Personen der Branche und ihre Strategien, wir verfolgen Geldflüsse und die Gesamtauswirkungen im Markt.

Die X-ray erscheint nur vier Mal im Jahr. Warum haben Sie diese Taktung gewählt?
Wir haben den Rhythmus unseres Heftes dem Rhythmus der Branche versucht anzupassen. Zweimal im Jahr, im Januar und Juli finden die wichtigsten Modemessen statt. Dort berichtet die Branche über die übernächste Saison. Zu diesen Messeterminen erscheint je eine Ausgabe. Im direkten Anschluss an die Messe beginnt für Modehändler die wichtige Orderphase. Um sie in ihren Entscheidungsprozessen optimal zu unterstützen und zu begleiten, bringen wir zu diesem Termin zwei weitere Ausgaben raus.

Was genau beinhaltet Ihr Aufgabenbereich im Redaktionsalltag?
Das beinhaltet in erster Linie die Recherche von redaktionellen Inhalten, die zu 95 Prozent über Gespräche mit Experten aus verschiedenen Bereichen der Branche erfolgt. In X-ray wollen wir möglichst viel Meinung und Haltung publizieren, daher stehen Menschen und ihre persönliche Meinung immer an erster Stelle. Nach der Recherche fasse ich die Ergebnisse zu Texten zusammen. Hinzu kommt der organisatorische Ablauf der Heftproduktion, den wir als Team gemeinsam begleiten.

Wie informieren Sie sich über Neuigkeiten?
Hauptsächlich über Gespräche auf Messen, auf Pressetagen und mit Kollegen. Zusätzlich ist man als Journalist in vielen Verteilern gelistet und erhält fast im Minutentakt Pressemeldungen zu aktuellen Ereignissen.

Nutzen Sie Social Media Tools für Ihre Arbeit?
Nein. Die meisten Social Media Tools bewegen sich inhaltlich in einer anderen Zeit. Wir sind thematisch immer mindestens ein Jahr voraus. Foren und Blogs greifen daher überwiegend Themen auf, die für uns schon nicht mehr relevant sind. Zudem liegt für mich ein entscheidender Nachteil dieser Tools in der Willkür der Betreiber hinsichtlich des Datenschutzes. Vorteile ergeben sich durch solche Tools nur dahingehend, dass sie mir meinen Joballtag erleichtern, durch die Möglichkeit, mit Autoren am anderen Ende der Welt zu kommunizieren. Für redaktionelle Themen profitiere ich kaum.

Wie entscheiden Sie, welche Storys im Heft veröffentlicht werden?
Wir stellen uns immer die Frage, was unsere Leser, also hauptsächlich Entscheidungsträger aus dem Fachhandel und dem Einkauf, an einer Thematik interessiert. Oder ob es Themen gibt, die der Branche gerade auf der Seele brennen.

Sie produzieren auch Fotostrecken. Wonach wählen Sie die Produkte aus, die gezeigt werden?
Wir wählen Produkte nach Themen aus, die wir aufgrund unserer Recherche definiert haben. Ein großes Thema der letzten Ausgaben war beispielsweise die auffälligen stilistischen Veränderungen in der New Menswear. Dazu haben wir dann auch eine Modestrecke umgesetzt. Unsere Editorials richten sich meistens an großen Geschichten im Heft aus.

Was würden Sie als klassischen Fauxpas eines PR Verantwortlichen bezeichnen, der versucht eine Meldung oder ein Produkt in Ihrem Magazin zu platzieren?
Leider merke ich immer wieder, dass PR-Agenten über ihre Kunden und deren Produkte nur oberflächlich informiert sind. Für mich ist es ärgerlich, wenn ich eine Pressemeldung bekomme, die Fragen aufwirft und ich auf diese Fragen dann zeitnah keine fundierten Antworten bekomme. PR-Agenten sind unsere erste Anlaufstelle, wenn wir Informationen brauchen. Diese Informationen sollten dann aber auch abrufbar und belegt sein. Ein gut informierter PR-Berater, der mir zu seinem Kunden wirklich spannende Infos geben kann und voll und ganz hinter dem Thema oder der Marke steht, hat die besten Chancen. An so einen Ansprechpartner wende ich mich dann regelmäßig mit Anfragen. Eine Pressemitteilung, die in sich widersprüchlich ist oder vage Aussagen enthält, hat keine Chancen. Zeitverzögerungen können wir uns in unserem Job nicht leisten. Eine Anfrage an eine PR-Agentur sollte innerhalb eines Tages beantwortet sein, zumindest mit einem Lebenszeichen des Angesprochenen. Am besten sind Pressemitteilungen, die sich auf das Wesentliche beschränken, kurz und knapp formuliert sind, einen Link zum direkten Ansprechpartner für weitere Fragen enthalten und immer Bildmaterial beinhalten das auch druckfähig ist.

Vielen Dank, Isabel Faiss.

Eine Checkliste für Pressekonferenzen

Auch für PKs gilt: Prominente füllen das Haus. Hier Björn Borg und John McEnroe bei der Präsentation ihrer Unterwäschelinien

Blitzlichtgewitter, unzählige Journalisten und Fernseh-kameras. Die Reporter kämpfen um Aufmerksamkeit, um ihre nächste Frage stellen zu dürfen. Vor ihnen sitzen zwei Sportstars auf dem Podium. Anlass ist die Lancierung ihrer Underwear-Kollektionen, zu der – passend für die beiden Tennishelden – nach Wimbledon eingeladen wurde.

Aber auch ohne Stars gilt: Der Grundaufbau folgt bei allen Pressekonferenzen einem Muster, diese werden aber je nach Anlass und Thema entsprechend abgewandelt. Die Devise lautet: Man muss die Regeln kennen, erst dann darf man sie brechen.

Pressekonferenzen sollte man nur veranstalten, wenn der Newswert hoch genug ist. Dann berichten auch die Medien.

Eine Pressekonferenz wird als Kommunikationsmittel im PR-Bereich genutzt. Der Anlass ist immer ein aktuelles Thema des Zeitgeschehens. Hierzu laden beispielsweise Politiker, Prominente, Institutionen oder Unternehmen Vertreter von Massenmedien, wie Presse und Fernsehen ein. Stellvertretend für die Veranstalter halten Podiumsgäste eine Rede, die von einem Moderator geleitet wird. Die Sprecher können Experten, Manager, Pressesprecher oder unter Umständen die jeweiligen Personen selbst sein. Es gibt positive und negative Anlässe für eine Pressekonferenz. Beispiele sind Stellungnahmen oder Ankündigungen von Events oder Produktlancierungen. Zum Schluss einer Pressekonferenz haben die Vertreter der Massenmedien die Möglichkeit noch offene Fragen zu stellen. Mit einer Pressekonferenz präsentiert sich eine Marke oder Person, daher ist eine gute Vorbereitung und Planung sehr wichtig. Egal ob in einer Fashion PR Agentur oder in der PR-Abteilung eines Unternehmens: Für die Planung eines solchen Events ist eine Checkliste hilfreich.

Pressekonferenz Checkliste