Pressewebsites im Usability-Test

Der „Press“-Button: Eine Verlinkung zur Pressewebsite. Fast jedes Unternehmen besitzt ihn, doch nicht jeder Klick darauf bewirkt das Selbe. Dennoch soll dieser Bereich des Online-Auftritts bei jedem Unternehmen den gleichen Zweck erfüllen: Positive Neuigkeiten über das Unternehmen kommunizieren und somit Journalisten informieren sowie das Verfassen von Meldungen, Artikeln etc vereinfachen. Können alle Pressewebsites diesem Anspruch gerecht werden? Wir haben 10 Pressewebsites von führenden Modeunternehmen untersucht und kritisch beurteilt.

Wie gut erfüllen die fünf Modelabels Samsoe Samsoe, Tiger of Sweden, Cheap Monday, Desigual und  Pepe Jeans Kriterien wie z.B. Aktualität, Übersichtlichkeit und viele inhaltliche Aspekte? Das für unsere Analyse elementarste Kriterium war der Zugang: Ist er frei für alle Besucher der Website gestattet oder dient dieser Bereich ausschließlich dem Informieren von Journalisten?

Das schwedische Unternehmen Tiger of Sweden und das dänische Label Samsoe Samsoe bieten freien Zugang zur Pressewebsite. Bei beiden Marken erwartete uns eine äußerst übersichtliche und gut strukturierte Seite. Während die Presseseite von Samsoe Samsoe viele Bilder zeigt und die Texte meist nur zum Download zur Verfügung stehen, findet man bei Tiger of Sweden eine Variation aus kurzen und langen Texten. Außerdem bieten beide Labels die Möglichkeit das aktuelle Lookbook und weitere Bilder der aktuellen Kollektion herunterzuladen.  Die Pressewebseiten überzeugten außerdem noch mit Ihrer angewandten Sprachlichkeit. Beide waren dem Unternehmen und somit der Zielgruppe angepasst. Da es sich um „junge Mode“ handelt, war auch die Sprache jung, lebendig, harmonisch und bei Samsoe Samsoe harmonierte die Wörterwahl oft sogar mit den Bildern. Für weitere Fragen im Bereich PR weisen beide Unternehmen spezifisch Kontaktpersonen mit Anschrift, E-Mail und Telefonnummer und weiteren Kontaktmöglichkeiten auf.

Desigual: News nur für Journalisten

Die Presseseite des Modelabels Desigual ist normalerweise geschützt, uns wurde aber für die Analyse der Zugang netterweise gestattet. Für alle anderen Fälle werden den Besuchern Kontaktpersonen des PR-Bereiches aufgezeigt, die bei Interesse kontaktiert werden können. Verwirrend war die Sprachauswahl des Unternehmens für ihre Presseseite. Es werden unterschiedliche Sprachen benutzt und eine Sprachauswahl, die das Verstehen der Texte vereinfachen würde gibt es nicht. Auch negativ aufgefallen ist, dass es keine richtigen Texte gibt sondern eher Stickpunktartig die News aufgelistet werden. Auch die Gestaltung ist wenig einladend. Journalisten erwarten eine strukturierte und übersichtliche Seite. In diesem Fall ist die Navigation erst ganz weit unten auf der Seite zu finden und die Anordnung von Bild und Text wirkt willkürlich.

Pressebereich? Fehlanzeige.
Das Label Pepe Jeans überrascht, in dem es gar keinen Pressebereich auf ihrer offiziellen Website hat. Unser Versuch über das Kontaktformular ist – wie nicht anders erwartet – gescheitert.

Cheap Monday – nur für Journalisten

Ebenfalls erfolglos blieb der Versuch einen Blick auf die Presseseite des schwedischen Labels Cheap Monday zu werfen. Zwar punkten sie in dem sie viele Kontaktpersonen wie z.B. Sales Agent, Office Headquarters etc. direkt auf der Startseite der Homepage mit Email auflisten, jedoch wird der Zugang nur Journalisten gewährt, die eine Position bei einem Medium nachweisen können.

Allgemein: CSR-Inhalte, Newsletter und Verweise zu Social Media wie Facebook, Twitter und Youtube  sind bei allen Labels auf der Homepage aufgeführt und somit für jeden verfügbar. Aufgefallen: Pressebereiche der Bekleidungsmarken werden regelmäßig, meist monatlich, aktualisiert. Es werden besondere Daten, wie Shoperöffnungen oder neue Erfolge der Marke, für jeden Monat angegeben. Fotos und Videos beziehen sich immer auf die jeweilige Saison, bzw. aktuelle Kollektion. Dennoch sind auch Lookbooks älterer Kollektionen präsent. Das Produkt- zu Corporate PR -Verhältnis ist insgesamt bei diesen Labels sehr ausgeglichen. Die Qualität des Pressebereiches, sprich die Aufmachung, Übersichtlichkeit und Auflösung der Fotos, ist unabhängig vom Erfolg des Unternehmens. „Kleinere“ und noch nicht so lange bestehende Marken wie Samsoe Samsoe verfügen über einen ebenso professionellen Pressebereich wie sehr bekannte Marken, beispielsweise Desigual.

Floris van Bommel, Kangaroos, Cocorose London, Tanya Heath und Zign Shoes – fünf Schuhhersteller im Check

Cocorose Londonübersichtlich aber nicht exklusiv
Das junge Label Cocorose London aus Großbritanien gestaltet ihre Pessewebsite in einigen Aspekten sehr vorbildlich. Zum Beispiel ist der Bereich sehr übersichtlich und hat ein ausgewogenes Text-Bild Verhältnis. Auch was die Aktualität und Kontaktmöglichkeiten mit expliziten PR Personen angeht, schneidet das Label durchaus zufriedenstellend ab. Jedoch gibt es einen Kritikpunkt: der Zugang auf die Presseseite ist zunächst frei. Man kann auch die vier bis fünf neusten Meldungen sehen bzw. nur die Überschriften. Um weiterlesen zu können, ist ein Benutzername sowie Passwort nötig. Etwas seltsam ist, dass dennoch alle Texte im Bereich „News“ in voller Länge online und für jeden lesbar sind. Außerdem nicht vorteilhaft ist, dass die in den Texten genutzte Sprache aufgesetzt wirkt. Gerade auch weil es mit den gesicherten Inhalten im Pressebereich nicht konsequent durchgeführt wird, erhalten Journalisten nicht das Gefühl, dass der Pressebereich speziell für sie gestaltet wurde.

Tanya Heath – rundum gelungen

Das Label bietet einen freien Zugang zur Pressewebsite. Diese ist sehr strukturiert und übersichtlich. Außerdem war es die Seite mit den aktuellsten Inhalten. Jedoch als am positivsten haben wir die gewählte Sprache in den meist sehr langen und informativen Texten empfunden. Die News sind meist französisch oder englisch. Das Label bedient sich einer höchst niveauvollen und vor allem fachgerechten Sprache. Kommt man nicht aus dieser Branche ist es quasi nicht möglich diese mit der Fachsprache geschriebenen Texte zu verstehen. Wir finden das ziemlich gut, da die Presseseite ja in erster Linie an Journalisten gerichtet ist und es wichtig ist eine zielgruppengerechte Sprache zu wählen.

Überzeugt durch Angemessenheit

Floris van Bommel überzeugt in vielen Punkten. Es gibt einen freien Zugang, die Seite weist eine sinnvolle Strukturierung vor und ist daher übersichtlich, das Verhältnis von Corporate-PR und Produkt-PR ist ausgeglichen und aktuell sind die Inhalte auch noch. Die Texte lassen sich aufgrund einer leicht humorvollen Sprache leicht lesen und erfüllen ihren Zweck der Informationsvergabe. Allgemein wirkt auf dieser Seite alles durchdacht und nichts dem Zufall überlassen. Somit ist die Seite zielgruppengerecht und wird ihrem Anspruch gerecht.

Die Suche nach dem „Press“ Button
Den Pressebereich auf der Webseite von Kangaroos zu finden ist gar nicht mal so einfach. Versteckt in der untersten Navigation muss zunächst ein anderer Bereich angeklickt werden in dem man dann in der Navigation auf die Presseseite verwiesen wird. Man landet auf einer ziemlich unübersichtlichen Seite. Sie besteht quasi nur aus Überschriften und Anreißern, die dann zum weiterlesen angeklickt werden können Jedoch ist die Farbe der Schrift grau und die Schriftgröße nicht optimal und kursiv. Klickt man die Texte an sind meist kaum Bilder zu den Texten abgebildet.

