Jeder kann Gutes tun – das nennt man Charity

Der rote Teppich. Limousinen fahren vor. Blitzlichtgewitter. Unzählige, traumhaft schöne Roben und funkelnde Diamanten. Ruhm und Reichtum. Prominente Persönlichkeiten beschreiten ihren Weg zur Gala. Bei diesem Bild stellen viele die gleiche Frage: „Kann nicht einer von denen etwas von seinem Geld abgeben?“

Genau das ist der Anlass der Veranstaltung. Die einmal jährlich stattfindende „Tribute to Bambi“-Gala sammelt, mit Hilfe von Modemarken und Prominenten, Spenden für einen guten Zweck. Die Stiftung „Tribute to Bambi“ wurde 2001 auf Initiative vom Verlagsvorstand und „BUNTE“-Chefredakteurin Patricia Riekel gegründet und konnte seit Beginn 4,5 Millionen Euro an über 30 soziale deutsche Netzwerke spenden. Alle Institutionen bieten Hilfe für Kinder in Not. Bei der Gründung wurde vor allem die Aufmerksamkeit der medienträchtigen „Bambi“-Verleihung als Chance genutzt und ist seit 2001 ein, mit der Preisverleihung verbundenes, Event. Kooperierende Unternehmen sind beispielsweise „Peek & Cloppenburg“ oder „Chopard“. Es werden exklusive Produkte lanciert, die speziell für die neue „Tribute to Bambi“ entworfen wurden und deren Einnahmen vollständig an die Stiftung gegeben werden. In sämtlichen Zeitschriften des Gründerverlages werden die Charity-Produkte vorgestellt oder Magazine entwerfen selbst T-Shirts für den guten Zweck. Durch das DZI-Spendensiegel, welches eine Stiftung als seriöse Spendenorganisation auszeichnet, ist auch beim „Tribute to Bambi“ eine leistungsfähige und transparente Arbeit gewährleistet.

Doch nicht nur als Kooperationspartner, sondern auch Modemarken selbst stehen in direkter Verbindung mit Stiftungen und setzen sich für Minderheiten ein. Als Beispiel entwirft das Label „Tommy Hilfiger“ jedes Jahr eine Tasche und präsentiert diese, in Verbindung mit einem neuen Gesicht, als Charity-Produkt. Aktuell verkörpert dieses Renée Zellweger. Sie präsentiert eine neue Wildledertasche der Traditionsmarke. Hiervon werden 100,- Euro an den „Fund for Living“ der „Breast Health International“ gespendet. Diese Hilfsorganisation befasst sich mit dem Thema Brustkrebs und versucht mit Hilfe der Spenden die Problematik der Krankheit publik zu machen, Erkrankte zu unterstützen und Wissenschaftlern finanziell zu helfen. Ein Unterschied im Vergleich zur Spendenhöhe des „Tribute to Bambi“ ist die nicht vollständige Weiterleitung der Erlöse aus dem Taschenverkauf. Vom Verkaufspreis in Höhe von 299,- Euro werden nur 100,- Euro gespendet.

Neben Tommy Hilfiger arbeitet auch die Modemarke „Codello“ mit Charity-Organisationen und unterstützt, durch den Verkauf exklusiv designter Tücher, die „Deutsche Kinderkrebshilfe“ oder „Ein Herz für Kinder“. Doch auch beim Verkauf dieser Produkte wird nur ein Bruchteil gespendet.

Durch die immer stärker werdenden Diskussionen zum Thema Arbeitsbedingungen und Produktionsländer in der Modeindustrie nutzen einzelne Labels die Chance und zeigen sich durch Charity-Aktionen von ihrer guten Seite. „Massimo Dutti“ lancierte zum 25jährigen Jubiläum eine exklusive Schuhkollektion mit Jute-Beuteln als Verpackung. Fabriken in Bangladesch produzieren dieses Material und werden durch den Verkauf der Kollektion unterstützt. Hierbei ist der Weg der Spenden jedoch nicht nachzuvollziehen oder für den Kunden genau ersichtlich, wie viel Euro sie mit dem Kauf an die Arbeiter in Bangladesch spenden. Die Charity-Aktionen des Modelabels „Hugo Boss“ sind in Verbindung mit der Organisation „Save the Children“ transparenter und vertrauenswürdig. Die deutsche Marke versucht die Kinderarbeit in Indien zu unterbinden und veröffentlichte neben ihrer Charity-Arbeit einen exklusiven Schal, dessen Erlöse ebenfalls an die Hilfsorganisation ging.

Neben Traditionsmarken nutzen aber auch Modediscounter, wie „H&M“ die Gunst dieser PR-Aktionen. Seit kurzem und damit jetzt schon zum fünften mal kann der Kunde mit dem Kauf der „Fashion against Aids“-Kollektion Gutes tun. Seit 2008 gehen 25 Prozent der Einnahmen aus der Kollektion an unterschiedliche internationale AIDS- und HIV-Präventionsprojekte. Der Erfolg dieser Charity-Aktion zeigt sich in der bisher erreichten Spendensumme von über fünf Millionen Euro, die an namenhafte Organisationen weitergeleitet wurden.

Dies sind nur einzelne Beispiele einer immer größer werdenden Masse an Modelabels, die durch Charity-Aktionen Gutes tun wollen. Ob für ihr Unternehmen oder Hilfsbedürftige ist nicht immer deutlich, denn durch diese Art von PR machen Modemarken positiv auf sich aufmerksam und erweitern ihre Zielgruppe, was für ein profitorientiertes Unternehmen allgemein immer im Vordergrund steht.


Schnell zugreifen – limited editions als PR-Tool

Eine Stunde vor Eröffnung. Unzählige Frauen warten am Eingang. Eine derer sein, die das begehrte Stück ergattern. Der Wunsch jeder Einzelnen. Doch wovon ist die Rede?

Es ist der Abend der weltweit verbreiteten „Fashion’s Night Out“. Die Menschenmasse wartet auf die Eröffnung der Düsseldorfer Chanel-Boutique, denn nur heute und nur in limitierter Auflage gibt es das Nagellack-Set „Les Jeans de Chanel“ in nur zwei Chanel-Boutiquen in ganz Deutschland. Etwa 150 Sets werden erst am Abend der „Fashions Night Out“ verkauft und Reservierungen sind strengstens untersagt.

Neben Chanel nahmen eine Vielzahl weiterer Modeunternehmen an der „FNO“ teil und nutzten die Chance limitierte Editionen zu veröffentlichen und Aufmerksamkeit zu bekommen. Tory Burch veröffentlichte eine „Tote Bag“ in exklusivem Design oder der Juwelier „Bucherer“ brachte exklusiv und passend zum Event einen Silber-Anhänger in Form einer Mini-FNO-Shoppingbag heraus.

