Pleiten, Pech und Pannen

Es hätte der perfekte Medienauftritt werden können. Was dann allerdings passierte, war so nicht geplant:  Wutausbrüche, unvorhersehbare Situationen und besonders pfiffige Moderatoren. Wir haben das Archiv durchforstet und fünf Negativ-Beispiele für missratene Interviews und TV-Statements herausgesucht.

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„Top, das „Wort“ gilt – und zwar das, des Karl Lagerfelds. Denn im Dezember vergangenen Jahres machte er seinem Ruf als „verwirrter Modezar“ mal wieder alle Ehre. Des Öfteren fiel er bereits durch seine verwirrten Überheblichkeiten auf. Einen seiner wohl größten Fauxpas leistete er sich jedoch auf Thomas Gottschalks Couch. Modeschöpfer Karl scheint den Überblick über seine unzähligen Kollektionen verloren zu haben. Und während Gottschalk ihn auf seine neueste Kollektionen im Hause Breuninger anspricht, weiß Lagerfeld wohl nicht so recht wovon dieser spricht:  „Was? Breuninger? Kenn ich nicht, ich kenne nur Karl, also meinen Namen. Breuninger? Ich starte bald drei Modelinien (…) Kann sein, dass eins Breuninger ist.“ Nicht nur das Publikum brachte er mit dieser Spitze zum Lachen, auch seinem Sitznachbarn Günther Jauch trieb es für einen kurzen Moment das Schmunzeln ins Gesicht. „Wetten Dass…?“-Profi  „Thommy“ ließ diesen Kommentar schnell fallen und Breuninger selbst begegnete dem Vorfall recht gelassen: „Wir haben auch geschmunzelt, aber wer den Meister kennt, weiß, dass er zu später Stunde zu Scherzen aufgelegt ist.“

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Sie ist für ihr Temperament bekannt – für ihre Wutausbrüche und ihre Zickereien. Und jetzt hat sie wieder zugeschlagen. Im April 2010 rastete Naomi Campbell vor laufenden Kameras aus. Eine ungewollte Frage und schon sieht das Supermodel rot. 1997 soll Campbell einen Diamanten geschenkt bekommen haben, an dem Blut von afrikanischen Bürgerkriegsopfern klebt – ein illegales Schmuckstück. Als sie schließlich in der „ABC News“ Show darauf angesprochen wird, verlässt Naomi  rasch den Raum und schlägt wütend auf eine Kamera ein. Bereits zuvor attackierte die „Superzicke“ ein Dienstmädchen mit ihrem Handy und griff an Bord eines Flugzeuges einen Polizisten an. Und auch dieser Ausraster ist mal wieder ein Gewaltausbrauch par excellence.

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Auf der Flucht scheint auch dieser Herr zu sein. Eigentlich für seine ruhige und sachliche Art bekannt, suchte auch Finanzvermittler Mario Ohoven in einer Pressekonferenz das Weite. Eigentlich sollte er lediglich einen Forderungskatalog seines Verbandes vorstellen. Mangelnder Vorbereitung zufolge, blickte er bereits während des gesamten Interviews auf seine Uhr. Letztlich brach er das Interview auf der Stelle ab und verließ mit den Worten „Ich muss weg!“ den Raum. Von Stefan Raab parodiert, ist dieser Satz auch noch heute ein gelungener Comedy-Einspieler.

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Mit dem Alter reift man an Erfahrungen. Vor allem auf Chiara Ohoven trifft dieser Satz zu. Denn noch  vor zehn Jahren riskierte sie im wahrsten Sinne des Wortes eine extrem dicke Lippe. Und heute zeigt sie zumindest ein wenig Reue. Schon immer träumte das Society-Girl von größeren Lippen. Zunächst ließ sie sich diese von einem Schönheitschirurgen aufspritzen, was ihr letztlich aber nicht genügte. So kaufte sie sich schließlich eine Spritze mit Hyaluronsäure und half selbst ein wenig nach. Verraten hat sie dies bis dato Niemandem. Brauchte sie auch nicht, denn ihre neuen „Schlauchbootlippen“ waren für Jedermann unübersehbar. Doch Chiara wehrte sich vehement gegen den Vorwurf einer Schönheitsoperation. Heute, einige Jahre später, gibt sie zumindest zu, nachgeholfen zu haben.

