Nachgefragt bei Karolina Landowski , Schuhkurier

Als eine der ersten Absolventinnen des Fachs Modejournalismus / Medienkommunikation an der AMD hat es Karolina Landowski weit gebracht. Sie arbeitet für den Sterneverlag, zum einen als stellvertretende Chefredakteurin des „Step Fashion“-Magazins und ist dazu noch an den Magazinen „Schuhkurier“, „I love shoes“, „STEP Kids“ und „Lederwaren Report“ beteiligt. Für diese Magazine reist sie von Messe zu Messe, spricht mit internationalen Markenvertretern und weiß immer, was gerade der Trend in der Schuhwelt ist. Im Interview erzählt sie, wie gute PR für sie aussehen sollte, was die meisten PR-Angestellten falsch machen und in wie fern Social Media für ihre Arbeit eine Rolle spielt.

Wie entscheiden Sie welche Stories im Heft veröffentlicht werden?
Dazu schauen wir uns die eingegangenen Pressemitteilungen genau an und entscheiden dann danach, was aktuell interessant ist und auch unsere Leser anspricht. Ansonsten hält unser Team auf Messen und bei Terminen natürlich immer Ohren und Augen offen, um Ideen für Reportagen und Interviews zu sammeln, die vielleicht neue oder auch noch recht unbekannte Aspekte aufgreifen.

Wie recherchieren Sie Ihre Themen?
Wir arbeiten hauptsächlich mit direkter Recherche. Das bedeutet, dass wir immer bei den jeweiligen Ansprechpartnern der Marken persönlich anrufen, um an Informationen zu gelangen. Oft kommt es aber auch vor, dass wir direkt Vorort, das heißt an Events oder Messen, mit Verantwortlichen von Unternehmen sprechen. Das Internet benutzen wir zwar als Recherchemittel, prüfen Informationen, die wir dort finden, aber immer noch einmal nach. Natürlich hilft und das Netz auch bei Ideenfindungen.

Gibt es Stories oder Themen, mit denen sich ein Heft besser verkauft?
Es gibt keine bestimmten Stories oder Themen, mit denen sich das Magazin besser verkauft. Aber wir versuchen natürlich, durch exklusive Stories und Interviews unseren Lesern Informationen zu bieten, die sie nicht anderswo bekommen. Da unser Fachmagazin nur als Abonnement erhältlich ist, sind wir glücklicherweise in der Position, dass wir einzelne Hefte nicht durch Schlagzeilen verkaufen müssen. Wir legen bei aktuellen News aber sehr großen Wert darauf, die Ersten zu sein, die das Thema genauer unter die Lupe nehmen. Und durch unsere wöchentliche Erscheinungsweise gelingt das auch meistens.

Nehmen beispielsweise Anzeigenkunden Einfluss auf Themen im Heft?
Natürlich versuchen wir unsere Anzeigenkunden in einem gewissen Maße zu berücksichtigen. Wenn wir Fotoshootings oder Styleseiten im Magazin planen, werden Anzeigenkunden nach passenden Teilen aus ihrer aktuellen Kollektion gefragt. Aber dass sie direkten Einfluss auf Themen im Heft haben, ist nicht der Fall.

Was sollten PR-Verantwortliche lieber sein lassen, weil es nervt?
Was leider ständig vorkommt und wirklich eine nervige Angelegenheit ist, wenn man mehrfach von einer Agentur angerufen und gefragt wird, ob ihre Pressemitteilung bei uns angekommen ist und wann wir eine Veröffentlichung planen. Besonders weil wir jede Woche stapelweise Pressemitteilungen im Briefkasten haben.

Fällt Ihnen eine besondere PR-Panne ein?
Eine besondere Panne nicht, aber was leider immer wieder passiert ist, Pressemitteilungen wieder zurückgerufen werden, weil sie fehlerhaft oder noch nicht vollständig genehmigt waren. Oft kommt auch vor, dass Pressemitteilungen an uns geschickt werden, die namentlich an unsere Mitbewerber adressiert sind. Das nehmen wir mit sehr viel Humor, aber es wirft einfach ein schlechtes Licht auf die jeweilige PR-Agentur, die ihren Verteiler wohl nicht im Griff hat.