Ein Internet Auftritt mit Potenzial

Das Schuhlabel Zign aus Berlin verfügt über eine Zielgruppen angemessene Website. Auch der Pressebereich überzeugt in Aktualität und Übersichtlichkeit. Die gewählte Sprache ist sehr konsumentennah und leicht verspielt. Leider gab es ein Programmierfehler auf dieser Seite, wodurch es manchmal nicht möglich ist zu scrollen. Manchmal überlappen sich auch Texte was etwas schade ist, denn der gesamte Internetauftritt ist an sich ansprechend gestaltet.

Allgemein: Negativ aufgefallen ist, dass  vier von fünf Unternehmen neben Kontaktformularen keine andere Kontaktaufnahme und vor allem mit keiner bestimmten, vorgestellten Person ermöglichen. Auch negativ: keines der untersuchten Unternehmen hatte CSR Inhalte auf ihrer Website. Abwechslungsreich war das Produkt PR/Corporate PR-Verhältnis in den Pressebereichen. Während Kangaroos den Fokus auf Corporate PR Meldungen setzt, sind es bei Zign Shoes eher die Produkte die im Vordergrund des Pressebereichs stehen.

Eine Tabelle ermöglicht den direkten Vergleich der unterschiedlichen Pressebereiche.

 

Jana Windoffer bloggt sehr erfolgreich auf bekleidet.net

Jana Windoffer ist 23, modeverrückt, ein Fototalent und besitzt großes Potential als Layouterin. Neben dem bloggen studierte sie Landschaftsarchitektur in Osnabrück und wohnt jetzt in Münster, außerdem reist sie gerne, trifft sich mit anderen Bloggern und bloggt auf bekleidet.net über Dinge, die sie interessieren und über die sie selbst gerne lesen würde. Ihr Blog gehört zu den 30 einflussreichsten Blogs Deutschlands, über fünftausend regelmäßige Leser verfolgen Jana Windoffers Bloggeralltag. Auf bekleidet.net bloggt sie über Mode und führt ein Stylediary mit regelmäßigen Outfitposts.

Wie ist deine Entwicklung zur Bloggerin verlaufen?
Bevor ich mit dem Bloggen angefangen habe, war ich schon in einigen Modeforen aktiv und hatte dort schon eine feste Leserschaft. Durch die Foren habe ich verschiedene Blogs kennen gelernt und im Juli 2009 in den Semesterferien zum Spaß einen Blog gegründet, dass der Blog so schnell, so erfolgreich wurde hat mich jedoch überrascht. Die richtige Erwähnung von den richtigen Leuten zur richtigen Zeit und das intelligente Nutzen von Social Media wie Facebook und Twitter haben dazu beigetragen den Blog bekannt zu machen.

Wie sieht dein Bloggeralltag aus?
Im Moment blogge ich vermehrt alle ein bis zwei Tage, da meine Bachelor-Thesis fertig ist und ich nun ein paar Monate Zeit habe. Zur Zeit reise ich auch viel und besuche mehr Events als in der Vergangenheit. Aber die meiste Zeit geht für das Beantworten von E-Mails drauf.

Seit wann kooperierst du mit Modefirmen oder PR-Agenturen?
Ungefähr eine Jahr nachdem ich den Blog gestartet hatte kamen erste Anfragen, die sich auf kleinere Kooperationen beschränkten. Da ich wenig Erfahrung in der Branche hatte, musste ich mich erst reinarbeiten, wie viel man für einen Post überhaupt verlangen kann. Mittlerweile bekomme ich täglich mehrere Anfragen, von denen ich einen kleinen Teil auswähle, der gut zu mir und meinem Blog passt. Aber nur bei 30% kommt dann auch tatsächlich eine Zusammenarbeit zu Stande.

Liest du auch selber Blogs?
Ich schaue öfters bei Blogs von Bekannten oder Freunden rein. Außerdem mag ich Blogs von Leuten die gut schreiben können und eine persönliche Note mit einbringen. Natürlich mag ich auch Modeblogs mit guten Fotos.

Bist du bei der Themenwahl bestechlich?
Wenn mir Firmen etwas schenken, dann ist das deren freie Entscheidung. In den seltensten Fällen berichte ich dann darüber. Manchmal bekomme ich auch Gutscheine von Onlineshops zugeschickt. Wenn mir die Sachen gefallen bestelle ich etwas. Darüber berichte ich dann schon, da ich mir die Sachen selber ausgesucht habe. Ich würde aber für kein Geld der Welt über etwas schreiben was ich grauenhaft finde. Ich würde mich im Vergleich zu anderen Blogs schon als eine wählerische Bloggerin bezeichnen. Neulich habe ich etwas Negatives über ein bekanntes Modelabel geschrieben und bekam sofort einen Anruf ich solle das lassen, sonst würde ich nie wieder eine Kooperation mit einer Modefirma bekommen. Aber ich habe lieber nie wieder eine Kooperation, als mir meine Meinung verbieten zu lassen.

Nach welchen Kriterien suchst du die Produkte oder Themen für deinen Blog aus?
Grundsätzlich kann das alles sein, was mir gefällt. Natürlich sollte es schon ein wenig mit Mode zu tun haben und zu mir und meinen Lesern passen.

Wie reagierst du auf „Bloggermädchen“-Vorurteile?
In letzter Zeit gab es weniger negative Reaktionen als noch vor einigen Monaten. Allerdings regen sich andere Blogger, die sehr lange und auch kritische Texte schreiben hin und wieder darüber auf, dass ich mit meinem Hauptanteil an Fotos mehr Resonanz bekomme als sie. Aber solange es die Leser interessiert werde ich mich deswegen nicht schlecht fühlen und habe eine Daseinsberechtigung.

 Hast du Vorurteile anderen Bloggern gegenüber?
Ich habe durchs bloggen sehr viele liebe Menschen kennen gelernt und ins Herz geschlossen. Negative Erfahrungen habe ich kaum gemacht.

Wann würdest du aufhören zu bloggen?
Wenn es mir keine Freude mehr bereiten würde und eher Last als Vergnügen ist. Jedoch sehe ich zur Zeit dafür keinen Grund.

Was stört dich grundlegend an der Mode – und Bloggerwelt?
Die Modebranche ist sehr oberflächlich, du wirst nur daran gemessen welche Leistung du bringst, wenn du nicht lohnst wirst du schnell ausgetauscht. Außerdem sind Praktika in der Branche oft unbezahlt, was in meinen Augen ein Unding ist.

Könntest du dir vorstellen als Journalistin zu arbeiten?
Wahrscheinlich eher nicht, zumindest nicht als Journalistin im klassischen Sinne.

Kannst du dir vorstellen deinen Blog an einen großen Verlag zu verkaufen?
Da wäre ich sehr skeptisch. Ich müsste weiterhin als alleinige Bloggerin Texte verfassen können und Freiheit darüber haben, über was ich schreibe.

Gefährlicher Longtail: 5 Beispiele dass Google Krisen nicht vergisst

Immer wieder kommt es in der Modebranche zu Skandalen und Krisen. Kinderarbeit, Ausbeutung und unmenschliche Arbeitsbedingungen sind die häufigsten Vorwürfe. Vor 10 Jahren konnten die Unternehmen noch hoffe, dass eine PR-Krise sich nach den ersten negativen Berichten verflüchtigt. Mittlerweile werden Skandale automatisch auch im Internet veröffentlicht. Und im Gegensatz zu manchen Verbauchern Google nicht so schnell. Zahlreiche Skandale der verschiedensten Textilhersteller werden von der Suchmaschine fein säuberlich aufgelistet und lassen sich auch nach Jahren noch abrufen.

Kinderarbeit
1. Beispiel: KIK

Dieser Artikel von der WAZ stammt aus dem Jahr 2008 und handelt von Kinderarbeit bei KIK

„Wir können Kinderarbeit bei der Produktion unserer waren nicht zu 100 Prozent ausschließen“, sagte Heinz Speet, geschäftsführender Gesellschafter bei KIK. Des weiteren habe man aber das Problem erkannt und arbeite daran. Doch da die Lieferanten in den asiatischen Ländern noch einmal Sublieferanten beschäftigen, fällt die Kontrolle schwer.

Zudem wird in dem Artikel ein Mitarbeiter des Kinderhilfswerks Unicef Deutschland zitiert, der die Aussagen der KIK-Geschäftsführung als „mutig und ehrlich“ bewertet. Es wird aber kritisiert, dass nicht nur billige, sondern auch teure Produkte in solchen Ländern von Kinder hergestellt werden, z.B. teure Fußbälle, und dass Kinderarbeiter als Erwachsene oft arbeitslos werden, da sie schlecht ausgebildet sind und billige Arbeitskräfte nachwachsen.