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Jede Frau liebt sie: Blumen. Nur eine nicht, nämlich Madonna. Zumindest Hortensien kann sie auf den Tod nicht ausstehen. Und das, obwohl ihr vor knapp einem Jahr ein Fan genau mit dieser Blume eine Freude bereiten wollte. Bei einer Pressekonferenz bei den Filmfestspielen in Venedig schenkte ihr der junge Mann eine große, lila Hortensie. Wie sich das gehört, bedankte sich die Pop-Queen, verdrehte aber noch im selben Moment die Augen, um schließlich ihr Geschenk zu verschmähen: „Ich hasse Hortensien. Offensichtlich weiß er das nicht.“ Was Madonna wohl nicht wusste, dass das Mikrofon die ganze Zeit angeschaltet und ihr Kommentar so für jeden hörbar war. Die Diva reagierte auf ihren Fauxpas und drehte ein eigenes Hortensienvideo in Stummfilmformat. Wer allerdings eine Entschuldigung erwartet, der irrt. Drückt sie im ersten Teil des Filmes die verhassten Blumen noch an ihre Brust, schleudert sie diese nach 30 Sekunden auf den Boden und tritt auf ihnen herum. Dabei macht sie deutlich, dass sie „Hortensien immer hassen wird“. Eine Gegenreaktion, die nur wenig Anhänger, aber viele kritische Stimmen mit sich brachte.

Prominente designen für Modeunternehmen

Immer häufiger kommt es vor, dass nicht nur Designer ihrer Inspiration freien Lauf lassen und eine neue Kollektion entwerfen, sondern auch verschiedene Prominente. Musiker, Sportler aber  auch Models trauen sich die Kunst des Designs zu. Modeunternehmen wie H&M, Longchamp oder C&A engagieren gezielt Celebrities, da diese das Image des Labels pushen und eine große Medienresonanz hervorrufen. Eine Prominenz aus einer anderen Branche besitzt von vorn herein einen Ikonenstatus in der Gesellschaft. Mit diesem PR-Aufhänger schaffen es die Marken nicht nur in die üblichen Modezeitschriften, sondern auch die beliebten People-Magazine und das Fernsehen berichten über die Kooperation.

Denken wir an Verona Pooth, die eine eigene Kollektion für den Textildiscounter Kik entwarf.  „Kleidung clever kaufen bei Kik“, der Werbeslogan an den wir direkt denken, sobald wir den Namen des Discounters hören. Verona Pooth, ehemalige Miss Germany, Werbeikone und nun Frau Franjo Pooth nahm 2009 ein millionenschweres Angebot des Textildiscounter „Kik“ an und kooperiert seitdem mit diesem Unternehmen. Ihre Designs gingen in verschiedene Richtungen, aber meistens hat sie versucht ihrem Stil dabei treu zu bleiben. Schick, lässig aber auch elegant. Schauen wir uns den 30 sek. Werbespot zu ihrer Kollektion an, der im Übrigen auch sie selber als Model zeigt, werden Leggings mit schwarzen taillierten Kleid und hohen Schuhen präsentiert. Vorbei sind also die Zeiten in denen sie für den „Blubb Rahmspinat“  und für die „süßen Früchte“ von Schwartau warb. Der neue Slogan lautet: „ Man kann auch für wenig Geld clever kaufen“.

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Franziska van Almsick, deutsche Schwimmerin,  kooperierte ebenfalls 2009 mit dem Modehaus C&A und entwarf eine Bademodekollektion. Knallige Farben, verschiedene Designs schmückten Bikinis, Tankinis, aber auch einfache Badeanzüge.