Nicht nur während einer Veranstaltung, auch sonst veröffentlichen Unternehmen aus den unterschiedlichsten Segmenten in regelmäßigen Abständen Produkte mit einer begrenzten Verfügbarkeit. Diese spezielle Form der Produktlinienerweiterung stellt eine Exklusivität des Produktes dar und damit ein „Muss ich haben!“ bei den potentiellen Kunden. Das begehrte Nagellack-Set von Chanel wird nicht im normalen Beauty-Sortiment erhältlich sein und zeichnet sich in diesem Fall durch die spezielle Farbe aus. Hiermit erhält der Nagellack eine Sonderstellung und hebt sich vom Standard-Sortiment ab.

Auch andere Modeunternehmen nutzen die Vorteile der limitierten Produktauflagen. Designer haben in der Vergangenheit bereits mehrfach in Kooperation mit Getränkeherstellern, wie Coca Cola oder San Pellegrino exklusiv designte Flaschen entworfen. Aktuellstes Beispiel ist die Kooperation von Bulgari mit dem italienischen Mineralwasserhersteller. Der Designer Karl Lagerfeld designte ebenfalls im letzten Jahr die Flaschen seines Lieblingsgetränks Cola Light. Die Flaschen waren nur in exklusiven Concept Stores, wie „Colette“ in Paris erhältlich. Diese speziellen Produkteigenschaften, wie optische Modifikationen begründen zusätzlich die Exklusivität. Als weitere Eigenschaft von Limited Editions wird diese auch deutlich kenntlich gemacht. Ebenfalls wird auf einem limitierten Produkt selber oder in den entsprechenden Kampagnen ein deutlicher Hinweis vermerkt. Hierdurch wird der Sammlertrieb der Konsumenten geweckt, die gerne einen vom Modelabel Missoni designten Kinderwagen durch die Gegend schieben. Merkmal des Kinderwagens ist das typische Missoni-Muster. Sich von der Masse abheben ist dabei nicht nur das Ziel des Kunden sondern auch des Unternehmens.

Ein weiterer Vorteil ist die Verkaufsförderung, nicht nur beim limitierten Produkt auch bei den Standardprodukten. Als Beispiel zeigt sich das traditionsreiche Modeunternehmen Louis Vuitton. Das Label entwirft regelmäßig, über die klassischen Lederwaren hinaus, limitierte und speziell designte Taschenkollektionen. Im Jahr 2009 arbeitete das Modehaus mit dem Künstler Stephen Sprouse zusammen und entwarf eine „Graffiti-Kollektion“, die klassische Taschen der Marke durch aufgedruckte Graffiti-Schrift in Neon-Farben abwandelte. Diese speziellen Kollektionen wurden aber nicht nur in geringer Stückzahl sondern auch teurer verkauft als die Klassiker.

Preisunterschiede sind aber nicht standardmäßig. Der Chanel-Nagellack der FNO kostet ebenso viel wie eine Standardfarbe des Labels. Doch der Wert ist definitiv ein anderer. Durch die limitierte Stückzahl ist der Nagellack begehrter als die anderen Farben. Dies wird von einer Vielzahl der auf der Königsallee wartenden Kunden ausgenutzt, die noch am selben Abend das Nagellack-Set für den dreifachen Preis bei Online-Auktionsplattformen einstellen.

Limitierte Editionen sind ein gutes Marketing-Werkzeug, um eine Marke präsenter zu machen und die Zielgruppe erweitern können.

Prominente designen für Modeunternehmen

Immer häufiger kommt es vor, dass nicht nur Designer ihrer Inspiration freien Lauf lassen und eine neue Kollektion entwerfen, sondern auch verschiedene Prominente. Musiker, Sportler aber  auch Models trauen sich die Kunst des Designs zu. Modeunternehmen wie H&M, Longchamp oder C&A engagieren gezielt Celebrities, da diese das Image des Labels pushen und eine große Medienresonanz hervorrufen. Eine Prominenz aus einer anderen Branche besitzt von vorn herein einen Ikonenstatus in der Gesellschaft. Mit diesem PR-Aufhänger schaffen es die Marken nicht nur in die üblichen Modezeitschriften, sondern auch die beliebten People-Magazine und das Fernsehen berichten über die Kooperation.

Denken wir an Verona Pooth, die eine eigene Kollektion für den Textildiscounter Kik entwarf.  „Kleidung clever kaufen bei Kik“, der Werbeslogan an den wir direkt denken, sobald wir den Namen des Discounters hören. Verona Pooth, ehemalige Miss Germany, Werbeikone und nun Frau Franjo Pooth nahm 2009 ein millionenschweres Angebot des Textildiscounter „Kik“ an und kooperiert seitdem mit diesem Unternehmen. Ihre Designs gingen in verschiedene Richtungen, aber meistens hat sie versucht ihrem Stil dabei treu zu bleiben. Schick, lässig aber auch elegant. Schauen wir uns den 30 sek. Werbespot zu ihrer Kollektion an, der im Übrigen auch sie selber als Model zeigt, werden Leggings mit schwarzen taillierten Kleid und hohen Schuhen präsentiert. Vorbei sind also die Zeiten in denen sie für den „Blubb Rahmspinat“  und für die „süßen Früchte“ von Schwartau warb. Der neue Slogan lautet: „ Man kann auch für wenig Geld clever kaufen“.

http://www.youtube.com/watch?v=GOnk51jKWq4

Franziska van Almsick, deutsche Schwimmerin,  kooperierte ebenfalls 2009 mit dem Modehaus C&A und entwarf eine Bademodekollektion. Knallige Farben, verschiedene Designs schmückten Bikinis, Tankinis, aber auch einfache Badeanzüge.

Ebenfalls eine Fashion PR-Kampagne ist das Engagament von Kate Moss, die schon seit 2006 Gesicht des französischen Taschenlabels „Longchamp“ ist. Sie nahm 2011 die Zügel in die Hand und designte vier verschiedene Taschenlooks, die sie ganz nach ihren eigenen Vorstellungen kreierte („Faraway Kollektion“). Es sind leichte, lockere und komfortable Taschen. Warme, zarte Farben wie Braun oder Beige ziehen sich als roter Farben durch die gesamte Kollektion.