2. Beispiel: H&M
Dieser Artikel vom Januar 2012 stammt von der Seite new.de und berichtet über den H&M-Markencheck der ARD (ebenfalls vom Januar 2012).

In diesem Check wird H&M in verschiedenen Kategorien getestet und bewertet. In puncto Trend-Faktor, Preis und Qualität erhält H&M dabei eine positive Bewertung. Geht es aber um „Fairness“, fällt die Bewertung negativ aus, denn hier stellt sich die Frage: Wie kann H&M seine Kleidung zu so günstigen Preisen anbieten?

Das Markencheck-Team der ARD recherchiert und fliegt dafür nach Dhaka, der Hauptstadt von Bangladesh. Denn nirgends auf der Welt kosten Näherinnen so wenig geld wie hier. Die ansässigen Fabriken sind stolz auf diesen Standort-Vorteil, genau wie die Regierung. Die Wirtschaft boomt und deshalb wird auch nichts gegen die Ausbeutung unternommen. So werden Fabrikbesitzer und korrupte Politiker steinreich. Discounter und andere westliche Textilhersteller nutzen das aus, denn auch hier läuft das Geschäft mit den Billig-Textilien besser als je zuvor.

Die Redakteure begleiten eine junge Näherin zur Arbeit und nach Hause, um damit den Zuschauern und Konsumenten vor Augen zu führen wie schlimm die Situation für die arbeiter dort eigentlich ist. Amina ist 12 Jahre alt und arbeitet täglich ca. 16 stunden in einer Näherei. Sie arbeitet im Stehen und verdient gerade einmal knapp über 30 Euro im Monat. Das reicht nicht für ein menschenwürdiges Leben. Sie wohnt in einem Slum hinter der Fabrik. Bis zu acht Personen leben hier auf fünf Quadratmetern, 200 Menschen teile sich zwei schmutzige Toiletten. Ratten bevölkern die Straßen und Kinder spielen in giftigem Müll. Doch Aminas Familie ist darauf angewiesen, dass sie arbeiten geht. Denn ihr Vater ist blind und kann selbst kein Geld verdienen.

In dem Artikel, sowie im ARD-Beitrag wird der H&M-Nachhaltigkeits-Manager Hendrik Lampa zitiert, der Folgendes erklärt: „Grundsätzlich halten wir alle rechtlichen Bestimmungen in den Ländern, in denen wir produzieren ein.“ Kontrollen werden jedoch nur sehr selten durchgeführt und immer angekündigt. Deswegen kritisiert der Artikel auch, dass niemand aus der H&M-Führungsetage mit den Bildern konfrontiert wurde, denn eine Stellungnahme hätte dem Film sehr gut getan.

Probleme der Kinderarbeit:

  • zu seltene und angekündigte Kontrollen

  • korrupte Politiker

  • zahlreiche Sublieferanten

  • schlechte rechtliche Bedingungen

  • Armut in den betroffenen Ländern

Schlechte Arbeitsbedingungen
3. Beispiel: Adidas

Der Artikel stammt von der Seite pressemitteilungen-online.de aus dem Jahr 2008.

Es geht darum, dass Adidas von der Kampagne für Saubere Kleidung und dem Ikota-Netzwerk (Organisation, die sich unter anderem für soziale Gerechtigkeit einsetzt) vorgeworfen wird, dass sie ihre Kleidung unter menschenunwürdigen Bedingungen herstellen lassen. So wird dem deutschen Sportartikelhersteller vorgeworfen, Bekleidung vorwiegend aus Ländern zu beziehen, in denen es nachweislich zu massiven Arbeitsrechtsverletzungen kommt. Eine Ikota-Sprecherin kritisiert, dass sich die Situation der Arbeitnehmer trotz Verhaltenskodex und einer Abteilung für Unternehmensverantwortung nicht verbessert habe. Dazu entgegnet Adidas nur: „Ansichtssache.“

Des weiteren wirft Ikota vor, dass bei den Herstellern ein ganz klarer Unwille bestehe, das Problem in den Griff zu bekommen und Verbesserungen vorzunehmen. Bei den Qualitätskontrollen ihrer Produkte prüften die Hersteller ihre Zulieferer „bis ins kleinste Detail“, bei der Einhaltung von Sozialstandards sei dies aber angeblich nicht möglich. Adidas Sprecherin Katja Schreiber entgegnet auf Nachfrage von Pressetext, das Unternehmen engagiere sich sehr im Bereich Unternehmensverantwortung und Nachhaltigkeit. Auf jeden Fall werde konkret eingegangen und zu den Vorwürfen nehme man Stellung. Dass man das Problem innerhalb der vergangen zehn Jahre nicht in den Griff bekommen habe, sei Ansichtssache.

Probleme:

  • keine durchsichtigen Kontrollen

  • allgemein schlechte Arbeitsbedingungen in den Herstellungsländern

Vergiftete Textilien

4. Beispiel: Nike
Artikel von „die Welt online“ aus dem Jahr 2000 mit dem Titel: „Borussia Dortmund nimmt vergiftete Trikots aus Regalen.“

Es wird berichtet, dass der Leiter der Merchandising Abteilung von Borussia Dortmund vorsorglich die schwarz-gelben Trikots aus den Regalen entfernen ließ und den TÜV Rheinland beauftragte, in einem Gutachten zu prüfen, ob die Trikots mit der hochgiftigen Chemikalie Tributzylzinn (TBT) belastet sind. Vorangegangen dafür war ein Bericht der ARD, wonach in der Sportbekleidung von Nike Spuren von TBT entdeckt wurden. Auch Karstadt entfernte daraufhin damals die T-shirts. Andere Vereine waren ebenso betroffen, sowie Produkte wie Socken, Tops und Hosen von anderen Firmen. Es handelte sich bei der Rücknahme aber lediglich um eine Vorsichtsmaßnahme, da noch nicht bekannt war, welche Gefahren für Menschen tatsächlich durch das Tragen entstehen.

In den USA wurden die Textilien mit TBT imprägniert, um Bakterienbildung und unangenehmen Schweißgeruch zu verhindern. Ein Verbot für TBT gab es damals in Deutschland nicht. Die Fans reagierten jedenfalls gelassen und gaben an, einfach einen Pulli unter dem Trikot zu tragen. Die Hemden der Spieler bestehen sowieso aus einem anderen Material.

Probleme von vergifteten Textilien:

  • zu wenig Wissen über die Chemikalien und ihre Auswirkungen

  • keine einheitlichen Verbote

  • häufiger Einsatz von Chemikalien zum Schutz während der langen Transporte

Produktrückrufe

5. Beispiel: KIK
Mitteilung von der Seite produktrueckrufe.de, einem Rückruf-Portal für Deutschland, von 2011.

In dieser Mitteilung geht es um Produktrückrufe von Textilien bei KIK, die gefährliche Azofarbstoffe enthielten. Azofarbstoffe sind in Textilien in der EU verboten, bzw. unterliegen einem bestimmten Grenzwert. Durch das Tragen bilden sie einen längeren Hautkontakt und dies ist für den Träger gefährlich. Azofarbstoffe gelten als krebserregend, giftig und organschädigend.

Bei dieser Rückrufaktion von KIK wurden mehrere Beispiele der Handelskette angesprochen.Im April 2011 musste KIK bestimmte Damen-Jeans zurückrufen, im Mai 2011 Babyschuhe und im August 2011 „Spiderman“-Kinderunterwäsche.

KIK gab an, die Artikel sofort aus dem Verkauf zu nehmen um den Kunden „den größtmöglichen Schutz zu garantieren. Wäre denn nicht aber eine Nichtentstehung oder erst gar kein Verkauf der größtmögliche Schutz? Bereits gekaufte Artikel konnten in jeder Filiale umgetauscht werden und der gesamte Kaufpreis wurde erstattet.

In dieser Mitteilung wird allerdings zudem kritisiert, dass KIK die Rückrufaktion zwar auf der Internetseite des Unternhemens kenntlich macht, es fehlte jedoch (zu diesem Zeitpunkt jedenfalls), jeglicher Hinweis auf der Startseite, der den Verbraucher auch ohne langes Durchforsten der Seite darauf aufmerksam macht.

