Pressewebsites im Usability-Test

Der „Press“-Button: Eine Verlinkung zur Pressewebsite. Fast jedes Unternehmen besitzt ihn, doch nicht jeder Klick darauf bewirkt das Selbe. Dennoch soll dieser Bereich des Online-Auftritts bei jedem Unternehmen den gleichen Zweck erfüllen: Positive Neuigkeiten über das Unternehmen kommunizieren und somit Journalisten informieren sowie das Verfassen von Meldungen, Artikeln etc vereinfachen. Können alle Pressewebsites diesem Anspruch gerecht werden? Wir haben 10 Pressewebsites von führenden Modeunternehmen untersucht und kritisch beurteilt.

Wie gut erfüllen die fünf Modelabels Samsoe Samsoe, Tiger of Sweden, Cheap Monday, Desigual und  Pepe Jeans Kriterien wie z.B. Aktualität, Übersichtlichkeit und viele inhaltliche Aspekte? Das für unsere Analyse elementarste Kriterium war der Zugang: Ist er frei für alle Besucher der Website gestattet oder dient dieser Bereich ausschließlich dem Informieren von Journalisten?

Das schwedische Unternehmen Tiger of Sweden und das dänische Label Samsoe Samsoe bieten freien Zugang zur Pressewebsite. Bei beiden Marken erwartete uns eine äußerst übersichtliche und gut strukturierte Seite. Während die Presseseite von Samsoe Samsoe viele Bilder zeigt und die Texte meist nur zum Download zur Verfügung stehen, findet man bei Tiger of Sweden eine Variation aus kurzen und langen Texten. Außerdem bieten beide Labels die Möglichkeit das aktuelle Lookbook und weitere Bilder der aktuellen Kollektion herunterzuladen.  Die Pressewebseiten überzeugten außerdem noch mit Ihrer angewandten Sprachlichkeit. Beide waren dem Unternehmen und somit der Zielgruppe angepasst. Da es sich um „junge Mode“ handelt, war auch die Sprache jung, lebendig, harmonisch und bei Samsoe Samsoe harmonierte die Wörterwahl oft sogar mit den Bildern. Für weitere Fragen im Bereich PR weisen beide Unternehmen spezifisch Kontaktpersonen mit Anschrift, E-Mail und Telefonnummer und weiteren Kontaktmöglichkeiten auf.

Desigual: News nur für Journalisten

Die Presseseite des Modelabels Desigual ist normalerweise geschützt, uns wurde aber für die Analyse der Zugang netterweise gestattet. Für alle anderen Fälle werden den Besuchern Kontaktpersonen des PR-Bereiches aufgezeigt, die bei Interesse kontaktiert werden können. Verwirrend war die Sprachauswahl des Unternehmens für ihre Presseseite. Es werden unterschiedliche Sprachen benutzt und eine Sprachauswahl, die das Verstehen der Texte vereinfachen würde gibt es nicht. Auch negativ aufgefallen ist, dass es keine richtigen Texte gibt sondern eher Stickpunktartig die News aufgelistet werden. Auch die Gestaltung ist wenig einladend. Journalisten erwarten eine strukturierte und übersichtliche Seite. In diesem Fall ist die Navigation erst ganz weit unten auf der Seite zu finden und die Anordnung von Bild und Text wirkt willkürlich.

Pressebereich? Fehlanzeige.
Das Label Pepe Jeans überrascht, in dem es gar keinen Pressebereich auf ihrer offiziellen Website hat. Unser Versuch über das Kontaktformular ist – wie nicht anders erwartet – gescheitert.

Cheap Monday – nur für Journalisten

Ebenfalls erfolglos blieb der Versuch einen Blick auf die Presseseite des schwedischen Labels Cheap Monday zu werfen. Zwar punkten sie in dem sie viele Kontaktpersonen wie z.B. Sales Agent, Office Headquarters etc. direkt auf der Startseite der Homepage mit Email auflisten, jedoch wird der Zugang nur Journalisten gewährt, die eine Position bei einem Medium nachweisen können.

Allgemein: CSR-Inhalte, Newsletter und Verweise zu Social Media wie Facebook, Twitter und Youtube  sind bei allen Labels auf der Homepage aufgeführt und somit für jeden verfügbar. Aufgefallen: Pressebereiche der Bekleidungsmarken werden regelmäßig, meist monatlich, aktualisiert. Es werden besondere Daten, wie Shoperöffnungen oder neue Erfolge der Marke, für jeden Monat angegeben. Fotos und Videos beziehen sich immer auf die jeweilige Saison, bzw. aktuelle Kollektion. Dennoch sind auch Lookbooks älterer Kollektionen präsent. Das Produkt- zu Corporate PR -Verhältnis ist insgesamt bei diesen Labels sehr ausgeglichen. Die Qualität des Pressebereiches, sprich die Aufmachung, Übersichtlichkeit und Auflösung der Fotos, ist unabhängig vom Erfolg des Unternehmens. „Kleinere“ und noch nicht so lange bestehende Marken wie Samsoe Samsoe verfügen über einen ebenso professionellen Pressebereich wie sehr bekannte Marken, beispielsweise Desigual.

Floris van Bommel, Kangaroos, Cocorose London, Tanya Heath und Zign Shoes – fünf Schuhhersteller im Check

Cocorose Londonübersichtlich aber nicht exklusiv
Das junge Label Cocorose London aus Großbritanien gestaltet ihre Pessewebsite in einigen Aspekten sehr vorbildlich. Zum Beispiel ist der Bereich sehr übersichtlich und hat ein ausgewogenes Text-Bild Verhältnis. Auch was die Aktualität und Kontaktmöglichkeiten mit expliziten PR Personen angeht, schneidet das Label durchaus zufriedenstellend ab. Jedoch gibt es einen Kritikpunkt: der Zugang auf die Presseseite ist zunächst frei. Man kann auch die vier bis fünf neusten Meldungen sehen bzw. nur die Überschriften. Um weiterlesen zu können, ist ein Benutzername sowie Passwort nötig. Etwas seltsam ist, dass dennoch alle Texte im Bereich „News“ in voller Länge online und für jeden lesbar sind. Außerdem nicht vorteilhaft ist, dass die in den Texten genutzte Sprache aufgesetzt wirkt. Gerade auch weil es mit den gesicherten Inhalten im Pressebereich nicht konsequent durchgeführt wird, erhalten Journalisten nicht das Gefühl, dass der Pressebereich speziell für sie gestaltet wurde.