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Ebenfalls eine Fashion PR-Kampagne ist das Engagament von Kate Moss, die schon seit 2006 Gesicht des französischen Taschenlabels „Longchamp“ ist. Sie nahm 2011 die Zügel in die Hand und designte vier verschiedene Taschenlooks, die sie ganz nach ihren eigenen Vorstellungen kreierte („Faraway Kollektion“). Es sind leichte, lockere und komfortable Taschen. Warme, zarte Farben wie Braun oder Beige ziehen sich als roter Farben durch die gesamte Kollektion.

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Aktuell entwarf  David Beckham, Fußballspieler und ehemaliger „Sexiest Man Alive“ eine Unterwäschenkollektion für H& M. Neben Beckhams Frau, Victoria, die jetzt nun auch zu den High Fashion Designern gehört, designte auch David seine erste Dessous- Kollektion für das schwedische Modehaus. Der schöne David posiert für seine Kollektion selber und präsentiert sich vor der Kamera in knapper und sexy Herrenwäsche. Die Kampagnen Fotos, sowie auch der Werbespot, zeigen einen durchtrainierten und tätowierten Körper in schwarz weiß. Passend zu seiner Kollektion, die er auch nur in schwarz, grau und weiß designte. Zu seiner Erstkollektion „Bodywear for H&M“ gehören Unterwäscheklassiker wie Boxershorts, Slips, Unterhemden, T-Shirts, aber auch lange Unterhosen. Bei einer „Erstkollektion“ wird es wohl  nicht bleiben, denn angeblich soll es nun jede Saison eine Kollektion von David Beckham geben. H&M spricht von einer geplanten, langfristigen Partnerschaft. Wir dürfen gespannt sein.

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Schauspielerin Halle Berry trat in die Fußstapfen von Cindy Crawford und designte zusammen mit den Designern von Deichmann eine Schuhkollektion, die schon seit dem 5. März in allen Deichmann- Filialen zu kaufen gibt. Die Kollektion besteht aus rund 40 verschiedenen und vor allem  sommerlichen Schuhmodellen. Riemchensandaletten, Sling- Sandaletten und Keilabsatz Peeptoes setzen den Schuhtrend 2012 voraus. Jetzt dürfen wir nur auf einen Sommer hoffen!

Ein weiteres Beispiel ist die Kampagne von Charles Vögele, bei der Penélope Cruz und Til Schweiger eigene Kollektionen designt haben und die von der Fashion PR Agentur Style Relations aus München begleitet wurde.

PR-Kampagnen: 6 Klassiker der Fashion PR

Klassische Produkt PR ist die Pflicht, PR Kampagnen sind die Kür gezielt News zu initiieren. Immer wieder gelingt es Unternehmen oder Fashion PR Agenturen neue, spannende Ideen zu entwickeln. Aber es gibt Klassiker, die immer wieder zum Einsatz kommen:

CHARITY-PROJEKTE
Charity Projekte dienen einem guten Zweck, es werden Spenden gesammelt, um diese dann einer Organisation zukommen zu lassen. Oft stehen Labels direkt in Verbindung mit einer Spendenaktion, wie z.B. Gucci in Verbindung mit UNICEF. Kaufen Kunden die limitierte oder ausgeschriebene Tasche, geht ein Anteil vom Kaufpreis an die Organisation. Beispiel Gucci: Das Unternehmen stellt eine neue Version der beliebten `Sukey Bag` vor, zum Anlass der siebenjährigen Partnerschaft mit UNICEF (Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen). 25% des Verkaufserlöses kommen dem UNICEF Projekt ‚Schulen für Afrika‘ zugute, dessen Ziel es ist, Kindern Zugang zu Bildung zu ermöglichen. Diese Projekte rücken die Labels in ein gutes Licht und bedeuten so auch, in den  Fällen eine gute PR. Was man stark bei diesen Charity Projekten beachten sollte, ist, dass man für Glaubwürdigkeit und Transparenz (anerkannte Zertifikate, Projekt-Blog etc.) sorgt, WAS wird kommuniziert und WIE wird es kommuniziert. Vorteile dieser Projekte sind nicht nur wie oben genannt, dass sie das Label in ein gutes Licht rücken, sondern auch, dass Verbraucher verstärkt darauf achten, dass Unternehmen Verantwortung übernehmen. Desweiteren kann ein langfristiges Projekt Positiv-Botschaften für eine mögliche Krisenkommunikation bieten – langfristig denken und handeln. Da ein Charity-Projekt immer ein sensibles Thema ist, sollte man genau prüfen ob das Geld auch ankommt, die Organisation seriös ist und man damit auch das richtige erzielen möchte, da dieses Vorhaben nur bedingt geeignet ist für pro-aktive Mediensprache. Besser wohl dosiert kommunizieren, besser einen eigenen Blog auf der Website einrichten, als eine große Presseaktion zu starten.