Probleme von Produktrückrufen:

  • keine ausreichende Information für den Verbraucher

  • (anscheinend) keine Verbesserung in der Herstellung

„Viele Firmen betreiben Greenwashing“

Sie schmückt sich nicht mit Nachhaltigkeit, weil es „ein angesagter ,Lifestyleʻ ist“, Asmona Logan wurde mit dem Nachhaltigkeitsgedanken großgezogen. Während des  Modejournalismus/ Medienmarketing-Studium an der Akademie für Mode und Design in Hamburg arbeitete sie als freie Stylistin für Magazine wie „Men’s Health“ und „Modern Living“. Nach dem Abschluß zog sie nach München und arbeitete dort fast 5 Jahre als Mode- und Beautyredakteurin bei FHM/ FHM Collections. Danach folgten Stationen bei der Bread & Butter Berlin, der Zeitschrift Vital und dem Weight Watchers Magazin. Seit Anfang 2009 beschäftigte sie sich intensiv mit dem Thema Bloggen und startete ihren Blog www.greendelicious.de, nachdem sie vergeblich versucht hatte, mehr „Grüne“ Themen in ihrem Job unterzubringen. Mit Greendelicious möchte Asmona den Lesern nachhaltigere Alternativen anbieten.

Wie kamen Sie das erste Mal mit dem Thema Nachhaltigkeit in Berührung?
Mit Nachhaltigkeit bin ich aufgewachsen. Wenn Dinge kaputt gingen, wurden sie von meinem Großvater im Keller an der Werkbank repariert. Undenkbar, dass ein Koffer weggeworfen wurde, nur weil der Henkel gerissen war. Der Henkel wurde ersetzt und der Koffer noch Jahre später gebraucht. Wenn selbstgestrickte Socken und Pullis zu klein wurden, hat meine Oma ein Stück drangestrickt, damit die Sachen wieder getragen werden konnten. Bekam eine Hose am Knie ein Loch, wurde ein Flicken draufgenäht. Bei allen Produkten wurde zuerst auf die Qualität und dann auf den Preis geachtet.
Allerdings hat sich das dann bei mir geändert als ich Teenager wurde. Da waren mir Trends wichtiger und der Gedanke an Nachhaltigkeit gänzlich fremd. Außer bei Accessoires wie Schuhe und Taschen. Die mussten immer hochwertig sein. Dieses Konsumverhalten zog sich hin bis ich Ende zwanzig war. Dann fing eine Bewußtseinsveränderung an. Nachhaltigkeit wurde mir immer wichtiger. Erst bei der Ernährung, dann bei der Kosmetik und jetzt in allen Bereichen des Lebens.

Und wann entstand die Idee einen eigenen Blog dazu zu schreiben?
Ich hatte diversen Redaktionen, in denen ich gearbeitet habe, vergeblich „Grüne“ Themen angeboten und alle haben abgelehnt. Deshalb habe ich vor über drei Jahren den Blog angefangen.

Was tun Sie persönlich um Nachhaltig zu handeln?
Ich verzichte auf ein Auto, versuche so oft wie möglich zu Fuß zu gehen und/ oder das Fahrrad zu benutzen. Ich möchte das Fliegen reduzieren und wenn ich fliege kompensiere ich den Flug mit Atmosfair (www.atmosfair.de). Ich trenne sorfältig Müll, vermeide ihn so weit wie möglich, wie z.B. durch den Verzicht auf Plastikbeutel beim Einkauf und verwende statt dessen Stoffbeutel oder gegebenenfalls Papiertüten, die dann später als Altpapierbehälter genutzt werden. Ich reduziere meinen Konsum bei Kleidung, Möbel etc. und investiere in qualitativ langlebige und hochwertige, wenn möglich wirtschaftlich, ökologisch und sozial nachhaltig produzierte, Produkte. Zudem kaufe ich lokal angebaute, saisonale Bio-Produke. Vegetarisch zu kochen und sich so zu ernähren ist um Nachhaltig zu handeln sehr gut und ich versuche Strom zu sparen wo immer es möglich ist.

Das Marketing hat die „grüne Zielgruppe“ als LOHAS zusammengefasst. Wie würden Sie aus Ihrer Sicht Personen charakterisieren, denen Nachhaltigkeit am Herzen liegt – sind das Asketen?                                                                              Man muss zwischen Menschen unterscheiden, die sich mit „Nachhaltigkeit“ schmücken, weil es ein angesagter „Lifestyle“ ist und denen, die aus Überzeugung Nachhaltigkeit leben. Denn viele LOHAS konsumieren weiterhin wie gewohnt, nur mit einem „besseren“ Gewissen, weil die Dinge eben „eco“, „bio“ oder „fair trade” sind. Aber das hat wenig mit Nachhaltigkeit zu tun. Die zehnte Jeans aus Bio-Baumwolle hilft der Umwelt nur minimal, wenn man die anderen neun noch lange hätte tragen können. Aus der Sicht einer konsumorientierten Gesellschaft, wo das Anhäufen von Dingen zum Volkssport und vermeintlichen Glück geworden ist, mag ein nachhaltiger Lebensstil asketisch anmuten, aber so bezeichnete Personen würden das natürlich nicht unterschreiben. Im Gegenteil, je mehr man sich mit begrenzten Ressourcen und Umweltschutz befasst, desto mehr wird einem der Irrsinn bewusst und desto weniger möchte man konsumieren, ganz nach dem Motto „The more you know, the less you need!“

Viele Unternehmen schreiben sich Nachhaltigkeit auf die Fahne und geben CSR-Berichte heraus. Glauben Sie, dass sich hier ein neues Bewusstsein bei den Unternehmen entwickelt?                                                                                            Bei einigen schon. Aber vielen ist es noch nach wie vor egal oder sie versuchen den Anschein von Nachhaltigkeit zu vermitteln und betreiben Greenwashing.
Aber mal im Ernst, wieviele Käufer lesen einen mehrseitigen CSR-Bericht, der online gestellt wird? Da muss mehr passieren und ich erwarte von Unternehmen eine proaktivere und transparentere Kommunikation mit ihren Käufern. Ein Beispiel: Coca Cola hat 38 Mio. Dollar letztes Jahr für gemeinnützige Projekte ausgegeben, aber 4,2 Mrd. für „Kundenmanipulation“, sprich Werbung, PR, Marketing. Also nicht einmal 1% der Werbekosten in soziale Projekte, wobei genau genommen, auch das für PR genutzt wird und steuerlich geltend gemacht werden durfte.

Warum ist es so schwierig für Unternehmen nachhaltig zu handeln?
Das frage ich mich allerdings auch. Wenn man bedenkt, wie viel für PR und Marketing ausgegeben wird, könnte das Geld auch zum Teil in eine nachhaltige und faire Produktion investiert werden. Aber am Ende geht es um Geld, um viel Geld, und mit Produkten, die billig produziert und mit hohen Margen verkauft werden, lassen sich eben auch Aktionäre freudig stimmen. Wer möchte sich da schon mit den unwürdigen Arbeitsbedingungen von Menschen in Bangladesh auseinandersetzen.

Gibt es Unternehmen in der Modebranche, die ein gutes Vorbild sind?
Es gibt einige Unternehmen, die mit gutem Beispiel voran gehen, beispielsweise Hess Natur und Grüne Erde. Und es kommen immer mehr Labels, die die Zeichen der Zeit erkannt haben wie z.B. Manomama, Ekn Footwear und Studio Ecocentric.

Mittlerweile gibt es Unternehmen, die die Produktionsschritte, für die sie selbst verantwortlich sind, nachhaltig gestaltet haben. Sie kommunizieren dies aber ungern, weil sie wissen, dass nicht alle ihre Lieferanten nachhaltig wirtschaften.
Die Unternehmen haben Angst, von Kunden des Greenwashings bezichtigt zu werden, weil ihre Beschaffungskette nicht 100% nachhaltig ist. Sind Kunden mittlerweile zu kritisch und sollten diese Bemühungen anerkennen?                      Die Kunden sind immer noch nicht kritisch genug. Es hat sich zwar etwas bewegt, aber nicht so, wie es oft in den Medien dargestellt und von den Menschen wahrgenommen wird. Außerdem gibt es eine gewaltige Lücke zwischen gewünschtem und tatsächlichem Konsumverhalten. Die Gruppe kritischer Konsumenten ist im Verhältnis zur Masse noch gering. Anders sind die stetigen Gewinne von nicht fair und nachhaltig produzierenden Unternehmen nicht zu erklären. Die Produktion umweltfreundlich und fair zu gestalten scheint für große Unternehmen ein langwieriger Prozess zu sein. Warum dies so ist, kann ich nicht genau sagen. Allerdings wird mir ein Unternehmen sympathischer, welches offen zu gibt, dass es ernsthaft an einer fairen und nachhaltigen Produktion arbeitet, dabei aber noch nicht alles zu 100% umgesetzt hat. Wenn sie des Greenwashings bezichtigt werden, müssen sie so professionell und ehrlich sein, sich dem auch zu stellen. Der kritische Käufer wünscht sich einen auf Augenhöhe geführten Dialog mit hoher Transparenz seitens der Produzenten, denn letztendlich versuchen die Unternehmen uns durch Freigabe von Daten immer präziser zum Kauf anzustiften. Warum sollte ich als Kunde transparent sein, wenn die Unternehmen es nicht sind?