Tanya Heath – rundum gelungen

Das Label bietet einen freien Zugang zur Pressewebsite. Diese ist sehr strukturiert und übersichtlich. Außerdem war es die Seite mit den aktuellsten Inhalten. Jedoch als am positivsten haben wir die gewählte Sprache in den meist sehr langen und informativen Texten empfunden. Die News sind meist französisch oder englisch. Das Label bedient sich einer höchst niveauvollen und vor allem fachgerechten Sprache. Kommt man nicht aus dieser Branche ist es quasi nicht möglich diese mit der Fachsprache geschriebenen Texte zu verstehen. Wir finden das ziemlich gut, da die Presseseite ja in erster Linie an Journalisten gerichtet ist und es wichtig ist eine zielgruppengerechte Sprache zu wählen.

Überzeugt durch Angemessenheit

Floris van Bommel überzeugt in vielen Punkten. Es gibt einen freien Zugang, die Seite weist eine sinnvolle Strukturierung vor und ist daher übersichtlich, das Verhältnis von Corporate-PR und Produkt-PR ist ausgeglichen und aktuell sind die Inhalte auch noch. Die Texte lassen sich aufgrund einer leicht humorvollen Sprache leicht lesen und erfüllen ihren Zweck der Informationsvergabe. Allgemein wirkt auf dieser Seite alles durchdacht und nichts dem Zufall überlassen. Somit ist die Seite zielgruppengerecht und wird ihrem Anspruch gerecht.

Die Suche nach dem „Press“ Button
Den Pressebereich auf der Webseite von Kangaroos zu finden ist gar nicht mal so einfach. Versteckt in der untersten Navigation muss zunächst ein anderer Bereich angeklickt werden in dem man dann in der Navigation auf die Presseseite verwiesen wird. Man landet auf einer ziemlich unübersichtlichen Seite. Sie besteht quasi nur aus Überschriften und Anreißern, die dann zum weiterlesen angeklickt werden können Jedoch ist die Farbe der Schrift grau und die Schriftgröße nicht optimal und kursiv. Klickt man die Texte an sind meist kaum Bilder zu den Texten abgebildet.

Ein Internet Auftritt mit Potenzial

Das Schuhlabel Zign aus Berlin verfügt über eine Zielgruppen angemessene Website. Auch der Pressebereich überzeugt in Aktualität und Übersichtlichkeit. Die gewählte Sprache ist sehr konsumentennah und leicht verspielt. Leider gab es ein Programmierfehler auf dieser Seite, wodurch es manchmal nicht möglich ist zu scrollen. Manchmal überlappen sich auch Texte was etwas schade ist, denn der gesamte Internetauftritt ist an sich ansprechend gestaltet.

Allgemein: Negativ aufgefallen ist, dass  vier von fünf Unternehmen neben Kontaktformularen keine andere Kontaktaufnahme und vor allem mit keiner bestimmten, vorgestellten Person ermöglichen. Auch negativ: keines der untersuchten Unternehmen hatte CSR Inhalte auf ihrer Website. Abwechslungsreich war das Produkt PR/Corporate PR-Verhältnis in den Pressebereichen. Während Kangaroos den Fokus auf Corporate PR Meldungen setzt, sind es bei Zign Shoes eher die Produkte die im Vordergrund des Pressebereichs stehen.

Eine Tabelle ermöglicht den direkten Vergleich der unterschiedlichen Pressebereiche.

 

Alexander Radermacher: So organisiert man eine Fashionshow

Alexander Radermacher, Fashion Consultant bei Igedo

Eine Fashionshow ist wohl eines bekanntesten Imagetools in der Modebranche. Wir sprachen mit Alexander Radermacher, Fashion Consultant bei der Igedo Company. Er organisiert Fashionshows bei der Schuhmesse GDS und erzählt von der Planung und typischen Problemen.

Was ist der optimale Rahmen für eine Fashionshow? Unabhängig organisierte Shows, Messen oder ein kollektiver Rahmen, wie die Mercedes Benz Fashion Week? 
Hier muss man abwägen. Eine Fashionshow im Rahmen einer Messe hat vor allem ein Hauptziel: Ordern. Schauen während Fashionshows sind in erster Linie ein Imagetool. Das zeigt sich schon daran, welche Stücke am Ende im Verkauf landen. Einkäufer können jedes Teil auf dem Laufsteg einer Messe kaufen, während Kollektionen, die auf Fashionweeks präsentiert werden, oftmals nur zu einem kleinen Teil im Verkauf landen.

Und was spricht für bzw. gegen diese unterschiedlichen Rahmenbedingungen?
Grundsätzlich erzeugt eine Fashionshow natürlich Aufmerksamkeit – egal ob auf einer Messe oder auf einer Fashionweek. Doch gerade im Rahmen einer Messer hat sie oft auch den Vorteil, dass die Kollektionen lebendiger vorgeführt werden. Silhouetten, Schnitte und Formen kommen so natürlich immer viel besser zur Geltung als am Kleiderständer. Das fördert natürlich auch den Orderwunsch der Kunden.

Wie viel Zeit nimmt die Planung einer Fashionshow in Anspruch?
Die reine Organisation nimmt natürlich sehr viel Zeit in Anspruch. Bei der GDS zum Beispiel, die im September stattfindet, beginnen in der Regel Anfang Juni mit ersten Anfragen. Die Überlegungen beginnen natürlich schon viel früher.

Wie viele Leute arbeiten daran?
Unser Team besteht aus vier Mitarbeitern. Mit Aushilfen sind wir dann meistens zu sechst. Das betrifft aber nur die reine Organisation. Mit Technik, Haare/Make-Up usw. sind es etwa 50 Personen.

Welche Aufgabenbereiche gibt es für diese 50 Personen?
In erster Linie gibt es das Team „Mode“. Hier suchen wir Designer und Marken, die wir uns in einer solchen Fashionshow vorstellen können. Dann gibt es natürlich den großen Bereich Technik, zu dem Musik, Licht, Bühnenbau gehören. Der Bereich Organisation umfasst die Budgetverwaltung, Backstage, den Showablauf oder natürlich Brandschutz.

Welche Faktoren während der Organisation sind schwer zu kontrollieren bzw. gehen häufig schief?
Was eigentlich immer schief geht und unheimlich schwer zu kontrollieren ist, ist der Bereich „Haare/Make-Up“. Wir machen uns natürlich immer viele Gedanken im Vorfeld, wählen danach auch immer die Models aus. Doch irgendwas passiert immer. Man bereitet sich quasi schon auf solche Pannen vor und hält beide Augen offen.
Bei der GDS beispielsweise haben wir eigentlich immer Probleme mit den Schuhgrößen. Es handelt sich dabei ja um Mustermodelle, die immer in Größe 37 hergestellt werden. Dass nicht jedes Model in Schuhgröße 37 hineinpasst, kann man sich ja vorstellen. Das macht natürlich dann ziemliche Probleme, wenn man gewisse Modelle in der Show haben möchte beziehungsweise muss und man einfach kein Model findet, dass darin laufen kann.