Wie sollten Pressemitteilungen für Sie aufgebaut sein?
Mir gefallen natürlich ganz klassische Pressemitteilungen. Das heißt eine Mappe mit Pressetext und CD. CD ganz bewusst, da man diese viel besser archivieren und einsortieren kann als USB-Sticks, und sie meistens eine Booklet mit praktischer Bildübersicht haben. Mittlerweile werden Pressemitteilungen immer kreativer oder werden mit Give-aways ausgestattet. Das ist zwar sehr nett und eine schöne Abwechslung, jedoch nimmt es keinen Einfluss auf unsere Themenfindung. Insgesamt werden mehr und mehr Pressemitteilungen mit  Download-Link per E-Mail herausgeschickt. Das schätze ich sehr, denn sind einfach viel umweltfreundlicher und ersparen uns den Papierkram auf unseren Schreibtischen.

Machen Sie selbst Werbung und/oder PR für ihr Magazin?
Nein, nicht direkt. Klar, sind wir auf Messen mit Ständen und Plakaten vertreten oder machen Werbung für andere Magazine unseres Verlages in unserem Heft. Aber dass wir selbst Anzeigen in der Publikumspresse oder anderen Magazinen schalten ist nicht der Fall.

Nutzen Sie Social Media Tools für Ihre Arbeit?
Ja, wir sind auf Facebook und Twitter zu finden. Da versuchen wir mindestens vier Mal täglich Beiträge zu posten. Darunter sind aktuelle News, Infos zu unserer aktuellen Ausgabe und Umfragen. Mehrmals Mal im Jahr veranstalten wir dann über diese Seiten Verlosungen.

Würden Sie sagen, dass Social Media in den letzten Jahren ein Grundbaustein für PR geworden ist und ist PR ohne Social Media überhaupt noch möglich?
Social Media ist für PR und Werbung auf jeden Fall eine große Hilfe. Besonders um Produkte und Events zu vermarkten ist Social Media ein sehr wichtiges Medium geworden. Für Fachmagazine, wie unseres, ist Social Media dagegen nicht elementar wichtig, denn wir sind den Themen inhaltlich ein Jahr voraus. Wir nutzen unsere Facebook-, und Twitter Acounts hauptsächlich zur Leserpflege. Das Internet ist an sich schon überfüllt von Informationen, dass für uns Social Media ein unterhaltsames i-Tüpfelchen für unsere Arbeit ist.

Pressewebsites im Usability-Test

Der „Press“-Button: Eine Verlinkung zur Pressewebsite. Fast jedes Unternehmen besitzt ihn, doch nicht jeder Klick darauf bewirkt das Selbe. Dennoch soll dieser Bereich des Online-Auftritts bei jedem Unternehmen den gleichen Zweck erfüllen: Positive Neuigkeiten über das Unternehmen kommunizieren und somit Journalisten informieren sowie das Verfassen von Meldungen, Artikeln etc vereinfachen. Können alle Pressewebsites diesem Anspruch gerecht werden? Wir haben 10 Pressewebsites von führenden Modeunternehmen untersucht und kritisch beurteilt.

Wie gut erfüllen die fünf Modelabels Samsoe Samsoe, Tiger of Sweden, Cheap Monday, Desigual und  Pepe Jeans Kriterien wie z.B. Aktualität, Übersichtlichkeit und viele inhaltliche Aspekte? Das für unsere Analyse elementarste Kriterium war der Zugang: Ist er frei für alle Besucher der Website gestattet oder dient dieser Bereich ausschließlich dem Informieren von Journalisten?

Das schwedische Unternehmen Tiger of Sweden und das dänische Label Samsoe Samsoe bieten freien Zugang zur Pressewebsite. Bei beiden Marken erwartete uns eine äußerst übersichtliche und gut strukturierte Seite. Während die Presseseite von Samsoe Samsoe viele Bilder zeigt und die Texte meist nur zum Download zur Verfügung stehen, findet man bei Tiger of Sweden eine Variation aus kurzen und langen Texten. Außerdem bieten beide Labels die Möglichkeit das aktuelle Lookbook und weitere Bilder der aktuellen Kollektion herunterzuladen.  Die Pressewebseiten überzeugten außerdem noch mit Ihrer angewandten Sprachlichkeit. Beide waren dem Unternehmen und somit der Zielgruppe angepasst. Da es sich um „junge Mode“ handelt, war auch die Sprache jung, lebendig, harmonisch und bei Samsoe Samsoe harmonierte die Wörterwahl oft sogar mit den Bildern. Für weitere Fragen im Bereich PR weisen beide Unternehmen spezifisch Kontaktpersonen mit Anschrift, E-Mail und Telefonnummer und weiteren Kontaktmöglichkeiten auf.