Aktuell entwarf  David Beckham, Fußballspieler und ehemaliger „Sexiest Man Alive“ eine Unterwäschenkollektion für H& M. Neben Beckhams Frau, Victoria, die jetzt nun auch zu den High Fashion Designern gehört, designte auch David seine erste Dessous- Kollektion für das schwedische Modehaus. Der schöne David posiert für seine Kollektion selber und präsentiert sich vor der Kamera in knapper und sexy Herrenwäsche. Die Kampagnen Fotos, sowie auch der Werbespot, zeigen einen durchtrainierten und tätowierten Körper in schwarz weiß. Passend zu seiner Kollektion, die er auch nur in schwarz, grau und weiß designte. Zu seiner Erstkollektion „Bodywear for H&M“ gehören Unterwäscheklassiker wie Boxershorts, Slips, Unterhemden, T-Shirts, aber auch lange Unterhosen. Bei einer „Erstkollektion“ wird es wohl  nicht bleiben, denn angeblich soll es nun jede Saison eine Kollektion von David Beckham geben. H&M spricht von einer geplanten, langfristigen Partnerschaft. Wir dürfen gespannt sein.

Schauspielerin Halle Berry trat in die Fußstapfen von Cindy Crawford und designte zusammen mit den Designern von Deichmann eine Schuhkollektion, die schon seit dem 5. März in allen Deichmann- Filialen zu kaufen gibt. Die Kollektion besteht aus rund 40 verschiedenen und vor allem  sommerlichen Schuhmodellen. Riemchensandaletten, Sling- Sandaletten und Keilabsatz Peeptoes setzen den Schuhtrend 2012 voraus. Jetzt dürfen wir nur auf einen Sommer hoffen!

Ein weiteres Beispiel ist die Kampagne von Charles Vögele, bei der Penélope Cruz und Til Schweiger eigene Kollektionen designt haben und die von der Fashion PR Agentur Style Relations aus München begleitet wurde.

PR-Kampagnen: 6 Klassiker der Fashion PR

Klassische Produkt PR ist die Pflicht, PR Kampagnen sind die Kür gezielt News zu initiieren. Immer wieder gelingt es Unternehmen oder Fashion PR Agenturen neue, spannende Ideen zu entwickeln. Aber es gibt Klassiker, die immer wieder zum Einsatz kommen:

CHARITY-PROJEKTE
Charity Projekte dienen einem guten Zweck, es werden Spenden gesammelt, um diese dann einer Organisation zukommen zu lassen. Oft stehen Labels direkt in Verbindung mit einer Spendenaktion, wie z.B. Gucci in Verbindung mit UNICEF. Kaufen Kunden die limitierte oder ausgeschriebene Tasche, geht ein Anteil vom Kaufpreis an die Organisation. Beispiel Gucci: Das Unternehmen stellt eine neue Version der beliebten `Sukey Bag` vor, zum Anlass der siebenjährigen Partnerschaft mit UNICEF (Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen). 25% des Verkaufserlöses kommen dem UNICEF Projekt ‚Schulen für Afrika‘ zugute, dessen Ziel es ist, Kindern Zugang zu Bildung zu ermöglichen. Diese Projekte rücken die Labels in ein gutes Licht und bedeuten so auch, in den  Fällen eine gute PR. Was man stark bei diesen Charity Projekten beachten sollte, ist, dass man für Glaubwürdigkeit und Transparenz (anerkannte Zertifikate, Projekt-Blog etc.) sorgt, WAS wird kommuniziert und WIE wird es kommuniziert. Vorteile dieser Projekte sind nicht nur wie oben genannt, dass sie das Label in ein gutes Licht rücken, sondern auch, dass Verbraucher verstärkt darauf achten, dass Unternehmen Verantwortung übernehmen. Desweiteren kann ein langfristiges Projekt Positiv-Botschaften für eine mögliche Krisenkommunikation bieten – langfristig denken und handeln. Da ein Charity-Projekt immer ein sensibles Thema ist, sollte man genau prüfen ob das Geld auch ankommt, die Organisation seriös ist und man damit auch das richtige erzielen möchte, da dieses Vorhaben nur bedingt geeignet ist für pro-aktive Mediensprache. Besser wohl dosiert kommunizieren, besser einen eigenen Blog auf der Website einrichten, als eine große Presseaktion zu starten.

KOOPERATION MIT ANDEREN MARKEN
Adidas stattet Porsche Motorsport mit einer eigens gestalteten Teamuniform aus. Von der Winterjacke über Shirts bis hin zu den Sportschuhen – Porsche Motorsport Mitarbeiter stecken von Kopf bis Fuß in Adidas Kleidung. Diese muss den hohen Anforderungen an den Rennstrecken genügen und somit gleichzeitig funktional, bequem, wetterbeständig, Hitze abweisend und natürlich gut aussehend sein. Bei diesem Beispiel haben zwei große Marken (Adidas & Porsche) miteinander kooperiert. So eine Kooperation dient dazu um die Marke/en zu festigen und die Zielgruppe zu erweitern. Der Vorteil wäre hier, dass ein doppelter Newswert für die Medien vorliegt, die Kompetenzen addieren sich und die Marke wird emotional geladen. Das Hauptproblem einer solchen Kooperation liegt vor allem darin, wer profitiert mehr, es wird schwierig einen tatsächlichen Mehrwert zu kreieren. Zudem muss man auch beachten, wie die eigene Zielgruppe die Marke sieht und ob die die Zusammenarbeit für beide Seiten glaubwürdig ist, dazu gehören auch Kommunikationsinhalte und –Timing mit dem Partner abstimmen.

ENGAGEMENT EINES NAMENHAFTEN DESIGNERS
Im November 2004 wurde eine exklusive Kollektion von Karl Lagerfeld angeboten. Im November 2005 folgte eine Zusammenarbeit mit Stardesignerin Stella McCartney. Nach einer Werbekampagne mit der Pop-Sängerin Madonna, die für den schwedischen Textilkonzern nebenbei auch noch eine Kollektion von Trainingsanzügen entwarf, standen 2006 die niederländischen Design-Avantgardisten Viktor & Rolf für eine fünfzigteilige Kollektion Pate. Das Engagement eines namenhaften Designers wertet die Marke auf und wir in dem Beispiel von H&M auch ein hoher Nachrichtenwert. Wie in dem Beispiel von H&M, die schon Wochen vorher über die Printmedien oder die digitalen Medien eine solche Zusammenarbeit publizieren. Ein Nachteil könnten die hohen Kosten sein, die durch eine riesige Werbekampagne entstehen aber auch, wenn eine Zusammenarbeit wenig glaubwürdig ist. Und die Frage: „Was passiert danach?“, würde auch noch im Raum stehen. Um dieses Risiko einer Fehlinvestition zu vermeiden und Kunden zu verlieren, muss man vorher prüfen wie bekannt der Designer bei meiner Zielgruppe hat und was er für ein Image besitzt. Auch überprüfen sollte man ob der Designer noch für andere Marken tätig ist oder was er in der Vergangenheit mit wem schon gemacht  hat, Achtung beim Vertrag: Allgemeine „PR“-Zusage genügt nicht!