Einige Designer haben konkrete Vorstellungen von ihrer Show. Wie sehr erschwert das die Organisation?
Das ist natürlich immer in erster Linie eine Frage des Geldes. Da besondere Vorstellungen auch immer mit Mehraufwand und oft auch höheren Kosten verbunden sind. Zu solchen Vorstellungen kommt es gerade bei der Messe aber eher selten, da viele Designer von uns an die Hand genommen werden wollen.Die meisten unter ihnen haben nämlich nicht so viel Erfahrungen mit Shows.

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Wie hoch sind die Kosten für eine Fashionshow? Wie unterscheiden sich die Kosten auch durch die unterschiedlichen Rahmenbedingungen?
Das ist sehr schwierig zu verallgemeinern. Grundsätzlich kann man aber sagen, dass eine Fashionshow immer Non-Profit.

Und warum macht man überhaupt eine?
Wie gesagt, es handelt sich in erster Linie um ein reines Imagetool. Marketing- und PR-Abteilungen beispielsweise freuen sich immer über die Bilder einer Fashionshow. Wie schon gesagt präsentiert so eine Show die Mode nochmal ganz anders und fördert auch den Umsatz der Designer, sowie ihren Bekanntheitsgrad.

Wie wichtig sind Kooperationen oder Sponsoren?
Das ist immer ein sehr hoher Kostenpunkt, der uns erspart bleibt. Haare und Makeup werden in der Regel immer gesponsert. Genauso wie das Catering, wenn es eins gibt. Das hilft uns sehr und ermöglicht uns auch oft erst, eine Show umzusetzen.

Aufmerksamkeit soll häufig durch Prominente erzeugt werden. Was spricht dafür, was dagegen dieser Strategie zu folgen? Trifft das ihre Zielgruppe?
Das muss man sehr differenziert betrachten. Auf der einen Seite locken Prominente natürlich immer die Aufmerksamkeit auf eine Messe oder eben die Fashionshow. So berichten gerne auch die Tagespresse oder einige Publikumszeitschriften. Auf der anderen Seite haben wir eine andere Zielgruppe. Uns geht es natürlich eher um die Fachpresse oder die Einkäufer. Trotzdem darf man den Endverbraucher nicht ganz vergessen. Immerhin trägt er am Ende die gezeigte Mode.

Fashion PR in der Tagespresse

Bei dem Begriff Fashion PR denkt die Mehrheit an die großen Modemagazine wie Vogue, Elle oder aber auch an eine freundin. Opulent und fabelhaft inszenierte Fotostrecken oder Stylingtipps mit Freistellern. Fashion PR ist überall in den Modemagazinen zu finden. Kaum einer denkt aber an die Tagespresse. Auch über Tageszeitungen wie die Süddeutsche, Welt und FAZ erreichen Fashion PRler eine große Reichweite. Allerdings muss man sich an die eigenen Gesetze und Regeln der Tageszeitungen richten. Fünf Beispiele wie und worüber die Tagespresse berichten:

Eine Shoperöffnung zieht meistens Stars und Sternchen an. So wie auch die Eröffnung des Philipp Plein Shops auf der Königsallee in Düsseldorf. Internationale Stars, Sportler und Blogger waren anwesend, um die Eröffnung zu feiern. Mit dem Titel „Promiauflauf am Sevens auf der Kö – Philipp Plein öffnet seine Pforten“ berichtet die Rheinische Post über den Event auf der Luxuseinkaufsmeile in Düsseldorf. Über die Mode wird dabei kaum gesprochen. In diesem Artikel steht folgende Frage im Mittelpunkt: „Wer war da?“

Doch seit Mode nicht nur ein Phänomen, sondern ein ständiger Begleiter in unserer heutigen Gesellschaft ist, berichtet auch die Tagespresse über aktuelle Kollektionen und Trends. Besonders Modejournalist Alfons Kaiser ist bekannt für sein kritisches Modeauge, das er regelmäßig in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung unter Beweis stellt. Unter dem Titel „Kindheitsschnittmuster“ beschreibt und kommentiert er die aktuelle Herbst/ Winter 2013 Kollektion von Wolfgang Joops Linie Wunderkind. Auch Laufstegbilder der Sauvage-Kollektion ist auf der FAZ Onlineseite zu sehen.

Klassisch werden auch Interviews mit Designern anlässlich einer neuen Kollektion, Launchs oder wie in diesem Fall einer Kooperation mit der schwedischen Modemarke H&M geführt. Seit 2004 bringt H&M regelmäßig eine Kollektion in Kooperationen mit Designern heraus. 2012 war es die italienische Luxusmarke Marni. Die Zeitung „Die Welt“ stellte hierzu das kurze Interview „Das Modelabel Marni wird zum Luxusschnäppchen“ mit Marni Chefdesignerin Castiglioni online. Man stellte die Frage, warum sich ein Luxuslabel wie Marni für eine Kooperation mit H&M entscheidet. Ein sehr positives Interview, in der Castiglioni die Marke H&M hoch lobt und die Zusammenarbeit sehr schätzt. Auch Kampagnenbilder der Marni for H&M Kollektion wurde in das Interview eingebunden.

Ein sehr schönes Beispiel der Zusammenarbeit von PR und Tagespresse ist ein Artikel der Zeitung „Die Welt“ mit dem Titel „Taschen aus Turnmatten“. Ein Unternehmens-Portrait über die Duisburger Taschenmarke Zirkeltraining des Designers Bernd Dörr. Sehr atmosphärisch und informativ beschreibt der Autor den Werdegang des Designers, der mit der innovativen Idee Taschen aus altem Leder von Turnmatten für Furore sorgte. Dabei steht das Unternehmen bzw. die Marke im Vordergrund ohne den journalistischen Charakter eines Artikels der Tageszeitung aus den Augen zu verlieren.

Zuletzt ein interessanter Artikel aus der Süddeutschen Zeitung. Man berichtet über das Comeback des Münchner Taschenlabels MCM in die europäische Modewelt. Das Label MCM hatte zuletzt in Deutschland einen sehr negativen Image, bevor es endgültig in Vergessenheit geraten war. Doch nun hat MCM seinen Comeback geschafft. Nur wie? Dieser Frage geht der Autor der Süddeutschen auf den Grund. Unter dem Titel „Comeback der Taschenmarke – Aääh, mach das weg!!!“ stellt die Süddeutsche 7 Regeln fest für ein gelungenes Comeback. Eine amüsanter Artikel, der den trockenen Inhalt mit sarkastischen und kritischem Schreibstil aufbricht.

Man erkennt: Fashion PR in der Tagespresse ist durchaus möglich. Doch man benötigt immer einen tagesaktuellen Aufhänger, wie eine Shoperöffnung, Launch einer neuen Kollektion oder neue Trends. Um PR in der Tagespresse zu betreiben, muss der PR-ler also die Sprache der Tagespresse sprechen und sich den Regeln unterordnen.

