Fünf Beispiele für Awards als PR-Tool

Modeunternehmen rufen zu Awards und Auszeichnungen auf, um Jungdesigner und Nachwuchstalente zu fördern. Diese Aktionen stellen eine Kür in der PR-Arbeit dar, um die Marke emotional aufzuladen und somit in die Medien zu gelangen. Entsprechend gehören sie zum Arbeitsfeld von Fashion PR Agenturen oder PR-Verantwortlichen aus den Unternehmen. Durch die Awards erweckt das Unternehmen hohes Ansehen in der Gesellschaft und  kann sich in der Medienwelt höher positionieren. Die häufigsten Awards, die verliehen werden  gehen zwar in den Bereich Modedesign, dennoch können die Wettbewerbe auch in andere Bereiche, wie zum Beispiel „Produktdesign“ gehen – vorausgesetzt es passt zur jeweiligen Marke. Im folgenden Text werden fünf Beispiele aus verschiedenen Bereichen zum Thema Förderpreise und Auszeichnungen aufgelistet.

El Botón- Mango Fashion Award
Der Mango Fashion Award „El Botón“ zählt zu einem der weltbekanntesten und angesehensten Awards. Professionalität und Großzügigkeit sind wohl die besten Wörter die diese Auszeichnung beschreiben. Mit einem Preisgeld von 300.000 Euro ist dem Gewinner die Chance gegeben einen großen Schritt in die Selbstständigkeit zu machen. Schon seit 2007 haben die begabten Designer die Möglichkeit  ihre Kollektionen einer angesehenen Jury vorzustellen. Dazu gehören bekannte Designgrößen wie Oscar de la Renta, Valentino, oder auch Jean Paul Gaultier. Das englische Modeportal „Not just Label“ hat sich mit dem spanischen Trendlabel „Mango“ zusammen getan und gemeinsam den „El Botón“- Mango Fashion Award ins Leben gerufen. Dieser findet alle 18 Monate statt und bietet Jungkünstlern die Gelegenheit sich international zu vermarkten und ihre eigene Kollektion produzieren zu lassen.  Nicht nur zeichnet sich der Award durch seine strikte Professionalität aus, sondern arbeitet mit den fünf rennomiertesten Designschulen Europas zusammen: The Central Saint Martins School of Art and Design (London), The Escola Superior de Disseny (Barcelona), das Institut Francais de la Mode (Paris), das Instituto Marangoni (Milan- Paris- London) und The Royal Academyof Fine Arts of Antwerp ( Antwerpen).Die Kollektionen der Talente werden in der Form einer Gala am Ende des Wettbewerbs präsentiert.Der Sieger der 10 Endfinalisten erhält das Preisgeld von 300.000 Euro und kann somit seine eigene Kollektion produzieren lassen und vermarkten. Die restlichen Teilnehmer gehen dennoch nicht leer aus. Diese erhalten von Mango ein Preisgeld von 18.000 Euro, das die Kosten für die Herstellung und Produktion der Kollektion für das Finale deckt.

DfT- Designer for Tomorrow
Der Modedesign Wettbewerb von Peek & Cloppenburg (Designer for Tomorrow by Peek & Cloppenburg Düsseldorf), mit Schirmherr Designer Marc Jabobs, ruft jedes Jahr zum Mitmachen auf.  Zu den Gewinnen gehören ein kostenintensives Förderprogramm und eine eigene Modenschau auf der Fashion Week in Berlin. 2009 wurde dieser Design Wettbewerb ins Leben gerufen und seit 2011 ist der amerikanische Designer Marc Jabobs Schirmherr des Wettbewerbs. Durch ihn hat diese Veranstaltung einen hohen Stellenwert auch international. Die einzigen Voraussetzungen bei diesem Wettbewerb mitmachen zu dürfen sind, dass die Kandidaten das Studium innerhalb der letzten zwei Jahre abgeschlossen haben und bisher noch keine eigene Kollektion im Handel vertrieben haben. Die fünf ausgewählten Teilnehmer werden dann von einer zehn köpfigen Fachjury bewertet. Darunter zählen: Annette Weber (Chefredakteurin der Instyle), Marcus Luft (Fashion Direktor der Gala), Melissa Drier (die deutsche Korrespondentin der Women´s Wear Daily), Dr. Adelheid Rasche (Ausstellungskuratorin und Leiterin der Sammlung Modebild), Prof. Stephan Schneider (Professor für Modedesign an der UDK Berlin), Michael Werner (Chefredakteur Textilwirtschaft), Renato Trzoss (Einkaufsteam Peek & Cloppenburg), Harald Wolf (Bürgermeister und Senator für Wirtschaft, Technologie und Frauen). Die fünf Finalisten bekommen die einmalige Gelegenheit ihre Entwürfe auf der Mercedes Benz Fashion Week in Berlin zeigen zu dürfen. Am Ende der Veranstaltung wird dann der Gewinner gekürt der dann im darauffolgenden Jahr seine Kollektion auf der Berliner Fashion Week präsentieren darf. Dabei muss er sich weder um die Organisation der Schau noch um die Kosten der Produktion kümmern. Die Gewinnsumme von 150.00 Euro beinhaltet das umfangreiche Förderprogramm und wird daher nicht bar ausgezahlt.