EINSATZ VON CELEBRITIES
Diese Form von PR-Kampagnen kann zwei verschiedene Richtungen einschlagen. Die eine wäre die Einbindung als Designer, wie aktuell Kate Moss für das Modelabel „Mango“. Dies wird bis jetzt als eine langfristige Strategie geführt (Scarlett Johansson, Cruz Schwestern). Als zweite Möglichkeit gäbe es noch die werbliche Zusammenarbeit, hierfür steht eine bekannte Person als Testimonial vor der Kamera (Heike Makatsch/Schauspielerin-Mexx). Oftmals stehen aber die Celebrities als Designer und Model vor der Kamera (Halle Berry für Deichmann oder David Beckham für H&M). Dies kann mehrere Vorteile haben, zum einen ein hoher Newswert, dadurch resultiert ein hohes Interesse im Handel und bei Verbrauchern. Ein bekanntes Gesicht zu engagieren ist immer mit hohen Kosten verbunden und ist zudem auch stark nach der Wahl des richtigen Promis abhängig. Wichtig hier vorher abzuklären, ist die Frage, wie die Imagewerte des Promis und seine Fashion-Kompetenz bei meiner Zielgruppe sind.

MODELL-WETTBEWERBE
Ein Modell-Wettbewerb ist auch mit geringen Kosten möglich. Dieses wird oft veranstaltet um Nähe zum Kunden aufzubauen. Und ist zudem immer noch interessant für die jüngere Zielgruppe. Neckermann, HUGO BOSS, Otto oder S.Oliver suchen oft über das Internet (Facebook, Twitter, Newsletter), nach Models. Meist ohne Erfahrung und jeder kann mitmachen. Es werden Covershoots gemacht oder wie im Fall von HUGO BOSS werden Runway-Models gesucht. Der Gewinn ist oft dotiert mit Bargeld oder einem Warengutschein der entsprechenden Marke. Leider ist eine solche PR-Kampagne nur noch im großen Rahmen für die Presse relevant. Eine seriöse und professionelle Jury Besetzung sowie große Partner, sorgen für die entsprechende Aufmerksamkeit. Von Vorteil wäre auch so viel Socialmedia wie möglich einzubauen und Transparenz herzustellen. Baut man nun eine Facebook Seite und launcht dort seinen Wettbewerb sollte man auch auf mögliche Diskussionen im Social Web vorbereitet sein.

FÖRDERPREISE
Der „Mango Fashion Award“ zeichnet junge Designer aus, ebenso der „Design for Tomorrow Award“, von Peek&Cloppenburg, dessen Schirmherr Designer Marc Jacobs ist. „Prix Emile Hermes“, zeichnet innovative Designs aus, der „Humanity Fashion Award“, bezieht sich auch auf die Mode, besonders auf Nachhaltigkeit in der Mode. Der „HDS Junior Award“, wird auch an junge Designer der Schuhbranche vergeben. All dies sind Förderpreise, die eine gute Profilierung der Marke fördern und beim richtigen Thema auch eine hohe Authentizität. Zudem schafft eine Förderung junger Designer eine hohe Kundenbindung. Leider je nach Thema ggf. nur für Fachtitel und Special Interest relevant. Zudem bräuchte man auch Starke Partner oder Schirmherrn. Man sollte vorher auch die relevant prüfen, ob die Idee überhaupt passt zur Marke/Unternehmen. Ein gutes Awardkonzept bindet Social Media maximal ein: Online first!

Guerilla-Aktionen als PR-Aufhänger

Guerilla-Maßnahmen sind überraschende Aktionen, die man oft nicht sofort als Werbung wahrnimmt. Die Aktionen werden in der Regel an realen, strategisch interessanten Orten inszeniert. Die Ideen sollten neu und einmalig sein, um ggf. auch noch Medienberichte nach sich zu ziehen. Außerdem sollen Passanten diese Aktion als außergewöhnlich wahrnehmen, so dass sie anschließend Freunden und Verwandten von ihr erzählen oder gar im Social Web darüber berichten. Das Ziel von Guerilla-Aktionen ist also das Erzeugen von Emotionen und Viralität.Es gibt unzählige Definitionen von Guerilla-Marketing. Doch in einem sind sie sich alle einig: Guerilla-Marketing sind verschiedene kommunkationspolitsche Instrumente, welche die Kunst besitzen, die von der Werbung übersättigten Konsumenten, durch Aufmerksamkeit und originelle Aktionen zu überraschen und deren Mitteilungsbedürfnis anzuregen. Nur so wird die Botschaft anschließend verbreitet und die Aktion war erfolgreich. Wie das funktionieren kann, zeigen fünf spannende Maßnahmen aus der Mode-, Schuh- und Sportartikelbranche.

Das erste Beispiel kommt aus der Schuhbranche. Die Aktion heißt „Just add Color“ und wurde von der Marke Converse in Berlin und Hamburg gestartet. Der Leitgedanke: Converse schenkt Kreativen aus der ganzen Welt bunte Freiheit in Form von den Canvas, wurde auch in dieser Aktion umgesetzt. Converse bringt jede Menge Farbe in die Straßen.  Bekannte Streetart-Künstler, wie die 44 Flavours, die Facade-Printern  oder die PeachBeach gestalteten live große einfarbige Werbe-Plakate. Das Ergebnis ist mehr als gelungen und faszinierte mehrere Passanten. Natürlich auch die Presse.

Zur Promotion der neuen, hoch reflektierenden Nike Vapor Flash Jacket, überlegte sich das Unternehmen eine außergewöhnliche Guerilla-Aktion. Eine Verfolgungsjagd mitten in Wien. „Catch the Flash“ heißt die Aktion, in der die 50 Nike Flash Runner zu jagen waren. Online oder direkt auf den Straßen von Wien. Ziel der Aktion war es, möglichst viele Rückennummer der Flashrunner, die in den hoch reflektierenden Nike Vapor Flash Jackets unterwegs waren, mit Blitz zu fotografieren oder eben online durch virtuelle Blitzfallen zu flashen. Zu Gewinnen gab es einen Platinbarren im Wert von 10.000€. Der Gewinner hatte den Sieg mehr als verdient. Er konnte konnte sage und schreibe 49 Runner flashen.