Desigual: News nur für Journalisten

Die Presseseite des Modelabels Desigual ist normalerweise geschützt, uns wurde aber für die Analyse der Zugang netterweise gestattet. Für alle anderen Fälle werden den Besuchern Kontaktpersonen des PR-Bereiches aufgezeigt, die bei Interesse kontaktiert werden können. Verwirrend war die Sprachauswahl des Unternehmens für ihre Presseseite. Es werden unterschiedliche Sprachen benutzt und eine Sprachauswahl, die das Verstehen der Texte vereinfachen würde gibt es nicht. Auch negativ aufgefallen ist, dass es keine richtigen Texte gibt sondern eher Stickpunktartig die News aufgelistet werden. Auch die Gestaltung ist wenig einladend. Journalisten erwarten eine strukturierte und übersichtliche Seite. In diesem Fall ist die Navigation erst ganz weit unten auf der Seite zu finden und die Anordnung von Bild und Text wirkt willkürlich.

Pressebereich? Fehlanzeige.
Das Label Pepe Jeans überrascht, in dem es gar keinen Pressebereich auf ihrer offiziellen Website hat. Unser Versuch über das Kontaktformular ist – wie nicht anders erwartet – gescheitert.

Cheap Monday – nur für Journalisten

Ebenfalls erfolglos blieb der Versuch einen Blick auf die Presseseite des schwedischen Labels Cheap Monday zu werfen. Zwar punkten sie in dem sie viele Kontaktpersonen wie z.B. Sales Agent, Office Headquarters etc. direkt auf der Startseite der Homepage mit Email auflisten, jedoch wird der Zugang nur Journalisten gewährt, die eine Position bei einem Medium nachweisen können.

Allgemein: CSR-Inhalte, Newsletter und Verweise zu Social Media wie Facebook, Twitter und Youtube  sind bei allen Labels auf der Homepage aufgeführt und somit für jeden verfügbar. Aufgefallen: Pressebereiche der Bekleidungsmarken werden regelmäßig, meist monatlich, aktualisiert. Es werden besondere Daten, wie Shoperöffnungen oder neue Erfolge der Marke, für jeden Monat angegeben. Fotos und Videos beziehen sich immer auf die jeweilige Saison, bzw. aktuelle Kollektion. Dennoch sind auch Lookbooks älterer Kollektionen präsent. Das Produkt- zu Corporate PR -Verhältnis ist insgesamt bei diesen Labels sehr ausgeglichen. Die Qualität des Pressebereiches, sprich die Aufmachung, Übersichtlichkeit und Auflösung der Fotos, ist unabhängig vom Erfolg des Unternehmens. „Kleinere“ und noch nicht so lange bestehende Marken wie Samsoe Samsoe verfügen über einen ebenso professionellen Pressebereich wie sehr bekannte Marken, beispielsweise Desigual.

Floris van Bommel, Kangaroos, Cocorose London, Tanya Heath und Zign Shoes – fünf Schuhhersteller im Check

Cocorose Londonübersichtlich aber nicht exklusiv
Das junge Label Cocorose London aus Großbritanien gestaltet ihre Pessewebsite in einigen Aspekten sehr vorbildlich. Zum Beispiel ist der Bereich sehr übersichtlich und hat ein ausgewogenes Text-Bild Verhältnis. Auch was die Aktualität und Kontaktmöglichkeiten mit expliziten PR Personen angeht, schneidet das Label durchaus zufriedenstellend ab. Jedoch gibt es einen Kritikpunkt: der Zugang auf die Presseseite ist zunächst frei. Man kann auch die vier bis fünf neusten Meldungen sehen bzw. nur die Überschriften. Um weiterlesen zu können, ist ein Benutzername sowie Passwort nötig. Etwas seltsam ist, dass dennoch alle Texte im Bereich „News“ in voller Länge online und für jeden lesbar sind. Außerdem nicht vorteilhaft ist, dass die in den Texten genutzte Sprache aufgesetzt wirkt. Gerade auch weil es mit den gesicherten Inhalten im Pressebereich nicht konsequent durchgeführt wird, erhalten Journalisten nicht das Gefühl, dass der Pressebereich speziell für sie gestaltet wurde.