Was ist Ihre Meinung über Fairtrade-Siegel und -Zertifikate?
Sie sind zwingend notwenig, damit sich der Käufer orientieren und zurechtfinden kann. Allerdings sind sie oft zu unübersichtlich und nicht transparent genug, was den Endverbraucher überfordert und Eigeninitiative verlangt. Im Vergleich zu diesen Siegeln in der Textilbranche sind die Lebensmittel- und Kosmetikbranche schon weiter. Aber generell werden die Verbraucher nur unzureichend informiert oder gezielt mit Falschinformationen eingedeckt. Überall poppen die Worte grün, bio, fair und nachhaltig auf oder die entsprechenden suggerierenden Farben, sowie unternehmensinterne Siegel, die aber nichts mit sozial-ökologischer Nachhaltigkeit zu tun haben.

Welche drei Tipps können Sie unseren Lesern geben, um nachhaltig zu handeln?                                                                                                                            1. Auf “wirklichen” Ökostrom wechseln, wie z.B. Greenpeace Energy. 2. Beim Kauf mal überlegen, ob man das Produkt wirklich benötigt.
3. Wenn schon “Coffee to go”, dann bitte den eigenen Becher nutzen, um Müll zu vermeiden. Es gibt z.B. einen Mehrwegbecher mit Baristastandards von KeepCup (www.keepcup.com).

Kein Anschluss unter dieser Fanpage

Wie schnell reagieren Modeunternehmen auf Artikelanfragen über Facebook? Das wollten wir wissen und haben den Versuch gemacht. Hierfür haben wir eine etablierte Modezeitschrift für Endverbraucherinnen ausgewählt, die Instyle Ausgabe April 2012. Wir haben uns bei diesem Test gezielt für Unternehmen entschieden, die a) redaktionell in diesem Magazin erwähnt wurden und b) über eine eigene Facebook-Page verfügen und die Nachrichtenfunktionen anboten.*(1).

Für unseren Versuch wendeten wir uns an folgende zwanzig Unternehmen:
Accessorize, Bogner, Chanel, Cos, Emporio Armani, Escada, Fendi, Fornarina, G-Star, Jil Sander, Louis Vuitton, Mango, Marc Jacobs, Miu Miu, Prada, Replay, Tommy Hilfiger, Topshop, Yves Saint Laurent und Zara.

Inhaltlich ging es in den Nachrichten um drei Punkte. Zum einen enthielten die Nachrichten eine ausführliche Artikelbeschreibung, zum anderen nannten wir, auf welcher Seite der aktuellen InStyle dieser zu finden sei. Des Weiteren fragten wir die Unternehmen an, wo man deren Artikel erstehen könne.
An dieser Stelle möchten wir als Beispiel die Anfrage an das Unternehmen Escada anführen:

Liebes Escada-Team, In der aktuellen InStyle (Ausgabe April 2012) habe ich auf Seite 134 eine Schluppenbluse mit Hemdkragen und aus Seide (ca. 480€) gesehen, die mir wirklich sehr gut gefällt. Können Sie mir sagen, wo ich diese kaufen kann?
Lieben Dank und viele Grüße

Die Anfragen über Facebook wurden am Morgen des 23. April versendet. Unsere Erwartungshaltung umfasste, dass wir innerhalb kurzer Zeit eine Bestätigungs-Email zur Bearbeitung unserer Anfragen erhalten würden. Unsere Erwartungen wurden nicht erfüllt. Nur zwei von den zwanzig angefragten Unternehmen (Bogner und Tommy Hilfiger) sendeten uns eine solche Bestätigung, und davon auch nur ein Unternehmen innerhalb der ersten 24 Stunden, zu. Zusätzlich zu einer Bestätigungs-Email von Bogner und Tommy Hilfiger erhielten wir von diesen beiden Unternehmen auch eine ausführliche Antwort. Die Unternehmen Escada, Fornarina und Replay gingen ebenfalls auf unsere Anfragen ein, allerdings ohne uns zuvor eine Bestätigungs-Email zugesendet zu haben. Ein ernüchterndes Ergebnis: Lediglich fünf der zwanzig angefragten Modeunternehmen meldeten sich überhaupt zurück.
Fornarina, Replay und Tommy Hilfiger konnten unsere Fragen nicht beantworten, verwiesen uns aber entweder auf den Kunden-Service oder verlangten weitere Informationen, wie ein Foto oder die Artikelnummer. Als gut stellte sich die Reaktionszeit, wie auch die Antwort der Firma Bogner heraus. Innerhalb von drei Tagen erhielten wir eine Antwort, die alle von uns benötigten Informationen enthielt.
In unserem Versuch fiel Escada besonders positiv auf. Bereits am selben Tag der Anfrage meldete sich das Unternehmen zurück. Dabei herrschte ein reger und freundlicher Nachrichtenaustausch, mit dem Ergebnis, dass uns der angefragte Artikel direkt hätte zugeschickt werden können.

Nach zwei Wochen schlossen wir das Projekt „Facebook-Reaktionszeit von Modeunternehmen“ ab. Wider unserer Erwartungen war es enttäuschend, dass sich wenige Modeunternehmen zurück meldeten. Die Facebook-Profile der Modeunternehmen, die die Nachrichtenfunktion bei Facebook auf ihrer Seite eingebunden haben, zeigen sich kontaktfreudig. Man könnte von einem gewünschten Dialog mit dem Kunden ausgehen. Allerdings wird die Kommunikation von Seiten der Unternehmen oft angeboten, jedoch findet sie nur selten statt. Wir haben erkannt, dass in der Kundenbetreuung von Social Media großes Potential steckt, welches unbedingt ausgebaut werden sollte.

*(1) Nach Beenden unseres Versuches haben folgende drei Unternehmen ihre Nachrichtenfunktion deaktiviert: Bogner, Chanel und Mango.

Um die Auswertung in Form einer Tabelle in voller Größe anschauen zu können, bitte das Miniaturbild anklicken.

Modelwettbewerbe: Modefirmen machen Mädchenträume wahr

Immer wieder veranstalten Modeunternehmen Modelwettbewerbe. Die Gründe dafür sind vielseitig: Store-Eröffnung, Launch einer Neuen Modemarke, Finden eines neuen Markengesichts oder eine einmalige Werbeaktion. Auf verschiedenste Art und Weise werden diese Wettbewerbe promotet und umgesetzt. Sechs dieser Modelcastings habe ich genauer unter die Lupe genommen.

G!na
Für ihre Auskopplung „Gina“ sucht die Modefirma Ernstings Family jedes Jahr aufs neue das „Gina Gesicht“. Frauen im Alter zwischen 18 und 25 Jahren können sich via Internet bewerben und so am Wettbewerb teilnehmen. Zielgruppe ist die junge, gutaussehende junge Frau, die verrückt nach schöner Mode ist. Zudem wünscht Gina sich ein Mädchen, dass der Marke entspricht: selbstbewusst, wandelbar, weiblich und spontan.


Neckermann’s Next Topmodel
Im Jahr 2009 suchte Neckermann zusammen mit der Hamburger Modelagentur „Modelmanagement“ das Covergesicht des nächsten Neckermann Katalogs. Durch die Kooperation zwischen der Modemarke und der Modelagentur, wurde neben des neuen Covergesichtes auch ein potentielles Nachwuchsmodel ausfindig gemacht. Nach einer internen Auswahl trafen sich die zehn Finalistinnen für zwei Tage in Frankfurt um erste Probeshootings zu machen. Nach einigen Challenges wie dem Laufstegtraining wurde am Abend die Gewinnerin verkündet. Diese hatte dann am folgenden Tag das Covershooting, zusammen mit Starmodel Johannes Hübl. Kooperiert wurde mit VOX und Süddeutsche TV, die den Modelwettbewerb filmisch begleiteten.

sOliver
Vor einigen Jahren rief auch sOliver einen Modelwettbewerb ins Leben. Aus allen Bewerbungen wurden 25 Frauen und 25 Männer zu einem Precasting eingeladen. Diese Ausgewählten Teilnehmer hatten von nun an die Chance das Gesicht der Modemarke zu werden und einen Modelvertrag bei der bekannten Modelagentur „Louisa Models“ zu gewinnen. „Real You Gesicht“ nannte sOliver den Wettbewerb und wollte damit vor allem junge Talente fördern und zusammen mit einer Agentur nach Modelnachwuchs scouten.