Es ist das größte 3D Straßengemälde der Welt. Rund 1.160 Quadratmeter groß und mit einer Länge von 106 Metern. Zu sehen ist ein wunderschöner Wasserfall und eine tiefe, gefährliche Schlucht. Verwirklicht wurde dieses Gemälde von dem Londoner Künstler-Duo Joe&Max im Auftrag von Reebok und ihrem Langzeitkooperationspartner Cross Fit. Mit dem Gemälde soll ein außergewöhnliches Feeling zum Trainieren geschafft werden. Dies ist gelungen. Sportbegeisterte Passanten konnten mitten in London zwischen dem Canary Wharf und dem West India Quays in den metertiefen Schluchten auf dem Asphalt kurze Crossfit-Trainingseinheiten absolvieren.

„Be stupid to get a free Jeans“ heißt die neue Diesel-Kampagne. In Zürich und anderen großen Städten wurde eine Dieseljeans in eine klobige Eisskulptur integriert. Das Prinzip ist ganz einfach: Die gefrorene Diesel Jeans befreien und in den nächsten Diesel-Shop gegen eine echte neue Jeans eintauschen. Diesel setzt ganz gezielt auf die Dreistigkeit der Menschen. Ein echter Diesel-Fan soll keine Angst vor peinlichem Verhalten in der Öffentlichkeit haben. Nach zaghaften Versuchen, das Eis mit heißem Wasser zu schmelzen, griffen die Passanten letztendlich doch auf härtere Methoden zurück. Mit Werkzeugen und rohrer Kraft gelang es dann endlich die Dieseljeans zu befreien. Soetwas bleibt natürlich nicht unbeobachtet. Ein zahlreiches Publikum schaut bei der vermeintlich blödsinnigen Befreiungsaktion zu. So wird Diesel seinem Slogan wohl doch gerecht: „Be stupid to get a free Jeans“

Es ist der 20. Januar 2012. Es ist die Zeit der Mercedes Benz Fashion Week in Berlin. Ein Auto hält mitten am Pariser Platz. Unmittelbar vor dem Zelt der Mercedes Benz Fashion Week. Doch eben davor und nicht darin. Ein Mann steigt aus, rollt einen roten Teppich aus, stellt eine Anlage auf und dreht die Musik so laut es geht. Passanten erschrecken. Plötzlich, sechs Models steigen in knappen Kleidern, trotz des Januarwetters in Berlin, aus dem Auto und laufen über den roten Teppich. Stilsicher. Der Catwalk perfekt insziniert. Exklusive Kleider werden präsentiert. Nach ein paar Minuten ist alles schon vorbei. Und zurück bleiben ratlose Zuschauer und Fotografen. Dahinter steckt das 2011 gegründete Online-Portal nelou.com, die es sich zur Aufgabe gemacht haben Newcomer-Label wie JULICE EN RÊVE und LUXXUS BERLIN ebenfalls in der Berliner Modewoche zu präsentieren. Nur eben nicht im Zelt. Der Hintergrundgedanke: Jeder normale Passant soll die Chance haben, die Modewoche live mitzuerleben. Avantgarde für die breite Masse also. Nelou.com zog mit der Kampagne durch ganz Berlin und hielt an wichtigen Standorten der Modewoche.


Modedesignern bringen Marken PR-Erfolg

Marken kooperieren mit bekannten Modedesignern. Ein Phänomen, welches spätestens nach den unzähligen H&M Designerkooperationen auch der breiten Masse bekannt ist. Und es zeigt sich: Mit Erfolg! Immerhin feierte H&M mit Versace schon die 13. Designerkooperation.  Mehr und mehr Marken beauftragen mittlerweile einen bekannten Modedesigner für ihr Haus. Designerkooperationen versprechen Erfolg. Hier können sich zwei individuelle Brands zusammenfinden und mit ihrem neuen „Produkt“ eine neue, breiter gefächerte Zielgruppe ansprechen. Immer mehr Designer geben ihren Namen für diverse Markenkooperationen her. Folglich ein paar Beispiele mit sehr gelungenen Designerkooperationen der letzten Zeit aus den Bereichen Mode, Sport und Schuhe.

Um dem Ganzen gerecht zu werden, starten wir mit einer der erfolgreichsten Designerkooperationen der letzten Jahre. Der „H&M Guest-Designer-Collaboration“. Hierfür entwerfen bekannte Designer eine Kollektion, enthalten mit Outfits, Schmuck und Schuhe für Damen und Herren. Gestartet hatte die H&M Guest-Designer-Collaboration im November 2004 mit einer exklusiven Kollektion von Karl Lagerfeld. Neben bekannten Designernamen wie Stella McCartney, Viktor&Rolf,  Roberto Cavalli, Rei Kawakubo, Matthew Williamson, Jimmy Choo, Sonia Rykiel, Lanvin oder Donatella Versace entwarfen auch bekannte Sänger wie Madonna oder Kylie Minogue eine Gast-Kollektion für H&M. Mittlerweile feiert H&M die 13. Guest-Collaboration mit dem Label Marni, welches 1994 von  Consuelo Castiglioni gegründet wurde.

Seit 2004 entwirft Stella McCartney regelmäßig eine Sport-Kollektion für Adidas „adidas by Stella McCartney“. Das Prinzip der Kollektion: „Stilvoll und funktional – Frischer Wind in der Sportmode“.  Die erste Kollektion konzentrierte sich auf die Bereiche Running, Fitness und Schwimmen. Später erweiterte sich das Angebot um die Bereiche Tennis und Golf. 2008 feierte die erfolgreiche Designerkooperation „adidas by Stella McCartney“ sogar den Einzug auf der London Fashion Week. Kennzeichen der Mode von Stella McCartney findet man natürlich auch in der Sportkollektion wieder. Organische Stoffe treffen auf funktionale Schnitte und Pastellfarben. Das anschließende Video zeigt die neue Frühjahr/Sommer-Kollektion 2012.

Im Frühjahr 2012 startet bereits die zweite Taschenkollektion von Jeremy Scott in Zusammenarbeit mit Longchamp. „Greetings from Paradise“ wird der Longchamp Shopper heißen und etwa 200€ kosten. Jeremy Scott ist bekannt für seine auffälligen Designs. Seine Mode spricht definitiv eine schrille Sprache. Für die neue Taschenkollektion hat der amerikanische Modedesigner den kultigen Longchamp-Shopper „Le Pliage“ mit Postkarten versehen. Die Designs sind lustig, präzise und eigenartig zur gleichen Zeit. Sie bringen ein Zusammenspiel aus Farben, exotischen Landschaften, Sonne und einem feinen Sand. Genau das Richtige für den kommenden Sommer.