Tanya Heath – rundum gelungen

Das Label bietet einen freien Zugang zur Pressewebsite. Diese ist sehr strukturiert und übersichtlich. Außerdem war es die Seite mit den aktuellsten Inhalten. Jedoch als am positivsten haben wir die gewählte Sprache in den meist sehr langen und informativen Texten empfunden. Die News sind meist französisch oder englisch. Das Label bedient sich einer höchst niveauvollen und vor allem fachgerechten Sprache. Kommt man nicht aus dieser Branche ist es quasi nicht möglich diese mit der Fachsprache geschriebenen Texte zu verstehen. Wir finden das ziemlich gut, da die Presseseite ja in erster Linie an Journalisten gerichtet ist und es wichtig ist eine zielgruppengerechte Sprache zu wählen.

Überzeugt durch Angemessenheit

Floris van Bommel überzeugt in vielen Punkten. Es gibt einen freien Zugang, die Seite weist eine sinnvolle Strukturierung vor und ist daher übersichtlich, das Verhältnis von Corporate-PR und Produkt-PR ist ausgeglichen und aktuell sind die Inhalte auch noch. Die Texte lassen sich aufgrund einer leicht humorvollen Sprache leicht lesen und erfüllen ihren Zweck der Informationsvergabe. Allgemein wirkt auf dieser Seite alles durchdacht und nichts dem Zufall überlassen. Somit ist die Seite zielgruppengerecht und wird ihrem Anspruch gerecht.

Die Suche nach dem „Press“ Button
Den Pressebereich auf der Webseite von Kangaroos zu finden ist gar nicht mal so einfach. Versteckt in der untersten Navigation muss zunächst ein anderer Bereich angeklickt werden in dem man dann in der Navigation auf die Presseseite verwiesen wird. Man landet auf einer ziemlich unübersichtlichen Seite. Sie besteht quasi nur aus Überschriften und Anreißern, die dann zum weiterlesen angeklickt werden können Jedoch ist die Farbe der Schrift grau und die Schriftgröße nicht optimal und kursiv. Klickt man die Texte an sind meist kaum Bilder zu den Texten abgebildet.

Ein Internet Auftritt mit Potenzial

Das Schuhlabel Zign aus Berlin verfügt über eine Zielgruppen angemessene Website. Auch der Pressebereich überzeugt in Aktualität und Übersichtlichkeit. Die gewählte Sprache ist sehr konsumentennah und leicht verspielt. Leider gab es ein Programmierfehler auf dieser Seite, wodurch es manchmal nicht möglich ist zu scrollen. Manchmal überlappen sich auch Texte was etwas schade ist, denn der gesamte Internetauftritt ist an sich ansprechend gestaltet.

Allgemein: Negativ aufgefallen ist, dass  vier von fünf Unternehmen neben Kontaktformularen keine andere Kontaktaufnahme und vor allem mit keiner bestimmten, vorgestellten Person ermöglichen. Auch negativ: keines der untersuchten Unternehmen hatte CSR Inhalte auf ihrer Website. Abwechslungsreich war das Produkt PR/Corporate PR-Verhältnis in den Pressebereichen. Während Kangaroos den Fokus auf Corporate PR Meldungen setzt, sind es bei Zign Shoes eher die Produkte die im Vordergrund des Pressebereichs stehen.

Eine Tabelle ermöglicht den direkten Vergleich der unterschiedlichen Pressebereiche.