Evaluation von PR-Maßnahmen

Der Prozess der Evaluation lässt sich in vier Bereiche teilen:

1. Input: Was wurde geleistet?
Im Input wird der Ressourcenaufwand gemessen: Die Anzahl der Stunden des Personals oder Dienstleister und das verwendet Budget.

2. Output: Was ist wie in den Medien?
Mit Ouput bezeichnet man das Medienecho auf eine PR-Maßnahme. Dieses wird als Clipping aufbereitet und mit den wichtigsten Fakten versehen: Reichweite des Mediums, Anzeigenäquivalenz bzw. PR-Wert, Erscheinungsdatum, etc.
Zur Output-Messung gehört beispielsweise auch, die Summe aller Clippings nach einer Pressekonferenz zu ermitteln und anhand der Kennzahlen zu ermitteln, ob die Veranstaltung erfolgreich war. Dies geschieht immer im Kontext zum geleisteten Input.veranstaltete Pressekonferenz? Hat sich der Aufwand (siehe Input) gelohnt?
Die Messung des Outputs ist die Standard-Evaluation in der Fashion PR.

3. Outcome: Hat der Inhalt meine Zielgruppe erreicht?
Im Outcome forscht das Unternehmen mittels Marktforschung nach, ob die eigentliche Botschaft in der richtigen Form bei seiner Zielgruppe angekommen ist. Aufgrund des hohen Aufwands wird dies jedoch nur von wenigen Unternehmen konsequent betrieben.

4. Outflow: Was ist passiert?
Im Outflow prüft ein Unternehmen ob die PR zur Erfüllung der Unternehmensziele begetragen hat, also als Werte-Treiber (KPI) fungiert. Werkzeuge hierzu sind die Balanced Scorecard. Die Herausforderung in der Praxis ist die Abgrenzung der Wirkung von PR-Maßnahmen zu anderen (Marketing-)Maßnahmen, die meist parallel durchgefürt werden.

Kein Anschluss unter dieser Fanpage

Wie schnell reagieren Modeunternehmen auf Artikelanfragen über Facebook? Das wollten wir wissen und haben den Versuch gemacht. Hierfür haben wir eine etablierte Modezeitschrift für Endverbraucherinnen ausgewählt, die Instyle Ausgabe April 2012. Wir haben uns bei diesem Test gezielt für Unternehmen entschieden, die a) redaktionell in diesem Magazin erwähnt wurden und b) über eine eigene Facebook-Page verfügen und die Nachrichtenfunktionen anboten.*(1).

Für unseren Versuch wendeten wir uns an folgende zwanzig Unternehmen:
Accessorize, Bogner, Chanel, Cos, Emporio Armani, Escada, Fendi, Fornarina, G-Star, Jil Sander, Louis Vuitton, Mango, Marc Jacobs, Miu Miu, Prada, Replay, Tommy Hilfiger, Topshop, Yves Saint Laurent und Zara.

Inhaltlich ging es in den Nachrichten um drei Punkte. Zum einen enthielten die Nachrichten eine ausführliche Artikelbeschreibung, zum anderen nannten wir, auf welcher Seite der aktuellen InStyle dieser zu finden sei. Des Weiteren fragten wir die Unternehmen an, wo man deren Artikel erstehen könne.
An dieser Stelle möchten wir als Beispiel die Anfrage an das Unternehmen Escada anführen:

Liebes Escada-Team, In der aktuellen InStyle (Ausgabe April 2012) habe ich auf Seite 134 eine Schluppenbluse mit Hemdkragen und aus Seide (ca. 480€) gesehen, die mir wirklich sehr gut gefällt. Können Sie mir sagen, wo ich diese kaufen kann?
Lieben Dank und viele Grüße

Die Anfragen über Facebook wurden am Morgen des 23. April versendet. Unsere Erwartungshaltung umfasste, dass wir innerhalb kurzer Zeit eine Bestätigungs-Email zur Bearbeitung unserer Anfragen erhalten würden. Unsere Erwartungen wurden nicht erfüllt. Nur zwei von den zwanzig angefragten Unternehmen (Bogner und Tommy Hilfiger) sendeten uns eine solche Bestätigung, und davon auch nur ein Unternehmen innerhalb der ersten 24 Stunden, zu. Zusätzlich zu einer Bestätigungs-Email von Bogner und Tommy Hilfiger erhielten wir von diesen beiden Unternehmen auch eine ausführliche Antwort. Die Unternehmen Escada, Fornarina und Replay gingen ebenfalls auf unsere Anfragen ein, allerdings ohne uns zuvor eine Bestätigungs-Email zugesendet zu haben. Ein ernüchterndes Ergebnis: Lediglich fünf der zwanzig angefragten Modeunternehmen meldeten sich überhaupt zurück.
Fornarina, Replay und Tommy Hilfiger konnten unsere Fragen nicht beantworten, verwiesen uns aber entweder auf den Kunden-Service oder verlangten weitere Informationen, wie ein Foto oder die Artikelnummer. Als gut stellte sich die Reaktionszeit, wie auch die Antwort der Firma Bogner heraus. Innerhalb von drei Tagen erhielten wir eine Antwort, die alle von uns benötigten Informationen enthielt.
In unserem Versuch fiel Escada besonders positiv auf. Bereits am selben Tag der Anfrage meldete sich das Unternehmen zurück. Dabei herrschte ein reger und freundlicher Nachrichtenaustausch, mit dem Ergebnis, dass uns der angefragte Artikel direkt hätte zugeschickt werden können.

Nach zwei Wochen schlossen wir das Projekt „Facebook-Reaktionszeit von Modeunternehmen“ ab. Wider unserer Erwartungen war es enttäuschend, dass sich wenige Modeunternehmen zurück meldeten. Die Facebook-Profile der Modeunternehmen, die die Nachrichtenfunktion bei Facebook auf ihrer Seite eingebunden haben, zeigen sich kontaktfreudig. Man könnte von einem gewünschten Dialog mit dem Kunden ausgehen. Allerdings wird die Kommunikation von Seiten der Unternehmen oft angeboten, jedoch findet sie nur selten statt. Wir haben erkannt, dass in der Kundenbetreuung von Social Media großes Potential steckt, welches unbedingt ausgebaut werden sollte.

*(1) Nach Beenden unseres Versuches haben folgende drei Unternehmen ihre Nachrichtenfunktion deaktiviert: Bogner, Chanel und Mango.

Um die Auswertung in Form einer Tabelle in voller Größe anschauen zu können, bitte das Miniaturbild anklicken.

Fotograf Sven Schrader: „In der Mode geht es um Emotionen“

Mode braucht Bilder und zwar möglichst unterschiedliche. Entsprechend wichtig sind spezialisierte Fotografen wie Sven Schrader. Im Gespräch erfahren wir, wie man Fotograf wird und er erklärt die Unterschiede zwischen Werbeaufträgen und redaktionellen Arbeiten. Außerdem verrät er, wie man Wasserfälle importiert.