Auch national feiern Designer Kollaborationen großen Erfolg. So ist die 2011 in Deutschland entstandene Kooperation zwischen dem Schuhlabel Sioux und dem aufstrebenden deutschen Jungdesigner Kilian Kerner ein gelungenes Beispiel hierfür. „Sioux designed by Kilian Kerner“ heißt diese Kollaboration, in der Kilian Kerner insgesamt sieben Herren-Mokassins, das Markenzeichen der Marke Sioux, passend zu seiner Frühjahr/Sommer-Kollektion 2012 entworfen hat. Die Schuhe überzeugen durch ihr cleanes Understatement aus klaren Linien und puristischen Formen in pastelligen Farben. Ganz Kilian Kerner eben.

Jeans-Liebhaber aufgepasst: Diesen Frühjahr startete die Kooperation zwischen der Modedesignerin Diane von Fürstenberg und dem Denim-Hersteller Current/Elliot. Dies dürfte vor allem die Printliebhaber freuen. Diane von Fürstenberg bleibt sich treu und entwirft insgesamt sechs äußert auffällige gesprintete Stücke für das Label Current/Elliot. Auf den Jeans lassen sich wilde Blumenzauber in senfgelb, grün, braun oder blau wiederfinden. Die limitierten Stücke gibt es online auf dem Diane von Fürstenberg Online Store zu kaufen. Preislich liegen sie zwischen 230 bis 290 Euro.

Modelwettbewerbe: Modefirmen machen Mädchenträume wahr

Immer wieder veranstalten Modeunternehmen Modelwettbewerbe. Die Gründe dafür sind vielseitig: Store-Eröffnung, Launch einer Neuen Modemarke, Finden eines neuen Markengesichts oder eine einmalige Werbeaktion. Auf verschiedenste Art und Weise werden diese Wettbewerbe promotet und umgesetzt. Sechs dieser Modelcastings habe ich genauer unter die Lupe genommen.

G!na
Für ihre Auskopplung „Gina“ sucht die Modefirma Ernstings Family jedes Jahr aufs neue das „Gina Gesicht“. Frauen im Alter zwischen 18 und 25 Jahren können sich via Internet bewerben und so am Wettbewerb teilnehmen. Zielgruppe ist die junge, gutaussehende junge Frau, die verrückt nach schöner Mode ist. Zudem wünscht Gina sich ein Mädchen, dass der Marke entspricht: selbstbewusst, wandelbar, weiblich und spontan.


Neckermann’s Next Topmodel
Im Jahr 2009 suchte Neckermann zusammen mit der Hamburger Modelagentur „Modelmanagement“ das Covergesicht des nächsten Neckermann Katalogs. Durch die Kooperation zwischen der Modemarke und der Modelagentur, wurde neben des neuen Covergesichtes auch ein potentielles Nachwuchsmodel ausfindig gemacht. Nach einer internen Auswahl trafen sich die zehn Finalistinnen für zwei Tage in Frankfurt um erste Probeshootings zu machen. Nach einigen Challenges wie dem Laufstegtraining wurde am Abend die Gewinnerin verkündet. Diese hatte dann am folgenden Tag das Covershooting, zusammen mit Starmodel Johannes Hübl. Kooperiert wurde mit VOX und Süddeutsche TV, die den Modelwettbewerb filmisch begleiteten.

sOliver
Vor einigen Jahren rief auch sOliver einen Modelwettbewerb ins Leben. Aus allen Bewerbungen wurden 25 Frauen und 25 Männer zu einem Precasting eingeladen. Diese Ausgewählten Teilnehmer hatten von nun an die Chance das Gesicht der Modemarke zu werden und einen Modelvertrag bei der bekannten Modelagentur „Louisa Models“ zu gewinnen. „Real You Gesicht“ nannte sOliver den Wettbewerb und wollte damit vor allem junge Talente fördern und zusammen mit einer Agentur nach Modelnachwuchs scouten.

Hugo Boss
Via Internet suchte das Modelabel aus dem Premium- und Luxussegment nach je einem Male und einem Female Model für die Hogo Boss Black Modenschau 2009/2010 in Berlin. Weltweit konnten via Social Media Kanal „Facebook“ Jungs und Mädchen mitmachen, die gerne auch schon Modelerfahrungen mitbringen konnten.


OTTO
Im vergangenen Jahr rief auch der Modekonzern OTTO zum nationalen Modelwettbewerb auf. Jeder, der älter als 16 Jahre ist, durfte teilnehmen und auf ein Shooting für den Streetbook Katalog von OTTO hoffen. Acht Finalisten wurden anschließend im Katalog abgebildet, zwei Teilnehmer auf dem Cover.

Alle Modelwettbewerbe wurden nach unterschiedlichen Konzepten und Aufmachungen umgesetzt, da auch die Ziele und Ergebnisse andere waren. Je nach der Zielgruppe wurde das PR Konzept ausgerichtet!

Interview mit Jutta Melchers zum „1982 Modelcontest“

Das Modelabel 1982 veranstaltete im Jahr 2010 einen Modelwettbewerb, um den Launch der Marke zu Promoten. Hierzu sprach ich mit Jutta Melchers, Abteilungsleiterin Public Relations bei Takko Fashion und PR-Verantwortliche für 1982, die an der Planung und Ausrichtung maßgeblich beteiligt war.

Warum haben Sie einen solchen Wettbewerb veranstaltet?
Wir haben im März 2010 damit begonnen, unsere Vertriebslinie „1982“ nach einer zweijährigen Testphase auszurollen. Um die erste Neueröffnungswelle zu promoten, haben wir ein zusätzliches PR-Konzept entwickelt, um die einzelnen Filialen am jeweiligen Standort bekannt zu machen, zusätzlichen Kunden-Traffic zu generieren und langfristig die Marke „1982“ zu etablieren.

Wie sieht die Planung eines solchen Wettbewerbs aus und wer ist alles involviert?
Im Vorfeld wurde eine 1982-Homepage erstellt, inklusive Microsites für jede Stadt, in der eine Filiale eröffnet. Das waren Amsterdam, Berlin, Frankfurt und Pforzheim. Auf der Microsite konnten die Teilnehmerinnen ihre Bewerbungsfotos hochgeladen. Parallel dazu waren an jeweils zwei aufeinander folgenden Wochenenden 1982-Promotionteams inkl. Fotograf in lokalen Clubs der jeweiligen Stadt unterwegs, um nach interessanten Gesichtern zu suchen. Auch diese standen nachher im Anschluss auf der Microsite zur Ansicht. In die Planung eingestiegen sind wir Anfang Mai 2010, die erste konkrete Umsetzung am ersten Standort fand Ende Juli statt. Wir haben also rund 3 Monate benötigt. Beteiligt waren dabei unsere Fashion PR Agentur Karkalis PR und die PR-Abteilung von 1982.