KOOPERATION MIT ANDEREN MARKEN
Adidas stattet Porsche Motorsport mit einer eigens gestalteten Teamuniform aus. Von der Winterjacke über Shirts bis hin zu den Sportschuhen – Porsche Motorsport Mitarbeiter stecken von Kopf bis Fuß in Adidas Kleidung. Diese muss den hohen Anforderungen an den Rennstrecken genügen und somit gleichzeitig funktional, bequem, wetterbeständig, Hitze abweisend und natürlich gut aussehend sein. Bei diesem Beispiel haben zwei große Marken (Adidas & Porsche) miteinander kooperiert. So eine Kooperation dient dazu um die Marke/en zu festigen und die Zielgruppe zu erweitern. Der Vorteil wäre hier, dass ein doppelter Newswert für die Medien vorliegt, die Kompetenzen addieren sich und die Marke wird emotional geladen. Das Hauptproblem einer solchen Kooperation liegt vor allem darin, wer profitiert mehr, es wird schwierig einen tatsächlichen Mehrwert zu kreieren. Zudem muss man auch beachten, wie die eigene Zielgruppe die Marke sieht und ob die die Zusammenarbeit für beide Seiten glaubwürdig ist, dazu gehören auch Kommunikationsinhalte und –Timing mit dem Partner abstimmen.

ENGAGEMENT EINES NAMENHAFTEN DESIGNERS
Im November 2004 wurde eine exklusive Kollektion von Karl Lagerfeld angeboten. Im November 2005 folgte eine Zusammenarbeit mit Stardesignerin Stella McCartney. Nach einer Werbekampagne mit der Pop-Sängerin Madonna, die für den schwedischen Textilkonzern nebenbei auch noch eine Kollektion von Trainingsanzügen entwarf, standen 2006 die niederländischen Design-Avantgardisten Viktor & Rolf für eine fünfzigteilige Kollektion Pate. Das Engagement eines namenhaften Designers wertet die Marke auf und wir in dem Beispiel von H&M auch ein hoher Nachrichtenwert. Wie in dem Beispiel von H&M, die schon Wochen vorher über die Printmedien oder die digitalen Medien eine solche Zusammenarbeit publizieren. Ein Nachteil könnten die hohen Kosten sein, die durch eine riesige Werbekampagne entstehen aber auch, wenn eine Zusammenarbeit wenig glaubwürdig ist. Und die Frage: „Was passiert danach?“, würde auch noch im Raum stehen. Um dieses Risiko einer Fehlinvestition zu vermeiden und Kunden zu verlieren, muss man vorher prüfen wie bekannt der Designer bei meiner Zielgruppe hat und was er für ein Image besitzt. Auch überprüfen sollte man ob der Designer noch für andere Marken tätig ist oder was er in der Vergangenheit mit wem schon gemacht  hat, Achtung beim Vertrag: Allgemeine „PR“-Zusage genügt nicht!