 

Nachgefragt bei Ole Mlodzian, Maxi

Ole Mlodzian, Maxi

Das Credo „Mit Humor klappt alles besser“ begleitet Ole Mlodzian durchs Leben. Nach seiner Ausbildung zum Schauwerbegestalter besuchte er eine Fachoberschule für Grafik und Gestaltung – woraufhin aufregende Stationen bei H&M und der Männerzeitschrift „Men´s Health“ auf ihn warteten. Der 42-jährige ist mittlerweile als Moderedakteur des Modemagazins „Maxi“ tätig. Wir haben nachgefragt und spannendes erfahren.

Wie entscheiden Sie, welche Produkte in der Maxi veröffentlich werden?
Ich überlege als erstes welche Teile für eine bestimmte Geschichte oder Trend (Modeproduktion/ Freistellerseiten etc.) in Frage kommen. Wichtig ist eine gute Mischung an Marken, Labels und Verkaufspreisen. Und zum Teil ist es natürlich auch eine wirtschaftliche Entscheidung.

Uns woher wissen Sie, welchen Geschmack Ihre Lesern haben?
Ich kenne unsere Zielgruppe: das Alter, die Interessen, sowie das durchschnittliche Einkommen und arbeite dementsprechend.

Interessieren Sie sich auch für Veröffentlichungen in anderen Medien?
Wenn ich Modeproduktionen plane, dann lasse ich mich ab und zu durch internationale Publikumsmagazine der vergangenen Jahre inspirieren.

Lesen Sie die Fachpresse wie zum Beispiel die Textilwirtschaft um sich zu informieren?
Nein.

Was sollte ein PR-Verantwortlicher besser nicht tun, weil es störend ist?
Ein allzu penetrantes Auftreten, plumpe Vertraulichkeit oder der Versuch Druck auf mich auszuüben empfinde ich als Störung.

Und was hingegen ist ein guter Service? Der dann auch die Wahrscheinlichkeit eines Abdrucks erhöht?
Die Zusendung aktueller Presseunterlagen, News und Freistellerfotos, sowie ein professionelles Reagieren bei Nachfragen.

Was nutzen Sie für Ihre Arbeit am Intensivsten: a) Gedruckte Lookbooks und Pressemappen b) Emails mit Anhang c) Den Pressebereich auf Websites der Unternehmen?
Gedruckte Lookbooks und unser redaktionsinternes Archiv mit dem Bildmaterial der jeweiligen Saison. Das Archiv erstellen wir mit den Freistellerfotos die uns von den PR-Agenturen zugeschickt werden.

Nutzen Sie Social Media-Tools für Ihre Arbeit? Falls ja, welche wären das?
Nein! Ich bin ganz old school! Twitter & Co. sind für mich nicht wichtig.

Ist Ihnen im Laufe Ihrer Karriere eine Veränderung der Branche aufgefallen – in Bezug auf das Verhältnis von Medien zu Pressestellen?
Nein, nicht wirklich. Nach wie vor herrscht ein reger Austausch mit den PR-Agenturen. Mit der einen Agentur mehr, mit anderen weniger.

Wie wichtig schätzen Sie Ihr Medium Maxi für die Beziehung zu PR Agenturen ein?
Sehr hoch. Die „Maxi“ hat eine große Reichweite und eine Mode aufgeschlossene Leserschaft.

Wie wichtig ist eine persönliche Beziehung zu den PR-Verantwortlichen für Ihre Arbeit?
Ein persönlicher Umgang macht das arbeiten auf jeden Fall angenehmer.

Jana Windoffer bloggt sehr erfolgreich auf bekleidet.net

Jana Windoffer ist 23, modeverrückt, ein Fototalent und besitzt großes Potential als Layouterin. Neben dem bloggen studierte sie Landschaftsarchitektur in Osnabrück und wohnt jetzt in Münster, außerdem reist sie gerne, trifft sich mit anderen Bloggern und bloggt auf bekleidet.net über Dinge, die sie interessieren und über die sie selbst gerne lesen würde. Ihr Blog gehört zu den 30 einflussreichsten Blogs Deutschlands, über fünftausend regelmäßige Leser verfolgen Jana Windoffers Bloggeralltag. Auf bekleidet.net bloggt sie über Mode und führt ein Stylediary mit regelmäßigen Outfitposts.