Warum haben Sie keinen bundesweiten Medienpartner gewählt?
Der Aktions-Claim „1982 – Style of your City“ sollte bewusst auf jede Stadt übertragbar sein und so die Möglichkeit bieten, diverse lokale Aktionen zu verbinden Mit der PR-Botschaft „Wir suchen attraktive und stylische Frauen, die aus xxx stammen“ haben wir bewusst auf den Lokalpatriotismus der Medien gesetzt, was die Wahrscheinlichkeit der Berichterstattung erhöht hat. Darum haben wir uns entsprechend auch für regionale Medienpartner entschieden, um diesen besonderen Gedanken des Contests noch zu verstärken und den PR-Effekten in den einzelnen Städten gezielt zu erhöhen.

Was war der Unterschied zu anderen Modelwettbewerben von anderen Modeunternehmen?
Unser Modelwettbewerb war natürlich ein regionalisierter Wettbewerb, der dennoch einen übergreifenden Charakter hatte, da wir in mehreren Städten gleichzeitig nach Nachwuchsmodels gesucht haben. Ein weiterer Unterschied war, dass die Teilnehmerinnen sich sowohl selbst anmelden konnten, als auch gecastet wurden.

Aus wie vielen „Runden“ bestand der Wettbewerb?
Nach der Anmeldephase folgte eine interne Auswahl der besten drei Teilnehmerinnen. Diese drei Finalistinnen wurden dann zu einem Probe-Shooting nach Berlin eingeladen. Darauf folgte erneut eine interne Auswahl der Gewinnerin. Diese wurde dann am Tag der Store-Eröffnung bekannt gegeben.

Was genau beinhaltete der Contest alles für die Kandidatinnen?
Neben einem Wochenende in Berlin mit einem professionellen Foto-Shooting gewannen die Finalistinnen einen Warengutschein von 1982 im Wert von 1000€ für die Gewinnerin und je 200€ für die Zweit- und Drittplatzierte. Außerdem bekamen sie alle ihr Bildmaterial des Shootings. Die Gewinnerin wurde zudem im Store, als auch in der Presse, veröffentlich.

Werden weitere Modelwettbewerbe folgen?
Aktuell ist für die Marke1982 kein weiteres PR-Projekt dieser Art geplant. Aber die Resonanz war sehr gut. Pro Stadt haben ca. 500 Mädchen teilgenommen, also insgesamt ca. 2500.

Würden Sie dieses „Konzept“ grundsätzlich als gute PR Maßnahme für ein Modeunternehmen beschreiben?
Ja, auf jeden Fall. Modelcontests sind – auch wenn die Idee nicht neu ist – für Modeunternehmen immer wieder eine resonanzträchtige Aktion, da nach wie vor das Interesse von Medien und Teilnehmern sehr groß ist. Die Chance, über einen solchen Wettbewerb erste Erfahrungen im Model-Business zu machen, ist für viele junge Frauen und Mädchen immer noch reizvoll. Gerade regionalisierte Aufrufe bzw. Wettbewerbe von Unternehmen werden dabei stark frequentiert, da hier die Hemmschwelle scheinbar niedriger ist, als sich direkt bei einer Modelagentur um einen Vertrag zu bemühen. Wir haben zahlreiche Veröffentlichungen in den regionalen und überregionalen Medien mit dem Wettbewerb erzielt und zudem deutlich erhöhten Traffic bei den Neueröffnungen gehabt, so dass unser Konzept an dieser Stelle erfolgreich gegriffen hat.

Vielen Dank Frau Melchers!

Fünf Beispiele für Awards als PR-Tool

Modeunternehmen rufen zu Awards und Auszeichnungen auf, um Jungdesigner und Nachwuchstalente zu fördern. Diese Aktionen stellen eine Kür in der PR-Arbeit dar, um die Marke emotional aufzuladen und somit in die Medien zu gelangen. Entsprechend gehören sie zum Arbeitsfeld von Fashion PR Agenturen oder PR-Verantwortlichen aus den Unternehmen. Durch die Awards erweckt das Unternehmen hohes Ansehen in der Gesellschaft und  kann sich in der Medienwelt höher positionieren. Die häufigsten Awards, die verliehen werden  gehen zwar in den Bereich Modedesign, dennoch können die Wettbewerbe auch in andere Bereiche, wie zum Beispiel „Produktdesign“ gehen – vorausgesetzt es passt zur jeweiligen Marke. Im folgenden Text werden fünf Beispiele aus verschiedenen Bereichen zum Thema Förderpreise und Auszeichnungen aufgelistet.

El Botón- Mango Fashion Award
Der Mango Fashion Award „El Botón“ zählt zu einem der weltbekanntesten und angesehensten Awards. Professionalität und Großzügigkeit sind wohl die besten Wörter die diese Auszeichnung beschreiben. Mit einem Preisgeld von 300.000 Euro ist dem Gewinner die Chance gegeben einen großen Schritt in die Selbstständigkeit zu machen. Schon seit 2007 haben die begabten Designer die Möglichkeit  ihre Kollektionen einer angesehenen Jury vorzustellen. Dazu gehören bekannte Designgrößen wie Oscar de la Renta, Valentino, oder auch Jean Paul Gaultier. Das englische Modeportal „Not just Label“ hat sich mit dem spanischen Trendlabel „Mango“ zusammen getan und gemeinsam den „El Botón“- Mango Fashion Award ins Leben gerufen. Dieser findet alle 18 Monate statt und bietet Jungkünstlern die Gelegenheit sich international zu vermarkten und ihre eigene Kollektion produzieren zu lassen.  Nicht nur zeichnet sich der Award durch seine strikte Professionalität aus, sondern arbeitet mit den fünf rennomiertesten Designschulen Europas zusammen: The Central Saint Martins School of Art and Design (London), The Escola Superior de Disseny (Barcelona), das Institut Francais de la Mode (Paris), das Instituto Marangoni (Milan- Paris- London) und The Royal Academyof Fine Arts of Antwerp ( Antwerpen).Die Kollektionen der Talente werden in der Form einer Gala am Ende des Wettbewerbs präsentiert.Der Sieger der 10 Endfinalisten erhält das Preisgeld von 300.000 Euro und kann somit seine eigene Kollektion produzieren lassen und vermarkten. Die restlichen Teilnehmer gehen dennoch nicht leer aus. Diese erhalten von Mango ein Preisgeld von 18.000 Euro, das die Kosten für die Herstellung und Produktion der Kollektion für das Finale deckt.