EINSATZ VON CELEBRITIES
Diese Form von PR-Kampagnen kann zwei verschiedene Richtungen einschlagen. Die eine wäre die Einbindung als Designer, wie aktuell Kate Moss für das Modelabel „Mango“. Dies wird bis jetzt als eine langfristige Strategie geführt (Scarlett Johansson, Cruz Schwestern). Als zweite Möglichkeit gäbe es noch die werbliche Zusammenarbeit, hierfür steht eine bekannte Person als Testimonial vor der Kamera (Heike Makatsch/Schauspielerin-Mexx). Oftmals stehen aber die Celebrities als Designer und Model vor der Kamera (Halle Berry für Deichmann oder David Beckham für H&M). Dies kann mehrere Vorteile haben, zum einen ein hoher Newswert, dadurch resultiert ein hohes Interesse im Handel und bei Verbrauchern. Ein bekanntes Gesicht zu engagieren ist immer mit hohen Kosten verbunden und ist zudem auch stark nach der Wahl des richtigen Promis abhängig. Wichtig hier vorher abzuklären, ist die Frage, wie die Imagewerte des Promis und seine Fashion-Kompetenz bei meiner Zielgruppe sind.

MODELL-WETTBEWERBE
Ein Modell-Wettbewerb ist auch mit geringen Kosten möglich. Dieses wird oft veranstaltet um Nähe zum Kunden aufzubauen. Und ist zudem immer noch interessant für die jüngere Zielgruppe. Neckermann, HUGO BOSS, Otto oder S.Oliver suchen oft über das Internet (Facebook, Twitter, Newsletter), nach Models. Meist ohne Erfahrung und jeder kann mitmachen. Es werden Covershoots gemacht oder wie im Fall von HUGO BOSS werden Runway-Models gesucht. Der Gewinn ist oft dotiert mit Bargeld oder einem Warengutschein der entsprechenden Marke. Leider ist eine solche PR-Kampagne nur noch im großen Rahmen für die Presse relevant. Eine seriöse und professionelle Jury Besetzung sowie große Partner, sorgen für die entsprechende Aufmerksamkeit. Von Vorteil wäre auch so viel Socialmedia wie möglich einzubauen und Transparenz herzustellen. Baut man nun eine Facebook Seite und launcht dort seinen Wettbewerb sollte man auch auf mögliche Diskussionen im Social Web vorbereitet sein.

FÖRDERPREISE
Der „Mango Fashion Award“ zeichnet junge Designer aus, ebenso der „Design for Tomorrow Award“, von Peek&Cloppenburg, dessen Schirmherr Designer Marc Jacobs ist. „Prix Emile Hermes“, zeichnet innovative Designs aus, der „Humanity Fashion Award“, bezieht sich auch auf die Mode, besonders auf Nachhaltigkeit in der Mode. Der „HDS Junior Award“, wird auch an junge Designer der Schuhbranche vergeben. All dies sind Förderpreise, die eine gute Profilierung der Marke fördern und beim richtigen Thema auch eine hohe Authentizität. Zudem schafft eine Förderung junger Designer eine hohe Kundenbindung. Leider je nach Thema ggf. nur für Fachtitel und Special Interest relevant. Zudem bräuchte man auch Starke Partner oder Schirmherrn. Man sollte vorher auch die relevant prüfen, ob die Idee überhaupt passt zur Marke/Unternehmen. Ein gutes Awardkonzept bindet Social Media maximal ein: Online first!

Celebrity Seeding mit Kaiorize

Team Kaiorize mit Henner Ceynowa, Dana Schweiger, Dr. Shamsey Oloko und Philippe Bahlburg

Kaiorize heißt die Internet- Plattform für Celebrity Product Placement, die es schafft, Unternehmen und Prominente direkt miteinander zu vernetzen. Dr. Shamsey Oloko, Mitgründer von Kaiorize erklärt im folgenden Interview  das Geschäftsmodell der Plattform und welche Idee dahinter steckt.

Wann wurde Kaiorize gegründet und was steckt dahinter?
Gegründet wurde Kaiorize im September 2010 und ist eine Plattform für Celebrity Product Placement. Prinzipiell kann man sagen, dass Kaiorize so etwas wie ein virtueller Marktplatz ist, an dem wir Prominente und Unternehmen zusammenbringen.