Wie ist deine Entwicklung zur Bloggerin verlaufen?
Bevor ich mit dem Bloggen angefangen habe, war ich schon in einigen Modeforen aktiv und hatte dort schon eine feste Leserschaft. Durch die Foren habe ich verschiedene Blogs kennen gelernt und im Juli 2009 in den Semesterferien zum Spaß einen Blog gegründet, dass der Blog so schnell, so erfolgreich wurde hat mich jedoch überrascht. Die richtige Erwähnung von den richtigen Leuten zur richtigen Zeit und das intelligente Nutzen von Social Media wie Facebook und Twitter haben dazu beigetragen den Blog bekannt zu machen.

Wie sieht dein Bloggeralltag aus?
Im Moment blogge ich vermehrt alle ein bis zwei Tage, da meine Bachelor-Thesis fertig ist und ich nun ein paar Monate Zeit habe. Zur Zeit reise ich auch viel und besuche mehr Events als in der Vergangenheit. Aber die meiste Zeit geht für das Beantworten von E-Mails drauf.

Seit wann kooperierst du mit Modefirmen oder PR-Agenturen?
Ungefähr eine Jahr nachdem ich den Blog gestartet hatte kamen erste Anfragen, die sich auf kleinere Kooperationen beschränkten. Da ich wenig Erfahrung in der Branche hatte, musste ich mich erst reinarbeiten, wie viel man für einen Post überhaupt verlangen kann. Mittlerweile bekomme ich täglich mehrere Anfragen, von denen ich einen kleinen Teil auswähle, der gut zu mir und meinem Blog passt. Aber nur bei 30% kommt dann auch tatsächlich eine Zusammenarbeit zu Stande.

Liest du auch selber Blogs?
Ich schaue öfters bei Blogs von Bekannten oder Freunden rein. Außerdem mag ich Blogs von Leuten die gut schreiben können und eine persönliche Note mit einbringen. Natürlich mag ich auch Modeblogs mit guten Fotos.

Bist du bei der Themenwahl bestechlich?
Wenn mir Firmen etwas schenken, dann ist das deren freie Entscheidung. In den seltensten Fällen berichte ich dann darüber. Manchmal bekomme ich auch Gutscheine von Onlineshops zugeschickt. Wenn mir die Sachen gefallen bestelle ich etwas. Darüber berichte ich dann schon, da ich mir die Sachen selber ausgesucht habe. Ich würde aber für kein Geld der Welt über etwas schreiben was ich grauenhaft finde. Ich würde mich im Vergleich zu anderen Blogs schon als eine wählerische Bloggerin bezeichnen. Neulich habe ich etwas Negatives über ein bekanntes Modelabel geschrieben und bekam sofort einen Anruf ich solle das lassen, sonst würde ich nie wieder eine Kooperation mit einer Modefirma bekommen. Aber ich habe lieber nie wieder eine Kooperation, als mir meine Meinung verbieten zu lassen.

Nach welchen Kriterien suchst du die Produkte oder Themen für deinen Blog aus?
Grundsätzlich kann das alles sein, was mir gefällt. Natürlich sollte es schon ein wenig mit Mode zu tun haben und zu mir und meinen Lesern passen.

Wie reagierst du auf „Bloggermädchen“-Vorurteile?
In letzter Zeit gab es weniger negative Reaktionen als noch vor einigen Monaten. Allerdings regen sich andere Blogger, die sehr lange und auch kritische Texte schreiben hin und wieder darüber auf, dass ich mit meinem Hauptanteil an Fotos mehr Resonanz bekomme als sie. Aber solange es die Leser interessiert werde ich mich deswegen nicht schlecht fühlen und habe eine Daseinsberechtigung.

 Hast du Vorurteile anderen Bloggern gegenüber?
Ich habe durchs bloggen sehr viele liebe Menschen kennen gelernt und ins Herz geschlossen. Negative Erfahrungen habe ich kaum gemacht.

Wann würdest du aufhören zu bloggen?
Wenn es mir keine Freude mehr bereiten würde und eher Last als Vergnügen ist. Jedoch sehe ich zur Zeit dafür keinen Grund.