Herr Schrader wie wird man vom Koch zu Deutschlands „most booked“ Fotografen?
Direkt nach der Schule hat man einfach noch andere Träume. Ich wollte damals in die gehobene Gastronomie gehen und war dort auch ein paar Jahre sehr glücklich. Aber irgendwann hatte ich einfach keinen Spaß mehr daran. Durch eine glückliche Fügung kam ich zur Fotografie. Ich habe dann in Berlin ein Fotodesignstudium angefangen, allerdings nie beendet und bin lieber Assistent bei einem Fotografen in Düsseldorf geworden. In dieser Branche interessieren niemanden die Noten auf deinem Zeugnis. Wichtig sind die Projekte die man realisiert hat.

Ihre Projekte scheinen Anklang zu finden. Sie werden regelmäßig mit Preisen für Ihre Arbeit ausgezeichnet. Was macht Ihre Bilder aus?
Meine Bilder entstehen ja meistens in Zusammenarbeit mit einer Werbeagentur. Diese entwickelt die Idee und ich setze sie um. Hier kommt es dann auf meine Bildsprache an, meinen Stil oder meinen Umgang mit Bildretusche. Wenn es beim Shooting regnet dann haben die Models eben nasse Haare. Letztendlich kommt es darauf an ob man als Fotograf die Idee der Agentur, so wie es gewünscht wird, realisieren kann. Da passt mal der eine, mal der andere besser.

Neben der Werbefotografie sind Sie auch für Modemagazine tätig. Was ist generell der größte Unterscheid zwischen werblicher und redaktioneller Fotografie?
In der Werbung arbeitet man natürlich sehr konzeptionell. Die Werbeagenturen schicken Scribbles mit ihrer Grundidee und diese wollen sie umgesetzt sehen. Also bleibt man als Fotograf ziemlich dicht an diesem vorgegeben Layout. Das wichtigste ist hier die Vorbereitung. Wo finde ich eine Location die genauso so aussieht, Genehmigungen und und und.
Für ein Modemagazin wird man vom Kunden gebucht und hat relativ viele Freiheiten. Es geht darum eine Emotion rüberzubringen. Natürlich kommt es vor das es schon eine Idee gibt, die zur Mode passt oder ein bestimmtes Set gebaut wird. Das hängt aber vom Budget ab.

Apropos Budget: Gestaltet sich eine Werbeshooting also wesentlich kostenintensiver als ein Modeshooting?
Das kann man pauschal nicht sagen. Eine Werbeshooting kann natürlich abhängig von der Anzahl der Motive und dem Ort schnell 100.000 Dollar kosten. Aber auch ein Shooting für Vogue oder ähnliche Hochglanzmagazine kann mit Set und ein paar bekannten Models bei 50.000 Dollar liegen.


Welche Unterschiede gibt es bezüglich des Timings? Bei solchen Summen sind Shootings doch Monate vorher bekannt oder?
Das sollte man denken aber in der Praxis sieht es ganz anders aus. Erst letzte Woche habe ich erst ein paar Tage vorher einen Auftrag bekommen. Eigentlich brauch man 2-3 Wochen Vorlaufzeit. Da war ich in heller Aufregung.
Es gibt aber auch Fälle da weiß man einen Monat vorher,was geplant ist. Das hält sich ungefähr die Waage. Unterschiede zwischen Redaktion und Werbung gibt es da keine.

Bevorzugen Sie eigentlich eine der beiden Disziplinen?
Persönlich mag ich Werbejobs fast lieber. Es gibt natürlich immer Solche und Solche. Und ich liebe coole, innovative Ideen und die Abwechslung. Es kann vorkommen, das man den Hintergrund in Argentinien fotografiert, einen Wasserfall in Kapstadt und das Model in Deutschland. Hinterher wird dann alles zusammen gebaut. Perfekt ist es nur dann, wenn es hinterher keinem auffällt!
In der Modefotografie mag ich persönlich das unvorhersehbare; manchmal passieren während eines Shootings Dinge, an die man vorher gar nicht dachte.und man ändert spontan das Konzept.

An welchen Projekten arbeiten Sie aktuell?
Ich habe gerade eine Kampagne für Gard Haarpflegeprodukte geschossen. Das war eigentlich ein Werbejob aber die Bilder könnten genauso in einem Modemagazin veröffentlicht werden. Nebenbei realisiere ich Filmprojekte, kleine Geschichten, die von der Bildsprache für Werbeagenturen interessant seien könnten und baue so mein Portfolio in Richtung Werbespot auf.

Zur Homepage von Sven Schrader

Nachgefragt bei Lauren De Young, Freundin

Hallo Lauren, wie entscheiden Sie, was in der Freundin veröffentlicht wird?
Das ist abhängig von den verschiedenen Themenstrecken. Wir achten natürlich auch immer sehr darauf, dass wir die aktuellen Trends verfolgen. Diese wollen wir dann an die Leserin bringen, indem wir Beratungstipps geben. Auch der subjektive Geschmack fließt mit ein. Was ist schön, passt und entspricht unseren Vorstellungen?

Welche Styles passen zu ihren Lesern und woher wissen Sie das?
Die Freundin steht dafür, die aktuellen Trends so zu interpretieren, dass sie die Leserin nicht einschüchtern. Wir wollen viele verschiedene Frauen ansprechen. Durch nette Kombinationen versuchen wir die Leser an die Outfits heranzuführen.

Blättern Sie durch anderen Medien und orientieren sich an deren Veröffentlichungen?
Selbstverständlich. Nicht nur anderen Magazine, auch anderen Länder und anderen Zielgruppen. Wir wollen die Ideen nicht kopieren, sondern für uns neu entwickeln. Das machen wir auch, indem wir uns international umgucken.

Lesen Sie die Fachpresse, wie zum Beispiel die Textilwirtschaft?
Nicht mehr so wirklich. Früher hab ich das häufiger gemacht. Aktuell gucke ich online nach um mich auf dem Laufenden zu halten.

Was empfinden sie an PR-Verantwortlichen als störend?
PRler können manchmal nervig sein. Besonders wenn es um Social Media geht und mir nicht bekannte Leute Freundschaftsanfragen schicken. Oft ist es dann auch so, dass PR-Verantwortliche Produkte oder Marken vorstellen und unseren Mail-Account mit Spams füllen, die absolut nicht zu uns passen. Die Problematik liegt nicht daran, dass sie es versuchen, sondern dass sie es immer wieder machen, auch wenn wir ihnen bereits gesagt haben, dass es nicht zu unserem Magazin passt.