Wer hat die Internet- Plattform gegründet und welche Idee steckt dahinter?
Gegründet wurde die Plattform von Dana Schweiger, Noch – Ehefrau von Til Schweiger, Henner Ceynowa, Philippe Bahlburg und mir. Die Idee ist, Unternehmen mit Prominente über das Internet miteinander zu verbinden, da  Marken großes Interesse daran haben  Celebrities mit ihren Produkten auszustatten. Oftmals wissen diese Marken jedoch nicht, wie sie ihr Produkt an den Promi platzieren können. Unser Ansatz von Kaiorize ist, dass sich Unternehmen aussuchen können, welchem  Celebrity sie ihre Produkte anbieten möchten. Die Celebrities loggen sich dann irgendwann auf unserer Plattform ein, –  je nachdem wo sie gerade sind -, sehen die verschiedenen Produkte, die sie kostenlos bestellen dürfen und bekommen diese dann zugeschickt. Dann kommt Kaiorize ins Spiel. Wir erkundigen uns, ob die Sachen angekommen sind und ob uns die Celebrities ein Foto mit dem Produkt schicken möchten. Das Unternehmen wird im Erfolgsfall informiert, dass die Marke getragen wurde, und kann das Bild als Nachweis einsetzen.  An dieser Stelle werden Charity und Product Placement miteinander verknüpft. Je nach Größe des Unternehmens und Bekanntheit des Promis werden die Kosten für das Foto festgemacht. 100 Dollar gehen dann an eine von dem Prominenten ausgewählte Charity- Organisation.

Wie kamen Sie auf den Namen „Kaiorize“?
Es gibt einen bestimmten Gott  in der griechischen Philosophie, der uns auf den Namen gebracht hat. Kairos, der Gott  für den günstigen Augenblick. Unser Logo verbildlicht Kairos, der eine Glatze und eine Haarlocke hat, die ihm in die Stirn fällt. Man muss ihn sprichwörtlich „beim Schopfe packen“, um den günstigen Augenblick wahrnehmen zu können. Da wir etwas Aktives entwickeln wollen, wie bspw. googlen und twittern, damit man das in zwei, drei Jahren auch noch sagen kann, haben wir aus dem Gott Kairos unseren Markennamen Kaiorize abgeleitet. Den Namen haben wir anschließend international auf Aussprache und Bedeutung prüfen lassen. Da er zudem als Marke frei war, haben wir aus unserer Sicht einen Volltreffer gelandet.

Was für Prominente können sich auf Ihrer Plattform anmelden?
Es sind sowohl nationale als auch internationale Prominente, aus den verschiedensten Bereichen:  Schauspieler, Musiker, Models, Sportler aber auch Moderatoren. Natürlich müssen wir darauf achten, die richtigen Prominenten einzuladen, die bei unseren Marken auf das größte Interesse stoßen. In erster Linie muss die Prominenz nämlich zum Markenimage der verschiedenen Unternehmen passen.

Kennen Sie die Prominenten persönlich und laden Sie ein oder melden diese sich selber auf Ihrer Plattform an?
Es ist recht schwierig,  persönlichen und vertrauensvollen Kontakt einfach über E-Mail und Internet herzustellen. Mein Kollege Henner Ceynowa  ist für die Kontaktpflege der Celebrities verantwortlich. Er trifft sie auf verschiedenen  Events und spricht sie persönlich an, denn nur auf persönlicher Ebene kann auch ein vertrauensvolles Verhältnis entstehen.

Wie kann man sich Product Placement mit Kaiorize vorstellen? Wie findet das statt?
Im Prinzip kann man es sich wie normales Online Shopping vorstellen. Vergleichbar mit Amazone oder Ähnlichem. Der Prominente schaut sich ein Produkt an, wählt dieses aus und lässt es sich zuschicken. Das Besondere von Kaiorize ist, dass der „Käufer“ bzw. der Prominente kein Geld für das Produkt zahlen muss. Um den Produkten trotz allem eine Wertschätzung entgegenzubringen, kann jeder Celebrity maximal achtmal pro bestellen.

„Kaiorize“ bietet einen Weg für Unternehmen Prominente mit Produkten auszustatten. Welche Branchen machen davon am meisten gebrauch?
Im Prinzip alle Produkte mit Lifestyle- Charakter. Der Fashion Bereich ist dabei am häufigsten vertreten,  denn gerade die Modefirmen sind es, die am besten wissen, wie wichtig die Verbindung zu Celebrities ist. Das beste Beispiel dafür : Madonna mit Ed Hardy. Es hat nicht lange gedauert, bis Ed Hardy zu einem Verkaufsschlager wurde.