Was stört dich grundlegend an der Mode – und Bloggerwelt?
Die Modebranche ist sehr oberflächlich, du wirst nur daran gemessen welche Leistung du bringst, wenn du nicht lohnst wirst du schnell ausgetauscht. Außerdem sind Praktika in der Branche oft unbezahlt, was in meinen Augen ein Unding ist.

Könntest du dir vorstellen als Journalistin zu arbeiten?
Wahrscheinlich eher nicht, zumindest nicht als Journalistin im klassischen Sinne.

Kannst du dir vorstellen deinen Blog an einen großen Verlag zu verkaufen?
Da wäre ich sehr skeptisch. Ich müsste weiterhin als alleinige Bloggerin Texte verfassen können und Freiheit darüber haben, über was ich schreibe.

Die Glamour-Krisen: Wenn Mode nicht mehr funkelt

Die Mode gilt als eine Glamour-Branche. Krisenkommunikation vermutet man eher in Branchen, die Unfall gefährdet sind, wie die Luftfahrt oder in Chemie-Firmen. Folgende Beispiele zeigen aber, wie vielfältig aber auch das Krisenpotential in der Modebranche ist und warum dieses Arbeitsfeld auch für Fashion PR-Agenturen zum Alltag gehört.

Selbst die elegantesten Couture-Häuser bleiben von Skandalen und Krisen nicht verschont. Im März 2011 feuerte das französische Modehaus Dior seinen Star-Designer John Galliano nachdem er der Presse mehrfach durch antisemitische Äußerungen aufgefallen war. Die Kündigung war eine logische Konsequenz. So hatte das Haus Dior nach den Vorfällen starke Imageeinbußen zu verkraften. Überschattung der Prêt-a-Porter Schauen Herbst/Winter 2011/12. Ein Eclat bei der Oscarverleihung. Kein Star wurde in einer Galliano-Robe gesichtet. Nicht mal das Dior Werbegesicht Natalie Portman, selbst Jüdin.

Starke Imageeinbußen wurden auch zu einem Problem des britischen Traditionshauses Burberry. Ursache: Die sogenannten Chavs. Chavs ist ein feststehender Ausdruck für Jugendliche in Großbritannien, die durch asoziales Verhalten und einen bestimmten Kleidungsstil auffallen. Dazu gehört in erster Linie das bekannte Burberry Muster. Fakes. Alle Hooligans nach Fußballspielen, alle B-Promis, die ganze Unterschicht. Alle tragen Burberrys Muster. Der große Erfolg des Traditionshauses war zugleich sein Untergang. In 2005 hatte Burberry mehr Publicity durch Kämpfe nach Fußballspielen als durch die eigentlichen Fashion-Shows. Das einzig Positive: Die Chav-Kultur ist ein britisches Phänomen. Den meisten Umsatz machte Burberry zu dieser Zeit mit Verkäufen im Ausland.

Dabei sind nicht nur Unternehmen aus dem Luxussegment betroffen. Auch die großen, umsatzstarken Ketten werden regelmäßig mit Krisen konfrontiert.

Ein aktuelles Beispiel: H&Ms Plakatwerbung für die Bikini Saison 2012. Die Kampagne wurde von einer schwedischen Gesundheitsorganisation stark kritisiert. Die Swedish Cancer Society ist der Meinung, dass das Model Isabeli Fontana zu stark gebräunt sei und somit ein Schönheitsideal vermittle, das für Jugendliche tödlich sein könnte. Die Werbung rege dazu an sich am Strand sonnen um eine tief dunkle Bräune der Haut zu erzielen.

Während H&M Kritik von Gesundheitsorganisationen einstecken muss, bekommt der Textildiscount Kik immer wieder Probleme mit der Gewerkschaft Verdi. Laut einer ehemaligen Beschäftigten von Kik lege der Stundenlohn von Geringverdienern zwischen 4,25€ und 6€ die Stunde. Die Aufgaben umfassen dabei meist viele Bereiche. Kassieren, Bedienung, Putzen, Ordnung halten, Inventur, Toilettenreinigung. Die Bezahlung liegt somit um mehr als ein Drittel unter dem Tariflohn von 12,30 (Zahl aus 2007)  und sei daher gesetzlich nicht mehr vereinbar. Verdi hat Strafanzeige gestellt. Das Gericht erklärte diesen Stundenlohn als sittenwidrig. Kik musste Nachzahlung von ca. 20.000€ leisten.