Was hingegen ist ein guter Service, der die Wahrscheinlichkeit eines Abdrucks erhöht?
Ein Kontakt zu den PR-Agenturen ist enorm wichtig. Selbstverständlich gehört es dann auch mal dazu, immer wieder auf dem Laufenden gehalten zu werden. Wir benötigen die Informationen über die neuesten Trends und Musterteile. Es gilt als notwendig, News über Store-Eröffnungen oder kleinere, avantgardistische Marken zu erhalten. Ein guter Service bedeutet für mich, die Möglichkeit zu haben, die Produkte eigenständig auszusuchen.

Lookbooks, Pressemappen, Mails mit Anhang oder der Pressebereich auf Websites? Was nutzen sie am intensivsten?
Also am intensivsten eindeutig die Lookbooks. Es macht Spaß, diese durchzublättern, zu markieren, um dann daraus Musterteile zu bestellen. Digital ist natürlich cool. Aber wie gesagt, ich suche lieber selber aus. So ist es für mich leichter.

Nutzen sie Social Media-Tools für ihre Arbeit?
Für die Arbeit benutze ich es persönlich gar nicht. Privat ist eine andere Sache. Natürlich pflege ich dort auch Kontakte, die dich aus der Arbeit ergeben – aber nur mit Leuten, denen ich freundschaftlich verbunden bin. Es ist für mich nervig übers Internet Kontakte zu knüpfen. Für Make Up Artist, sowie Fotografen ist es eine willkommene Gelegenheit Kontakt aufzunehmen, aber ich persönlich möchte das nicht. Es ist dann ja auch so furchtbar unangenehm eine Anfrage abzulehnen.

Ist Ihnen im Laufe Ihrer Karriere eine Veränderung – in Bezug auf das Verhältnis von Medien zu Pressestellen, aufgefallen?
Ja! Am Anfang habe ich das eindeutig gemerkt. Es wird mittlerweile wesentlich mehr online gearbeitet. Wir bekommen oft Lookbooks und Freisteller per Email, Lookbooks werden oft mit Ipad präsentiert und auf Facebook noch mal….

Wie wichtig schätzen Sie die Freundin für die Beziehung zu PR Agenturen ein?
Sehr wichtig! Die Freundin steht für eine realistische und zugängliche Zeitschrift. In der Vogue zum Beispiel werden oft Showteile präsentiert, die es nicht zu kaufen gibt. Bei uns ist alles im Einzelhandel erhältlich. Die Freundin präsentiert die Kleidungsstücke im ganzen Outfit und berät die Kundin. Wir haben ein breites Spektrum an Leserinnen.

Ist eine persönliche Beziehung zu den PR-Verantwortlichen für ihre Arbeit wichtig?
Der persönliche Kontakt findet bei mir nur ausnahmsweise statt. Und dieser kann dann oft sehr hilfreich sein. Kleine Agenturen, die man bei Produktionen nicht auf dem Schirm hat, werden durch persönliche Kontakte ins Gedächtnis gerufen. So helfen diese Beziehungen bei der Arbeit. Außerdem ist ein gutes Verhältnis wichtig, damit einem die Zusammenarbeit leicht fällt und gelingt.

Herzlichen Dank für das Gespräch und noch einen kreativen Tag.

PR-Kampagnen: 6 Klassiker der Fashion PR

Klassische Produkt PR ist die Pflicht, PR Kampagnen sind die Kür gezielt News zu initiieren. Immer wieder gelingt es Unternehmen oder Fashion PR Agenturen neue, spannende Ideen zu entwickeln. Aber es gibt Klassiker, die immer wieder zum Einsatz kommen:

CHARITY-PROJEKTE
Charity Projekte dienen einem guten Zweck, es werden Spenden gesammelt, um diese dann einer Organisation zukommen zu lassen. Oft stehen Labels direkt in Verbindung mit einer Spendenaktion, wie z.B. Gucci in Verbindung mit UNICEF. Kaufen Kunden die limitierte oder ausgeschriebene Tasche, geht ein Anteil vom Kaufpreis an die Organisation. Beispiel Gucci: Das Unternehmen stellt eine neue Version der beliebten `Sukey Bag` vor, zum Anlass der siebenjährigen Partnerschaft mit UNICEF (Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen). 25% des Verkaufserlöses kommen dem UNICEF Projekt ‚Schulen für Afrika‘ zugute, dessen Ziel es ist, Kindern Zugang zu Bildung zu ermöglichen. Diese Projekte rücken die Labels in ein gutes Licht und bedeuten so auch, in den  Fällen eine gute PR. Was man stark bei diesen Charity Projekten beachten sollte, ist, dass man für Glaubwürdigkeit und Transparenz (anerkannte Zertifikate, Projekt-Blog etc.) sorgt, WAS wird kommuniziert und WIE wird es kommuniziert. Vorteile dieser Projekte sind nicht nur wie oben genannt, dass sie das Label in ein gutes Licht rücken, sondern auch, dass Verbraucher verstärkt darauf achten, dass Unternehmen Verantwortung übernehmen. Desweiteren kann ein langfristiges Projekt Positiv-Botschaften für eine mögliche Krisenkommunikation bieten – langfristig denken und handeln. Da ein Charity-Projekt immer ein sensibles Thema ist, sollte man genau prüfen ob das Geld auch ankommt, die Organisation seriös ist und man damit auch das richtige erzielen möchte, da dieses Vorhaben nur bedingt geeignet ist für pro-aktive Mediensprache. Besser wohl dosiert kommunizieren, besser einen eigenen Blog auf der Website einrichten, als eine große Presseaktion zu starten.

KOOPERATION MIT ANDEREN MARKEN
Adidas stattet Porsche Motorsport mit einer eigens gestalteten Teamuniform aus. Von der Winterjacke über Shirts bis hin zu den Sportschuhen – Porsche Motorsport Mitarbeiter stecken von Kopf bis Fuß in Adidas Kleidung. Diese muss den hohen Anforderungen an den Rennstrecken genügen und somit gleichzeitig funktional, bequem, wetterbeständig, Hitze abweisend und natürlich gut aussehend sein. Bei diesem Beispiel haben zwei große Marken (Adidas & Porsche) miteinander kooperiert. So eine Kooperation dient dazu um die Marke/en zu festigen und die Zielgruppe zu erweitern. Der Vorteil wäre hier, dass ein doppelter Newswert für die Medien vorliegt, die Kompetenzen addieren sich und die Marke wird emotional geladen. Das Hauptproblem einer solchen Kooperation liegt vor allem darin, wer profitiert mehr, es wird schwierig einen tatsächlichen Mehrwert zu kreieren. Zudem muss man auch beachten, wie die eigene Zielgruppe die Marke sieht und ob die die Zusammenarbeit für beide Seiten glaubwürdig ist, dazu gehören auch Kommunikationsinhalte und –Timing mit dem Partner abstimmen.