Wie viele Prominente und Unternehmen benutzen bisher Ihr Angebot?
Bis jetzt sind es ca. 190 Prominente und 180 Marken.

In welchen Ländern gibt es „Kaiorize“ bisher und was sind Ihre Pläne für die Zukunft?
Bisher gibt es Niederlassungen in Deutschland und in den USA. In Deutschland mit dem Hauptsitz in Berlin und in der USA mit Standort in Los Angeles und New York. Da wir ja eine Internet- Plattform sind, sind wir aber selbstverständlich weltweit erreichbar und haben bereits viele internationale Partner.

Nachgefragt bei Nadine de Jong, TV-Stylistin von ProSiebenSat.1

Nadine de Jong, TV Stylistin

Technische Zeichnungen und Schnittmuster haben sie nie wirklich begeistert. Die aktive Zusammenarbeit mit Menschen ist genau ihr Ding. Nadine de Jong ist Mode-Stylistin bei der ProSiebenSat.1 Produktion. Nach ihrem Modedesign-Studium entschied sie sich für ein Praktikum bei dem Münchner Privatfernsehunternehmen. Nun stylt Nadine schon seit acht Jahren die Moderatoren und Gäste von ProSieben, SAT.1, kabel eins und sixx. Nadine de Jong ist mittlerweile die Abteilungsleiterin im Bereich Styling und hauptsächlich für das Lifestyle Magazin taff zuständig. Ein interessantes Gespräch mit einer Frau, die genau weiß, worauf es bei dem perfekten Styling ankommt.

Nadine de Jong, was sind ihre Aufgaben als Stylistin?
Wir sind ein kleines Team von Stylisten und werden nach Formaten bzw. Moderatoren aufgeteilt. Ich selbst arbeite besonders viel bei taff mit und bin für das Styling der Moderatoren zuständig. Mittlerweile habe ich die Leitung der Styling-Abteilung übernommen und widme mich daher hauptsächlich administrativen Aufgaben, wie terminieren – disponieren – planen – aquirieren von neuen Modesponsoren und und und.

Was macht ihnen besonders viel Spaß?
Auf jeden Fall aktiv mit Menschen zusammen zu arbeiten. In meinem Studium hat mir oft die Interaktion mit Menschen gefehlt. Schnittmuster erstellen, technische Zeichnungen anfertigen und sehr oft für sich selbst zu sein – all das hat mich nicht zufrieden gestellt. Nach mittlerweile acht Jahren habe ich die Vorteile aber auch Nachteile dieses Berufes kennen gelernt. Ich hab die Möglichkeit, die neusten Kollektionen sehen zu dürfen noch bevor sie in den Läden hängen und vor allem dann auch schon mit ihnen arbeiten zu dürfen. Die Modenschauen, Presseevents, Messen und Fashion Weeks sind auf jeden Fall die Highlights meines Berufes. Mein Job ist sehr facettenreich und bietet ein großes Spektrum an Aufgaben, wie Fotoshootings, Eventausstattungen, Drehs und Studioproduktionen. Wir befinden uns sowohl im In- als auch im Ausland. Dürfen reisen, Trends scouten und interessante Menschen und Celebrities treffen. Im Vordergrund stehen bei uns die Kunden, bei mir die Moderatoren, die Vertrauen zu uns entwickeln. Wir versuchen dann ein Gleichgewicht zwischen Styling und Menschen herzustellen.

Ihr Job klingt perfekt. Sie haben von Nachteilen gesprochen. Die da wären?
Der Job ist körperlich oft sehr anstrengend. Wir bezeichnen uns selbst auch gerne als Packesel. Wir tragen alles quer durch die Weltgeschichte – Tüten – Kleiderstangen und Kleidersäcke. Ich will dabei nicht zu sehr ins Detail gehen, aber selbstverständlich rette ich kein Leben in meinem Beruf. Die Modewelt ist ein Karussell der Eitelkeit, welches jeden Tag aufs Neue bedient werden muss.