Hugo Boss
Via Internet suchte das Modelabel aus dem Premium- und Luxussegment nach je einem Male und einem Female Model für die Hogo Boss Black Modenschau 2009/2010 in Berlin. Weltweit konnten via Social Media Kanal „Facebook“ Jungs und Mädchen mitmachen, die gerne auch schon Modelerfahrungen mitbringen konnten.


OTTO
Im vergangenen Jahr rief auch der Modekonzern OTTO zum nationalen Modelwettbewerb auf. Jeder, der älter als 16 Jahre ist, durfte teilnehmen und auf ein Shooting für den Streetbook Katalog von OTTO hoffen. Acht Finalisten wurden anschließend im Katalog abgebildet, zwei Teilnehmer auf dem Cover.

Alle Modelwettbewerbe wurden nach unterschiedlichen Konzepten und Aufmachungen umgesetzt, da auch die Ziele und Ergebnisse andere waren. Je nach der Zielgruppe wurde das PR Konzept ausgerichtet!

Nachgefragt bei Miriam Müller, JOY.DE

Was ist der konkrete Unterschied zwischen einer Produktveröffentlichung in der Printausgabe der Joy und auf Joy.de?
Der gravierendste Unterschied ist, dass wir im Onlinebereich oft Produkte in Serien veröffentlichen, während in der Printausgabe auch gerne mal Einzelprodukte abgebildet werden. Bei uns ist es natürlich themenabhängig, wenn es zum Beispiel um das Thema Sonnenschutz geht, haben wir eine ganze Reihe an Produkten die wir publizieren.

 

Wie entscheiden Sie, welche Produkte Sie auf joy.de veröffentlichen?
Wie schon erwähnt haben wir einen Themenplan an dem wir uns orientieren und an den wir uns halten. Man erhält natürlich sehr viele Produktvorschläge von Agenturen, die wir sammeln und wenn sich ein Thema ergibt, veröffentlicht werden.

Und woher wissen Sie, was zu Ihren Userinnnen passt?
Die Joy-userin ist eher verspielt. Sie liebt süßes und mädchenhaftes. Das merkt man vor allem wenn wir etwas glitzerndes von Hello Kitty auf unserer Facebook Seite posten- da bekommen wir die stärkste Resonanz.

Orientieren Sie sich an Veröffentlichungen in anderen Internetportalen?
Natürlich schaut man sich bei der Themenfindung oder zur Trendrecherche die Seiten der Konkurrenz an und lässt sich inspirieren.

Lesen Sie die Fachpresse (Textilwirtschaft & co.) um sich zu informieren?
Wenig! Die Inhalte sind sehr Branchen spezifisch. Anders als in der Printausgabe sind wir bei joy.de nur zu zweit und sind nicht spezialisiert auf einen bestimmten Bereich. Wir machen von Mode über Beauty und Stars alles und haben leider zu wenig Zeit um tief gehend eine einzelne Disziplin zu recherchieren.

Was sollte ein PR-Verantwortlicher besser nicht tun, weil es Sie stört?
Ich persönlich finde es immer sehr störend, wenn man riesige Emails von Agenturen mit allen möglichen Produkten erhält, die man gar nicht angefragt hat.

Und was hingegen ist ein guter Service, der die Wahrscheinlichkeit eines Abdrucks erhöht?
Ich bevorzuge ein kurzes Telefonat, in dem gefragt wird, was wir bei unseren einzelnen Themen gebrauchen könnten. Es gibt natürlich Dinge wie Bademode oder Dessous, die immer gehen.

Was nutzen Sie für Ihre Arbeit am intensivsten: a)Gedruckte Lookbooks und Pressemappen b)Emails mit Anhang c)Den Pressebereich auf Websites der Unternehmen?
Also wir nutzen hauptsächlich zwei Dinge. Die Lookbooks die wir zugesendet bekommen, werden natürlich gesammelt, damit sie griffbereit sind. Bildmaterial und Freisteller werden von den CDs auf unseren Server geladen und geordnet Die Pressebereiche auf Websites nutzen wir eigentlich nur wenn wir etwas ganz bestimmtes suchen und genau wissen, dass wir es bei einer bestimmten Agentur gesehen haben.

Nutzen Sie auch Social Media-Tools für Ihre Arbeit?
Wir nutzen Facebook sehr stark für unsere Fans und sind dort sehr aktiv. Außerdem haben wir eigene Videos auf joy.de. Mit Twitter haben wir mal angefangen aber es war leider zu marginal.

Ist Ihnen in Bezug auf das Verhältnis von Medien zu Pressestellen, im Laufe Ihrer Karriere eine Veränderung der Branche aufgefallen?
Es fällt besonders auf das der Onlinebereich immer wichtiger wird. Auch Apps und Tablet PCs bieten heute ganz neue Möglichkeiten. Im Bezug auf die Arbeit mit PR Agenturen hat sich die Arbeit in den letzten Jahren durch das Internet sehr vereinfacht. Jeder kann Dropbox verwenden- das ist eine wahnsinnige Erleichterung.

Wie wichtig schätzen Sie das Medium Joy, für die Beziehung zu Fashion PR Agenturen ein?
Die Joy ist natürlich in Deutschland sehr bekannt und etabliert. Bisher gab es keine Probleme Produkte zu erhalten.

Nachgefragt bei Oliver Rauh, HYPE MAGAZINE

Fashion Director, Stylist, Modeberater- Oliver Rauh (46) war bereits während seines 
BWL Studiums Pressechef der Bendel Gruppe; übernahm mit 23 die Marketing- 
Leitung und produzierte die ersten Kampagnen die in Titeln wie Vogue und Elle zu sehen waren. Nach 
seinem Ausstieg als Advertising Director bei Hugo Boss war er auf Agenturseite als Creative Director tätig, bevor er im Zeitschriftenbusiness erfolgreich als erster Modechef der QVEST startete….heute ist er neben HYPE als freier 
Redakteur bei diversen internationalen Magazinen und Unternehmen der Mann für Stil und macht sich zwischen Paris und München einen 
Namen als Fotograf.

Wie entscheiden Sie, welche Produkte im Heft veröffentlicht werden?
In den Modestrecken geht es natürlich erst einmal um den optimalen Look für die Story die man erzählen möchte. Dennoch versuchen wir Anzeigenkunden beziehungsweise potentielle Neukunden zu integrieren.

 Woher wissen Sie, was zu den HYPE-Lesern passt?
Die HYPE-Leser oder Leserin suchen und finden uns und wir haben den HYPE Look festgelegt.

Orientieren Sie sich an Veröffentlichungen in anderen Medien?
Eher nicht. Man nutzt natürlich Ausrisse als Moods und Inspiration für Haare und Make-up oder Posing.

Lesen Sie die Fachpresse (Textilwirtschaft & co.) um sich zu informieren?
Nein. Dafür gibt es den online Kressreport und nicht zu vergessen, Lookbooks und Pressetage. Die Textilwirtschaft hat eine ganz andere Herangehensweise.

Was sollte ein PR-Verantwortlicher besser nicht tun, weil es Sie stört?
Besonders störend ist es wenn man eine bestimmte Kollektion für ein Fotoshooting anfragt und trotzdem einfach viel mehr zugeschickt bekommt als für uns relevant ist. Das ist für keine Seite hilfreich.

Und was hingegen ist ein guter Service, der die Wahrscheinlichkeit eines Abdrucks erhöht?
Ein sehr guter Service von PR- Agenturen ist zum Bespiel, dass sofern ein Wunschlook nicht vorhanden ist eine gezielt ausgesuchte Alternative bereitgestellt wird. 
Außerdem ist es sehr angenehm wenn Frachtbriefnummern weitergegeben werden und man bei laufenden Anfragen zu gewissen Stücken ein täglicher Status Quo durchgegeben wird.

Was nutzen Sie für Ihre Arbeit am Intensivsten: a)Gedruckte Lookbooks und Pressemappen b)Emails mit Anhang c)Den Pressebereich auf Websites der Unternehmen?
Das kommt ganz darauf an: Für Modestrecken nutze ich die gedruckten Lookbooks, für Berichte etc. eher die Pressemappen und Infomails der PR-Abteilungen.