Prix Émile Hermès
Der Prix Émile Hermès ruft alle drei Jahre kreative Köpfe weltweit auf, um Objekte von Morgen zu kreieren. Die Stiftung Fondation d’Entreprise Hermès fördert Jungdesigner und unterstützt sie beim Einstieg ins Berufsleben, dabei setzt sie sich für Nachhaltigkeit ein und regt die Jungdesigner zu neuen und kreativen Denkansätzen an. 2008 wurde der Kreativ – Wettbewerb erstmals ins Leben gerufen und fördert bildende Künste, sowie Innovationen und sinnvolle Designlösungen für die „schnelllebige Welt“. Das genaue Thema für den Wettbewerb wird mal zu mal geändert und variiert. 2008, zum Beispiel, sollten die Kandidaten innovative Objekte zum Thema „Die Leichtigkeit des Alltäglichen“ designen. Insgesamt haben die ausgewählten Finalisten drei Monate Zeit einen Prototyp zu ihrem Thema zu entwickeln. Die Jury, die aus Designern, Journalisten und aus Kuratoren besteht, bewertet die Kreationen nach der Relevanz für die aktuellen und zukünftigen Bedürfnisse der Gesellschaft. Die Gewinner werden jeweils im Herbst gekürt.  Dabei darf sich der Erstplatzierte über eine Gesamtsumme von 50.000 Euro freuen, der Zweitplatzierte über ein Preisgeld von 25.000 Euro und der Drittplatzierte über einen Wert von 15.000 Euro. Kenntnisse in der industriellen Fertigung, sowie der Ansatz für umweltfreundliche Herstellung der Objekte und die handwerklichen Fähigkeiten sind Voraussetzungen um bei diesem Award mitmachen zu dürfen.

Design Preis für „grüne“ Mode
Humanity in Fashion Award –  So nennt man den Design- Preis für die sogenannte „grüne“ Mode. Bei dieser Auszeichnung werden Jung und Nachwuchsdesigner gefördert, die nachhaltige Mode entwerfen. Deutschlands größtes Naturlabel „hessnatur“ rief den Preis 2010 erstmals ins Leben und wird seitdem jährlich vergeben. Der Gewinner erhält eine Fördersumme  von 25.000 Euro und erstellt exklusiv eine Woman Capsule Collection für das Naturlabel, welches eine Plattform für ökologische und faire Kleidung schafft und vor allem aber ermutigt, den Konflikt zwischen der Schnelllebigkeit der Modewelt und der geforderten Langlebigkeit einer „Fair Fashion“ zu lösen. Der Humanity in Fashion Award wird einmal jährlich im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung zur Berlin Fashion Week vergeben. 2012 erhielt Sandra Goldmann den Humanity in Fashion Award.

HDS Junior Award

Anlässlich zur letzten GDS in Düsseldorf, wurde der  HDS Junior Award  schon zum zweiten Mal in Kooperation  mit der Schuhmesse an einen Jungdesigner verliehen. Das Motto hieß diesmal „Hightech meets Fashion“. Gestiftet wird der HDS Junior Award vom Ministerium für Wirtschaft, Klimaschutz, Energie und Landesplanung Rheinland Pfalz. Mitmachen durften Jungtalente nationaler und internationaler Herkunft. Dabei richtete sich der Aufruf zur Auszeichnung an Studenten, die im Bereich Mode und Design tätig sind und an Nachwuchskräfte in den Betrieben. Die Jury beurteilte die Arbeiten nach Kriterien wie: Kreativität/ Originalität, Innovation und fachgerecht Umsetzung/ technische Perfektion. Dabei war aber vor allem wichtig, dass die Schuhe tragbar waren. Die Jungdesigner durften sich aussuchen welche Art von Schuh sie kreieren: Damen-, Herren,- und Kinderschuhe, Haus-, Sportschuh, Clogs, Sandalen, Stiefel. Der HDS Junior Award 2012 wurde mit einem Preisgeld von 2.500 Euro ausgestattet.

Ein Gedanke zu „Fünf Beispiele für Awards als PR-Tool

  1. Wirklich sehr interessant. Ich wusste gar nicht, dass es so viele und vor allem tolle Awards und Preise für Newcomer gibt. Ich finde dieses Thema sehr wichtig. Gerade in der Mode ist das Thema „Newcomer“ sehr wichtig. Mode ist sehr schnelllebig und lebt von neuen Talenten. Es ist schön zu sehen, dass gerade große Brands wie Mango sich um junge Talente bemühen. Ich persönlich, kannte diesen Award nicht. Ich finde es sehr erstaundlich, welch tolle Preise die Jungdesigner hier gewinnen können. Außerdem sitzen echte „Größen“ in der Jury, was das ganze emotional sehr aufwertet. Natürlich ist bei diesem Award auch viel Eigen-PR dabei, dennoch finde ich liegt der Fokus hier defintiv auf dem dem Designer selbst. Spannend finde ich ebenfalls das Phänomen bei DfT – Designer for Tomorrow. Hier konnte man deutlich erkennen, dass erst mit dem Einstieg von Marc Jacobs dieser Award publik wurde. Obwohl bekannte Leute in der Jury saßen, wurde das ganze durch Marc Jacobs wesentlich interessanter. Nicht nur für die Medien, sondern auch für die „Newcomer“. Es ist schon eine große Ehre, vor Marc Jacobs zu stehen und seine Mode zu präsentieren.

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