Das sind leider die immer wiederkehrenden Vorurteile, mit denen die Modebranche leben muss. Doch zurück zum Beruf des Stylisten. Kleiden Sie die Moderatoren ein? Oder wer entscheidet?
Natürlich haben die Moderatoren das letzte Wort. Alle Moderatoren haben eine tolle Figur, aber wie wir alle gibt es Tage, an denen sie sich nicht wohl fühlen. Da ist es unsere Aufgabe als Stylistin dieses durch vorteilhafte oder schicke Kleidung auszugleichen – vielleicht nochmal schnell einen Knopf anzunähen, Rocksäume umzukleben oder mit Hilfe einer Stecknadel einen Blazer zu taillieren. Das passiert selbstverständlich entsprechend der Vorgaben des Redaktionsleiters. taff hat da auch eine bestimmte Zielgruppe. Es ist also erforderlich, nicht in Extreme zu gehen.  Es darf nicht zu jung, zu sexy aber auch nicht nur ansatzweise altbacken aussehen. Wir spielen mit den Moderatoren und Redaktionsleitern Ping Pong und geben uns gegenseitiges Feedback zur Mode.

Inwieweit spielen PR-Verantwortliche mit rein? Worauf müssen diese achten?
Sie müssen darauf achten, dass die Kommunikation zwischen uns immer aktiv ist. Es geht darum, von PRlern auf dem Laufenden gehalten zu werden und immer up to date zu sein. Wir müssen von ihnen erfahren, wie der Markt bestückt ist und das jede Saison. Zuletzt ist es wichtig, dass uns keiner in die Quere kommt, da immer ein reger Kontakt bezüglich einzelner Musterteile oder Kleidungsgrößen herrscht.

Was ist an der Interaktion besonders nervig?
Es ist absolut nervig, 10 Mal am Tag Infoletter oder News von der gleichen Agentur zu bekommen. Die Informationen über neue Kunden und deren Kollektionen ist wichtig, aber manchmal ist weniger oft mehr. Eine zielgerichtete Information ist wesentlich brauchbarer, als das Postfach mit Bildern vollgespamt zu bekommen.

Wie frei ist man als Stylist wirklich?
Im TV ist man nicht völlig frei. Selbstverständlich gibt es auch bei den Zeitschriften Vorgaben. Schaltet zum Beispiel eine Modefirma eine Anzeige, müssen auch Musterteile der neuen Kollektion in der Fotostrecke verwendet werden. Bei uns gibt es hauptsächlich technische Einschränkungen. Wir müssen darauf achten, dass die Moderatoren nichts Gestreiftes tragen, nichts Kleinkariertes anziehen oder ganz in Weiß oder Schwarz auftreten. Durch zu feine Streifen oder starke Musterungen entsteht der Moiré-Effekt – da fängt der Fernseher bei den Zuschauern zuhause an zu flimmern. Oder bei einem ganz schwarzen Outfit schluckt die Kleidung das Studiolicht. Genau andersherum bei einem weißen Look. Das Weiß zieht das Licht stark auf sich und überstrahlt den Moderator, d.h. der Zuschauer daheim wird geblendet. Komplett Schwarz tragen Moderatoren ausschließlich bei traurigen Themen oder tragischen Ereignissen in der Welt.

Das ist besonders interessant. Was muss man generell noch beachten? Was würden sie als Profi empfehlen vor der Kamera zu tragen?
Es ist auffällig, dass wir leider nicht jeden Trend mitmachen können. Die Ära der Babydolls zum Beispiel hielt lange an und sah wirklich sehr süß aus. Leider hat dieser Trend selbst eine schlanke Moderatorin vor der Kamera schwanger aussehen lassen. Ich würde deshalb immer zu einem körperbetonten Outfit raten, welches durch bunte Farben, Pastell- oder Nudetönen zur Ausstattung und Farbigkeit des Fernsehstudios passen.