ENGAGEMENT EINES NAMENHAFTEN DESIGNERS
Im November 2004 wurde eine exklusive Kollektion von Karl Lagerfeld angeboten. Im November 2005 folgte eine Zusammenarbeit mit Stardesignerin Stella McCartney. Nach einer Werbekampagne mit der Pop-Sängerin Madonna, die für den schwedischen Textilkonzern nebenbei auch noch eine Kollektion von Trainingsanzügen entwarf, standen 2006 die niederländischen Design-Avantgardisten Viktor & Rolf für eine fünfzigteilige Kollektion Pate. Das Engagement eines namenhaften Designers wertet die Marke auf und wir in dem Beispiel von H&M auch ein hoher Nachrichtenwert. Wie in dem Beispiel von H&M, die schon Wochen vorher über die Printmedien oder die digitalen Medien eine solche Zusammenarbeit publizieren. Ein Nachteil könnten die hohen Kosten sein, die durch eine riesige Werbekampagne entstehen aber auch, wenn eine Zusammenarbeit wenig glaubwürdig ist. Und die Frage: „Was passiert danach?“, würde auch noch im Raum stehen. Um dieses Risiko einer Fehlinvestition zu vermeiden und Kunden zu verlieren, muss man vorher prüfen wie bekannt der Designer bei meiner Zielgruppe hat und was er für ein Image besitzt. Auch überprüfen sollte man ob der Designer noch für andere Marken tätig ist oder was er in der Vergangenheit mit wem schon gemacht  hat, Achtung beim Vertrag: Allgemeine „PR“-Zusage genügt nicht!

EINSATZ VON CELEBRITIES
Diese Form von PR-Kampagnen kann zwei verschiedene Richtungen einschlagen. Die eine wäre die Einbindung als Designer, wie aktuell Kate Moss für das Modelabel „Mango“. Dies wird bis jetzt als eine langfristige Strategie geführt (Scarlett Johansson, Cruz Schwestern). Als zweite Möglichkeit gäbe es noch die werbliche Zusammenarbeit, hierfür steht eine bekannte Person als Testimonial vor der Kamera (Heike Makatsch/Schauspielerin-Mexx). Oftmals stehen aber die Celebrities als Designer und Model vor der Kamera (Halle Berry für Deichmann oder David Beckham für H&M). Dies kann mehrere Vorteile haben, zum einen ein hoher Newswert, dadurch resultiert ein hohes Interesse im Handel und bei Verbrauchern. Ein bekanntes Gesicht zu engagieren ist immer mit hohen Kosten verbunden und ist zudem auch stark nach der Wahl des richtigen Promis abhängig. Wichtig hier vorher abzuklären, ist die Frage, wie die Imagewerte des Promis und seine Fashion-Kompetenz bei meiner Zielgruppe sind.

MODELL-WETTBEWERBE
Ein Modell-Wettbewerb ist auch mit geringen Kosten möglich. Dieses wird oft veranstaltet um Nähe zum Kunden aufzubauen. Und ist zudem immer noch interessant für die jüngere Zielgruppe. Neckermann, HUGO BOSS, Otto oder S.Oliver suchen oft über das Internet (Facebook, Twitter, Newsletter), nach Models. Meist ohne Erfahrung und jeder kann mitmachen. Es werden Covershoots gemacht oder wie im Fall von HUGO BOSS werden Runway-Models gesucht. Der Gewinn ist oft dotiert mit Bargeld oder einem Warengutschein der entsprechenden Marke. Leider ist eine solche PR-Kampagne nur noch im großen Rahmen für die Presse relevant. Eine seriöse und professionelle Jury Besetzung sowie große Partner, sorgen für die entsprechende Aufmerksamkeit. Von Vorteil wäre auch so viel Socialmedia wie möglich einzubauen und Transparenz herzustellen. Baut man nun eine Facebook Seite und launcht dort seinen Wettbewerb sollte man auch auf mögliche Diskussionen im Social Web vorbereitet sein.

FÖRDERPREISE
Der „Mango Fashion Award“ zeichnet junge Designer aus, ebenso der „Design for Tomorrow Award“, von Peek&Cloppenburg, dessen Schirmherr Designer Marc Jacobs ist. „Prix Emile Hermes“, zeichnet innovative Designs aus, der „Humanity Fashion Award“, bezieht sich auch auf die Mode, besonders auf Nachhaltigkeit in der Mode. Der „HDS Junior Award“, wird auch an junge Designer der Schuhbranche vergeben. All dies sind Förderpreise, die eine gute Profilierung der Marke fördern und beim richtigen Thema auch eine hohe Authentizität. Zudem schafft eine Förderung junger Designer eine hohe Kundenbindung. Leider je nach Thema ggf. nur für Fachtitel und Special Interest relevant. Zudem bräuchte man auch Starke Partner oder Schirmherrn. Man sollte vorher auch die relevant prüfen, ob die Idee überhaupt passt zur Marke/Unternehmen. Ein gutes Awardkonzept bindet Social Media maximal ein: Online first!

Modelwettbewerbe: Modefirmen machen Mädchenträume wahr

Immer wieder veranstalten Modeunternehmen Modelwettbewerbe. Die Gründe dafür sind vielseitig: Store-Eröffnung, Launch einer Neuen Modemarke, Finden eines neuen Markengesichts oder eine einmalige Werbeaktion. Auf verschiedenste Art und Weise werden diese Wettbewerbe promotet und umgesetzt. Sechs dieser Modelcastings habe ich genauer unter die Lupe genommen.

G!na
Für ihre Auskopplung „Gina“ sucht die Modefirma Ernstings Family jedes Jahr aufs neue das „Gina Gesicht“. Frauen im Alter zwischen 18 und 25 Jahren können sich via Internet bewerben und so am Wettbewerb teilnehmen. Zielgruppe ist die junge, gutaussehende junge Frau, die verrückt nach schöner Mode ist. Zudem wünscht Gina sich ein Mädchen, dass der Marke entspricht: selbstbewusst, wandelbar, weiblich und spontan.


Neckermann’s Next Topmodel
Im Jahr 2009 suchte Neckermann zusammen mit der Hamburger Modelagentur „Modelmanagement“ das Covergesicht des nächsten Neckermann Katalogs. Durch die Kooperation zwischen der Modemarke und der Modelagentur, wurde neben des neuen Covergesichtes auch ein potentielles Nachwuchsmodel ausfindig gemacht. Nach einer internen Auswahl trafen sich die zehn Finalistinnen für zwei Tage in Frankfurt um erste Probeshootings zu machen. Nach einigen Challenges wie dem Laufstegtraining wurde am Abend die Gewinnerin verkündet. Diese hatte dann am folgenden Tag das Covershooting, zusammen mit Starmodel Johannes Hübl. Kooperiert wurde mit VOX und Süddeutsche TV, die den Modelwettbewerb filmisch begleiteten.

sOliver
Vor einigen Jahren rief auch sOliver einen Modelwettbewerb ins Leben. Aus allen Bewerbungen wurden 25 Frauen und 25 Männer zu einem Precasting eingeladen. Diese Ausgewählten Teilnehmer hatten von nun an die Chance das Gesicht der Modemarke zu werden und einen Modelvertrag bei der bekannten Modelagentur „Louisa Models“ zu gewinnen. „Real You Gesicht“ nannte sOliver den Wettbewerb und wollte damit vor allem junge Talente fördern und zusammen mit einer Agentur nach Modelnachwuchs scouten.