DfT- Designer for Tomorrow
Der Modedesign Wettbewerb von Peek & Cloppenburg (Designer for Tomorrow by Peek & Cloppenburg Düsseldorf), mit Schirmherr Designer Marc Jabobs, ruft jedes Jahr zum Mitmachen auf.  Zu den Gewinnen gehören ein kostenintensives Förderprogramm und eine eigene Modenschau auf der Fashion Week in Berlin. 2009 wurde dieser Design Wettbewerb ins Leben gerufen und seit 2011 ist der amerikanische Designer Marc Jabobs Schirmherr des Wettbewerbs. Durch ihn hat diese Veranstaltung einen hohen Stellenwert auch international. Die einzigen Voraussetzungen bei diesem Wettbewerb mitmachen zu dürfen sind, dass die Kandidaten das Studium innerhalb der letzten zwei Jahre abgeschlossen haben und bisher noch keine eigene Kollektion im Handel vertrieben haben. Die fünf ausgewählten Teilnehmer werden dann von einer zehn köpfigen Fachjury bewertet. Darunter zählen: Annette Weber (Chefredakteurin der Instyle), Marcus Luft (Fashion Direktor der Gala), Melissa Drier (die deutsche Korrespondentin der Women´s Wear Daily), Dr. Adelheid Rasche (Ausstellungskuratorin und Leiterin der Sammlung Modebild), Prof. Stephan Schneider (Professor für Modedesign an der UDK Berlin), Michael Werner (Chefredakteur Textilwirtschaft), Renato Trzoss (Einkaufsteam Peek & Cloppenburg), Harald Wolf (Bürgermeister und Senator für Wirtschaft, Technologie und Frauen). Die fünf Finalisten bekommen die einmalige Gelegenheit ihre Entwürfe auf der Mercedes Benz Fashion Week in Berlin zeigen zu dürfen. Am Ende der Veranstaltung wird dann der Gewinner gekürt der dann im darauffolgenden Jahr seine Kollektion auf der Berliner Fashion Week präsentieren darf. Dabei muss er sich weder um die Organisation der Schau noch um die Kosten der Produktion kümmern. Die Gewinnsumme von 150.00 Euro beinhaltet das umfangreiche Förderprogramm und wird daher nicht bar ausgezahlt.

Prix Émile Hermès
Der Prix Émile Hermès ruft alle drei Jahre kreative Köpfe weltweit auf, um Objekte von Morgen zu kreieren. Die Stiftung Fondation d’Entreprise Hermès fördert Jungdesigner und unterstützt sie beim Einstieg ins Berufsleben, dabei setzt sie sich für Nachhaltigkeit ein und regt die Jungdesigner zu neuen und kreativen Denkansätzen an. 2008 wurde der Kreativ – Wettbewerb erstmals ins Leben gerufen und fördert bildende Künste, sowie Innovationen und sinnvolle Designlösungen für die „schnelllebige Welt“. Das genaue Thema für den Wettbewerb wird mal zu mal geändert und variiert. 2008, zum Beispiel, sollten die Kandidaten innovative Objekte zum Thema „Die Leichtigkeit des Alltäglichen“ designen. Insgesamt haben die ausgewählten Finalisten drei Monate Zeit einen Prototyp zu ihrem Thema zu entwickeln. Die Jury, die aus Designern, Journalisten und aus Kuratoren besteht, bewertet die Kreationen nach der Relevanz für die aktuellen und zukünftigen Bedürfnisse der Gesellschaft. Die Gewinner werden jeweils im Herbst gekürt.  Dabei darf sich der Erstplatzierte über eine Gesamtsumme von 50.000 Euro freuen, der Zweitplatzierte über ein Preisgeld von 25.000 Euro und der Drittplatzierte über einen Wert von 15.000 Euro. Kenntnisse in der industriellen Fertigung, sowie der Ansatz für umweltfreundliche Herstellung der Objekte und die handwerklichen Fähigkeiten sind Voraussetzungen um bei diesem Award mitmachen zu dürfen.

Design Preis für „grüne“ Mode
Humanity in Fashion Award –  So nennt man den Design- Preis für die sogenannte „grüne“ Mode. Bei dieser Auszeichnung werden Jung und Nachwuchsdesigner gefördert, die nachhaltige Mode entwerfen. Deutschlands größtes Naturlabel „hessnatur“ rief den Preis 2010 erstmals ins Leben und wird seitdem jährlich vergeben. Der Gewinner erhält eine Fördersumme  von 25.000 Euro und erstellt exklusiv eine Woman Capsule Collection für das Naturlabel, welches eine Plattform für ökologische und faire Kleidung schafft und vor allem aber ermutigt, den Konflikt zwischen der Schnelllebigkeit der Modewelt und der geforderten Langlebigkeit einer „Fair Fashion“ zu lösen. Der Humanity in Fashion Award wird einmal jährlich im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung zur Berlin Fashion Week vergeben. 2012 erhielt Sandra Goldmann den Humanity in Fashion Award.

HDS Junior Award

Anlässlich zur letzten GDS in Düsseldorf, wurde der  HDS Junior Award  schon zum zweiten Mal in Kooperation  mit der Schuhmesse an einen Jungdesigner verliehen. Das Motto hieß diesmal „Hightech meets Fashion“. Gestiftet wird der HDS Junior Award vom Ministerium für Wirtschaft, Klimaschutz, Energie und Landesplanung Rheinland Pfalz. Mitmachen durften Jungtalente nationaler und internationaler Herkunft. Dabei richtete sich der Aufruf zur Auszeichnung an Studenten, die im Bereich Mode und Design tätig sind und an Nachwuchskräfte in den Betrieben. Die Jury beurteilte die Arbeiten nach Kriterien wie: Kreativität/ Originalität, Innovation und fachgerecht Umsetzung/ technische Perfektion. Dabei war aber vor allem wichtig, dass die Schuhe tragbar waren. Die Jungdesigner durften sich aussuchen welche Art von Schuh sie kreieren: Damen-, Herren,- und Kinderschuhe, Haus-, Sportschuh, Clogs, Sandalen, Stiefel. Der HDS Junior Award 2012 wurde mit einem Preisgeld von 2.500 Euro ausgestattet.