Nutzen Sie Social Media-Tools fr Ihre Arbeit und falls ja, wie und welche?
Social Networks wie Facebook helfen heute sich zu präsentieren dennoch tendiere ich persönlich wieder zur Homepage.

Ist Ihnen im Laufe Ihrer Karriere eine Veränderung der Branche aufgefallen – in Bezug auf das Verhältnis von Medien zu Pressestellen?
Ja. Noch vor 15 Jahren war der Druck seitens der Anzeigenkunden eher gering. Anzeigen wurden gebucht, weil das Medium zum Image der Marke und zur Zielgruppe passte. Heutzutage wird bei Schaltung einer Anzeige meist auch ein gewisser Grad an redaktioneller Erwähnungen erwartet. Die journalistische Freiheit wird ein wenig eingeschränkt.

Wie wichtig schätzen Sie das Medium HYPE für die Beziehung zu Fashion PR Agenturen ein?
Das HYPE Magazine ist ja noch relativ jung und das Vertrauen in das Heft musste erst aufgebaut werden. Das Vertrauen der Agenturen zu mir war wichtig um manch große Marken schon vor einem offiziellen Listing zu bekommen

Die Kunden im Blick: Das 14oz. in Berlin

14 oz. gilt inzwischen als Berlins erste Adresse für hochqualitative Denims, zeichnet sich durch ein exklusives Brand Menu und eine geradlinige Philosophie aus. Mit Daniel Werner sprach ich über Strategien und Maßnahmen den Kundenstamm zu halten und zu erweitern.

Sie haben sich inzwischen einen festen Kundenstamm aufgebaut. Auf welche Art und Weise haben sie Ihren Kundenstamm gefestigt? Und wie pflegen Sie die Bindung zu Ihren Kunden?
Die im 14 oz. erhältlichen Marken vertreten eine bodenständige, geradlinige Philosophie und stehen für ein kompromissloses Versprechen an Wertbeständigkeit und Nachhaltigkeit. Mit unseren Kunden verbindet uns ein gemeinsames Lebensgefühl um Tradition, Individualität und Authentizität. Einkaufen im 14 oz. bedeutet Erfahren und Erleben – durch seinen besonderen, kundenfreundlichen Service schafft das 14 oz. eine unvergleichliche Atmosphäre des Komforts und der Wertschätzung. Die regelmäßige, kontinuierliche Kundeninformation zu Produktneuheiten und Events über verschiedene Kommunikationskanäle nimmt im 14 oz. entsprechend einen wichtigen Stellenwert ein.

Auf der 14 oz. Website können sich die Kunden über Philosophie, Portfolio und Geschichte des 14 oz. Stores informieren.  Eine feine Fotoauswahl vermittelt Neukunden visuell die Atmosphäre des Stores und des 2nd floors, der für Private Shopping und Präsentationen genutzt wird. Auf der Website eingebettet befindet sich der 14 oz. Blog, auf dem umfassendere Hintergrundinformationen zu Highlights und Marken mit Blick auf die individuellen Besonderheiten bereitgestellt werden.  14 oz. bietet ebenfalls einen Newsletter Service – unsere Kunden können sich dafür online über die Website oder direkt im Store anmelden.

Was ist neben der Auswahl der Marken und Produkte, die Sie führen, das Geheimnis Ihrer erfolgreichen Positionierung? Wie wichtig ist PR für Ihre Positionierung?
Die Leidenschaft für Qualität und Beständigkeit, die bei der Produktauswahl an oberster Stelle steht, wird in der Positionierung des Stores und der aktiven PR-Arbeit umgesetzt. Das 14 oz. unterhält exzellente Verbindungen zur internationalen Fach- und Publikumspresse und steht in regelmäßigem Austausch mit den Journalisten. Mit gezielten Pressemittelungen werden diese über Neuigkeiten und Events informiert. Pressematerialien, wie z.B. das umfangreiche Presse Dossier und Store Fotos werden kontinuierlich ergänzt, aktualisiert und auf Anfrage versendet. Besonders während der BREAD & BUTTER, wenn sich die internationalen Protagonisten der Modebranche und Pressevertreter in Berlin aufhalten, finden im 14 oz. verschiedene Veranstaltungen und besondere Highlights statt. Auch werden die Räumlichkeiten, insbesondere der 2nd floor vereinzelt für besondere Events vermietet oder im Rahmen von Private Shopping Appointments zur Verfügung gestellt.Mit diesen Maßnahmen konnte das 14 oz. seine starke und in der Branche einzigartige Positionierung bei den Pressevertretern und bei den Kunden ausbauen. Für die Eröffnung des zweiten 14 oz. Stores im Haus Cumberland auf dem Kurfürstendamm werden wir an der bestehenden und bewährten Kommunikationsstrategie festhalten.

Sie halten Ihre Kunden über Facebook auf Laufenden, informieren über neue Produkte und treten mit Ihren Fans in Kontakt. Welche Bedeutung hat die 14 oz. – Facebook-Seite?
Facebook ist ein wichtiges Medium, um unsere internationalen Kunden kontinuierlich und schnell über aktuelle Produkte, Events und Sales-Aktionen zu informieren. Die Resonanz ist sehr positiv und ermöglicht uns unkompliziert, mit den Kunden in Kontakt zu treten, unabhängig von Ort oder Zeit.

Welches Konzept steht konkret hinter Ihren Bemühungen im Bereich Social Media? Wie hoch ist der Aufwand dahinter?
14 oz. Store vernetzt sich zum Einen mit Marken, die im Laden geführt werden sowie mit befreundeten Stores, Agenturen, Journalisten und Blogs. Die Community, die das im 14 oz. geführte Markenportfolio schätzt, ist sehr gut und digital vernetzt, so dass ein regelmäßiger Austausch für alle Beteiligten wertvoll ist. Unsere Kunden werden pro Woche mit mehreren Posts  versorgt und informiert. Inhalte sind u.a. Produkte mit aktuellem Themenbezug, Pressestimmen über das 14 oz. und Ankündigungen der Events oder Sales-Aktionen.Konkrete Anfragen zu Größen, Verfügbarkeit oder Bestellungen, die uns per „Kommentar“ oder „Personal Message“ erreichen, werden von der Pressestelle zur umgehenden Bearbeitung an den Store weitergeleitet.

Seit etwas mehr als einem Jahr geben Sie außerdem einen sehr umfangreichen Katalog über Ihr Sortiment heraus. Was genau erwartet Ihre Kunden in dem Printwerk?
Die Kunden erwartet eine Publikation, in der die im 14 oz. erhältlichen Marken in besonderer Form präsentiert werden. Die 14 oz. Publikationen sind produktorientierte Wegweiser durch das außergewöhnliche Markenkonzept des 14 oz., und der Leser erhält einen tiefen Einblick in die jeweilige Philosophie und Geschichte der Marke: in erster Linie saisonunabhängige Klassiker, die die Grundlage des Markenportfolios darstellen, sowie ausgewählte Highlights der aktuellen Kollektionen. Zum jetzigen Zeitpunkt werden die Printpublikationen überarbeitet, zum jetzigen Zeitpunkt liegt der Fokus auf dem Ausbau der digitalen Medien.

In Ihrem Webshop hingegen findet man nur wenige Teile. Warum bauen Sie diesen nicht aus?
Der Webshop wurde bewusst für eine selektierte Auswahl an exklusiv für das 14 oz. aufgelegten  Sondereditionen eingerichtet. Die Produkte, die im 14 oz. erhältlich sind, zeichnet ein ausgeprägtes Bewusstsein für höchste Qualität, in kleinen Manufakturen und teilweise von Hand gefertigte, individuelle Stücke und ein unverwechselbarer, authentischer Stil aus. Im 14 oz. steht das Produkt und der Service im Mittelpunkt, und mit dem Webshop möchten wir dem Kunden eine erklärende Einführung zu seinem Produkt vermitteln. Beim Online-Kauf kann das Gefühl des Einkaufserlebnisses und des Erfahren des Produktes nie eins zu eins vermittelt werden; beim 14 oz. Webshop handelt es sich um ein ergänzendes Angebot. Das persönliche Einkaufserlebnis kann das Internet nicht ersetzen.