Hugo Boss
Via Internet suchte das Modelabel aus dem Premium- und Luxussegment nach je einem Male und einem Female Model für die Hogo Boss Black Modenschau 2009/2010 in Berlin. Weltweit konnten via Social Media Kanal „Facebook“ Jungs und Mädchen mitmachen, die gerne auch schon Modelerfahrungen mitbringen konnten.


OTTO
Im vergangenen Jahr rief auch der Modekonzern OTTO zum nationalen Modelwettbewerb auf. Jeder, der älter als 16 Jahre ist, durfte teilnehmen und auf ein Shooting für den Streetbook Katalog von OTTO hoffen. Acht Finalisten wurden anschließend im Katalog abgebildet, zwei Teilnehmer auf dem Cover.

Alle Modelwettbewerbe wurden nach unterschiedlichen Konzepten und Aufmachungen umgesetzt, da auch die Ziele und Ergebnisse andere waren. Je nach der Zielgruppe wurde das PR Konzept ausgerichtet!

Interview mit Jutta Melchers zum „1982 Modelcontest“

Das Modelabel 1982 veranstaltete im Jahr 2010 einen Modelwettbewerb, um den Launch der Marke zu Promoten. Hierzu sprach ich mit Jutta Melchers, Abteilungsleiterin Public Relations bei Takko Fashion und PR-Verantwortliche für 1982, die an der Planung und Ausrichtung maßgeblich beteiligt war.

Warum haben Sie einen solchen Wettbewerb veranstaltet?
Wir haben im März 2010 damit begonnen, unsere Vertriebslinie „1982“ nach einer zweijährigen Testphase auszurollen. Um die erste Neueröffnungswelle zu promoten, haben wir ein zusätzliches PR-Konzept entwickelt, um die einzelnen Filialen am jeweiligen Standort bekannt zu machen, zusätzlichen Kunden-Traffic zu generieren und langfristig die Marke „1982“ zu etablieren.

Wie sieht die Planung eines solchen Wettbewerbs aus und wer ist alles involviert?
Im Vorfeld wurde eine 1982-Homepage erstellt, inklusive Microsites für jede Stadt, in der eine Filiale eröffnet. Das waren Amsterdam, Berlin, Frankfurt und Pforzheim. Auf der Microsite konnten die Teilnehmerinnen ihre Bewerbungsfotos hochgeladen. Parallel dazu waren an jeweils zwei aufeinander folgenden Wochenenden 1982-Promotionteams inkl. Fotograf in lokalen Clubs der jeweiligen Stadt unterwegs, um nach interessanten Gesichtern zu suchen. Auch diese standen nachher im Anschluss auf der Microsite zur Ansicht. In die Planung eingestiegen sind wir Anfang Mai 2010, die erste konkrete Umsetzung am ersten Standort fand Ende Juli statt. Wir haben also rund 3 Monate benötigt. Beteiligt waren dabei unsere Fashion PR Agentur Karkalis PR und die PR-Abteilung von 1982.

Warum haben Sie keinen bundesweiten Medienpartner gewählt?
Der Aktions-Claim „1982 – Style of your City“ sollte bewusst auf jede Stadt übertragbar sein und so die Möglichkeit bieten, diverse lokale Aktionen zu verbinden Mit der PR-Botschaft „Wir suchen attraktive und stylische Frauen, die aus xxx stammen“ haben wir bewusst auf den Lokalpatriotismus der Medien gesetzt, was die Wahrscheinlichkeit der Berichterstattung erhöht hat. Darum haben wir uns entsprechend auch für regionale Medienpartner entschieden, um diesen besonderen Gedanken des Contests noch zu verstärken und den PR-Effekten in den einzelnen Städten gezielt zu erhöhen.

Was war der Unterschied zu anderen Modelwettbewerben von anderen Modeunternehmen?
Unser Modelwettbewerb war natürlich ein regionalisierter Wettbewerb, der dennoch einen übergreifenden Charakter hatte, da wir in mehreren Städten gleichzeitig nach Nachwuchsmodels gesucht haben. Ein weiterer Unterschied war, dass die Teilnehmerinnen sich sowohl selbst anmelden konnten, als auch gecastet wurden.

Aus wie vielen „Runden“ bestand der Wettbewerb?
Nach der Anmeldephase folgte eine interne Auswahl der besten drei Teilnehmerinnen. Diese drei Finalistinnen wurden dann zu einem Probe-Shooting nach Berlin eingeladen. Darauf folgte erneut eine interne Auswahl der Gewinnerin. Diese wurde dann am Tag der Store-Eröffnung bekannt gegeben.

Was genau beinhaltete der Contest alles für die Kandidatinnen?
Neben einem Wochenende in Berlin mit einem professionellen Foto-Shooting gewannen die Finalistinnen einen Warengutschein von 1982 im Wert von 1000€ für die Gewinnerin und je 200€ für die Zweit- und Drittplatzierte. Außerdem bekamen sie alle ihr Bildmaterial des Shootings. Die Gewinnerin wurde zudem im Store, als auch in der Presse, veröffentlich.

Werden weitere Modelwettbewerbe folgen?
Aktuell ist für die Marke1982 kein weiteres PR-Projekt dieser Art geplant. Aber die Resonanz war sehr gut. Pro Stadt haben ca. 500 Mädchen teilgenommen, also insgesamt ca. 2500.

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Würden Sie dieses „Konzept“ grundsätzlich als gute PR Maßnahme für ein Modeunternehmen beschreiben?
Ja, auf jeden Fall. Modelcontests sind – auch wenn die Idee nicht neu ist – für Modeunternehmen immer wieder eine resonanzträchtige Aktion, da nach wie vor das Interesse von Medien und Teilnehmern sehr groß ist. Die Chance, über einen solchen Wettbewerb erste Erfahrungen im Model-Business zu machen, ist für viele junge Frauen und Mädchen immer noch reizvoll. Gerade regionalisierte Aufrufe bzw. Wettbewerbe von Unternehmen werden dabei stark frequentiert, da hier die Hemmschwelle scheinbar niedriger ist, als sich direkt bei einer Modelagentur um einen Vertrag zu bemühen. Wir haben zahlreiche Veröffentlichungen in den regionalen und überregionalen Medien mit dem Wettbewerb erzielt und zudem deutlich erhöhten Traffic bei den Neueröffnungen gehabt, so dass unser Konzept an dieser Stelle erfolgreich gegriffen hat.

Vielen Dank Frau Melchers!