Welches Ziel verfolgen Sie mit einem Katalog oder einem Kundenmagazin? Wen soll es konkret ansprechen? Wie ist die Resonanz?
Unsere Printpublikationen bringt den Kunden das Markenportfolio des 14 oz. näher und informiert sie über Neuheiten. Er richtet sich sowohl an die Stammkundschaft, die den Katalog automatisch und kostenfrei per Post erhält, aber auch an neue Kunden und natürlich auch an die Presse. Von allen Seiten ist die Resonanz auf unsere Publikationen durchweg positiv, hier spielt auch das haptische Erleben, wie beim Produkt selbst, eine große Rolle. Neukunden, die durch Berichterstattung in diversen Medien auf die Publikation aufmerksam werden, können den Katalog direkt im Store erhalten, darüber hinaus steht der Katalog auch online auf der 14 oz. Website zur Verfügung. Durch diese Maßnahme konnten wir unseren internationalen Kundenstamm einmal mehr erweitern und die 14 oz. Philosophie in die Welt tragen.

Facebook und Co. – warum man in Social Media auf Dialog setzt

Wollte man vor einigen Jahren wissen, wie es einem Freund geht, hat man einen Brief verfasst oder angerufen. Heute geht man auf die Facebookseite des Freundes. Auf seiner Pinnwand erfährt man wie es ihm geht, was er so macht, was ihm gefällt und wo er war.

Unsere heutige Zeit spielt sich also im Netz ab. Durch Social Media wie Facebook, Twitter, Youtube oder Pinterest sind wir zu einer ganz großen Community zusammengewachsen, die keine Ländergrenzen kennt. Alleine in Deutschland sind es 23,2 Mio. aktive Facebook-Nutzer. Weltweit sind es inzwischen über 900 Mio. Nutzer, die täglich Facebook nutzen. Somit ist es nicht verwunderlich, dass Unternehmen auf Social Media aufmerksam geworden ist. Kein anderes Medium kann eine so große Reichweite aufweisen wie die sozialen Medien. Unternehmen wie Louis Vuitton, Chanel oder Prada nutzen diese neuen Möglichkeiten. Die englische Luxusmarke Burberry gibt 60 Prozent seines Marketingbudgets für Social-Media und Digitalmarketing aus – und ist trotzdem oder gerade deswegen erfolgreich. Doch wie kann ein Unternehmen das neue Medium vorteilhaft für sich nutzen? Welche neue Marketingstrategien verbergen sich hinter Facebook und Co.?

Social Media: Mehr als nur facebook und youtube

Um Social Media gekonnt zu betreiben, muss man Facebook und Co. verstehen. Was also ist Social Media? Die allgemeine Definition lautet: Alle medialen Dienstleistungen im Internet, deren Inhalt der User aktiv mitgestalten kann. Das heißt, der User kann ein Teil des Netzes werden und „mitbestimmen“. Für die Marketingabteilung der Unternehmen heißt es: Dialog statt Monolog. Im sozialen Netz wird miteinander kommuniziert. Ziel der Unternehmen lautet: Engagement der Fans. User der Social Media sind es gewohnt nach ihrer Meinung gefragt zu werden. Besonders in Facebook ist Engagement ein wichtiges Ziel, da ansonsten die Unternehmen selektiert werden können. Facebook nutzt zur Organisation der massiven Datenmengen, die durch die Aktivität der Nutzer entstehen den Algorithmus EdgeRank. Der EdgeRank von Facebook entscheidet für den Benutzer, welche Inhalte für ihn wichtig sein könnten und im NewsFeed angezeigt werden. Affinität ist dabei ein wichtiger Faktor. Schafft also eine Unternehmen nicht bei dem User Engagement auszulösen, dann läuft es Gefahr im NewsFeed nicht angezeigt zu werden. Grundlage einer guten Social Media Marketing ist also zuhören und Beziehung aufbauen.

Vorteil des Dialogs im Social Web ist die entstehende Glaubwürdigkeit. Das setzt das klassische Marketing unter Druck. Nur 3 Prozent der Deutschen vertrauen Anzeigen in klassischen Massenmedien wie Zeitungen, Zeitschriften und Fernsehen, während 27 Prozent den Empfehlungen von Freunden und Bekannten vertrauen. Ist man also überzeugt von einem Produkt und postet dies in Facebook hat das einen vertrauenswürdigeren Werbeformat als eine 2-Minuten Werbung im Fernsehen. Es ist effektiver und kostet weniger. Für Unternehmen eine günstige und effektive Werbeplattform. Diese kostenlose Werbeplattform verleitet viele Unternehmen aber dazu eine Facebook Seite oder ein YouTube Channel zu erstellen und ab und dann die User mit Clips und Nachrichten zu füttern. Doch so funktioniert Social Media nicht. Es gibt nichts schlimmeres für die Reputation eines Unternehmens als schlechte Social-Media Marketing Strategien. Social Media bedeutet eine Zwei-Wege-Kommunikation. Sie ermöglicht den Usern mit dem Unternehmen in direkten Kontakt zu treten. Taubheit gegenüber Kundenstimmen oder Intoleranz gegenüber Kritik sind Todsünden im Social Web.

Genau wie im klassischen Marketing benötigen Social-Media Aktionen Strategie und Planung. Man braucht ein Team, eine genaue Analyse, Redaktionsplanungen und das Streben nach Optimierung. Besonders die Entscheidung des Mediums ist wichtig. Nicht jede Marke kann optimal durch Facebook vertreten werden. Eine gute Strategie zahlt sich aus durch hohe Trafficzahlen, Steigerung der Reputation, Aufbau einer Beziehung zu Kunden und natürlich die Weiterverbreitung – „Share“ oder „Re-Tweet“. Für solch eine Online-Partizipation versuchen Marketing Kampagnen die 4F’s in ihrer Strategie einzubinden: Fun, Fortune, Fame und Fulfillment. Der Fun-Faktor erklärt sich fast von selbst. Kein User macht mit, beteiligt sich und teilt weiter, wenn er kein Spaß verspürt. Gewinnspiele z.B. erhöhen nicht nur den Fun- aber auch den Fortune-Faktor und erhöhen das Engagement der User. Eine Aussicht auf Berühmtheit verstärkt natürlich das Engagement der User. Meist reicht schon eine Anerkennung von seitens der Unternehmen. Nokia z.B. wählte regelmäßig einen Contributor of the Month und hebte seine Leistung für die Nokia Community hervor. Der letzte Faktor ist Fulfillment, die Erfüllung. Warum liken oder posten User überhaupt? Meistens hat es ihren Ursprung nach ihrem Wunsch Experte auf einem Gebiet zu sein. Indem man Fragen in Foren beantwortet oder Restaurant Tipps auf Onlineseiten gibt, zeigt der User seine Kenntnisse und verspürt dabei Fulfillment. Diese 4F’s sind Motivationsfaktoren für User, die zum Mitmachen, posten, liken und sharen anregen.

Eine hohe Kunst der Social-Media Kampagne sind Virals. Clips oder Videos im Netz, die durch einzigartige und innovative Botschaften sich in kürzester Zeit mit unglaublichen Auswirkungen ausbreiten. Virals gelingt es, Blogger, Twitter- und Facebook-Fans und Follower mit einzubinden und mitzureißen. Solche viralen Effekte kann für die Produkt- und Unternehmenskommunikation genutzt werden und werbliche Pandemien entfesseln, wie an den amerikanischen Beispielen von „Old Spice“ durch Procter& Gamble oder „Smart Water“ mit Jennifer Aniston von Agentur Zambezi zu sehen ist. Doch Virals sind von Social Media zu unterscheiden. Während diese nur eine kurze Lebensdauer haben, sind gute Social Media Kampagnen für einen längerfristigen Effekt geplant. Zudem können selbst absolute Profis den nächsten viralen Effekt nicht garantieren. Eine weiterer wichtiger Faktor im Social Media sind Bilder. Oft machen gute Bilder im Netz Worte überflüssig. Kein Brand kann sich ohne visuelle Anreize bemerkbar machen, daher geht es darum Bildwelten zu kreieren. Dass Facebook den 13-Mann Betrieb von Instagram für eine Milliarde Dollar gekauft zeigt: Der Trend geht zum Bild.

Man erkennt also, Social Media ist kein Hype, sondern fester Bestandteil unseres alltäglichen Lebens. PR und Marketing müssen dementsprechend reagieren und Social Media als neues Medium arbeiten. Mit bewegten Bildern auf YouTube Geschichten erzählen, Service anbieten oder durch Hintergrundinformation Einblicke in ein Projekt oder Unternehmen bieten. Vielleicht auch einfach mal wie Björn Borg eine Hausparty für einen Kunden schmeißen – Aufräumtrupp inklusive!