Viele dieser Problematiken halten den Konsumenten aber nicht vom Kauf ab. Wie an dem Erfolg von H&M und Kik erkennbar. Geht es allerdings um die eigene Gesundheit oder die unserer Kinder, wird der Käufer stutzig. Greenpeace entdeckte letztes Jahr im August toxische Stoffe in der Kleidung namenhafter Hersteller. Ganz vorne dabei: Converse. Die Chemikalie Nonylphenol-Ethoxylate (NPE) schade dabei nicht nur unmittelbar dem Träger, sondern gelange durch regelmäßiges Waschen immer wieder in die Umwelt. Bei Converse wurde NPE in fünf von sechs Proben nachgewiesen. Greenpeace fordert die Unternehme weiterhin auf chemische Stoffe komplett aus der Textilproduktion zu verbannen.

Das Anhäufen solcher Krisen oder das Augenverschließen vor Problemen führt in den einen oder anderen Fällen zu einer großen Krise. Der Insolvenz. Verpasste Gelegenheiten, Festhalten an veralteten Strukturen, kein Gefühl für den Zeitgeist. So erging es 2009 dem deutschen Modekonzern Escada. Seit 1999 ging es abwärts. Neue Designer, neue Anteilseigner, Unstimmigkeiten im Management. Ein schleichender Prozess. So konnte auch der Hoffnungsträger Bruno Sälzer, der schon Boss zu großem Erfolg brachte, als neuer Vorstandschef die einst so glamouröse Marke nicht wiederbeleben. Es war zu spät.

Alexander Radermacher: So organisiert man eine Fashionshow

Alexander Radermacher, Fashion Consultant bei Igedo

Eine Fashionshow ist wohl eines bekanntesten Imagetools in der Modebranche. Wir sprachen mit Alexander Radermacher, Fashion Consultant bei der Igedo Company. Er organisiert Fashionshows bei der Schuhmesse GDS und erzählt von der Planung und typischen Problemen.

Was ist der optimale Rahmen für eine Fashionshow? Unabhängig organisierte Shows, Messen oder ein kollektiver Rahmen, wie die Mercedes Benz Fashion Week? 
Hier muss man abwägen. Eine Fashionshow im Rahmen einer Messe hat vor allem ein Hauptziel: Ordern. Schauen während Fashionshows sind in erster Linie ein Imagetool. Das zeigt sich schon daran, welche Stücke am Ende im Verkauf landen. Einkäufer können jedes Teil auf dem Laufsteg einer Messe kaufen, während Kollektionen, die auf Fashionweeks präsentiert werden, oftmals nur zu einem kleinen Teil im Verkauf landen.

Und was spricht für bzw. gegen diese unterschiedlichen Rahmenbedingungen?
Grundsätzlich erzeugt eine Fashionshow natürlich Aufmerksamkeit – egal ob auf einer Messe oder auf einer Fashionweek. Doch gerade im Rahmen einer Messer hat sie oft auch den Vorteil, dass die Kollektionen lebendiger vorgeführt werden. Silhouetten, Schnitte und Formen kommen so natürlich immer viel besser zur Geltung als am Kleiderständer. Das fördert natürlich auch den Orderwunsch der Kunden.

Wie viel Zeit nimmt die Planung einer Fashionshow in Anspruch?
Die reine Organisation nimmt natürlich sehr viel Zeit in Anspruch. Bei der GDS zum Beispiel, die im September stattfindet, beginnen in der Regel Anfang Juni mit ersten Anfragen. Die Überlegungen beginnen natürlich schon viel früher.

Wie viele Leute arbeiten daran?
Unser Team besteht aus vier Mitarbeitern. Mit Aushilfen sind wir dann meistens zu sechst. Das betrifft aber nur die reine Organisation. Mit Technik, Haare/Make-Up usw. sind es etwa 50 Personen.

Welche Aufgabenbereiche gibt es für diese 50 Personen?
In erster Linie gibt es das Team „Mode“. Hier suchen wir Designer und Marken, die wir uns in einer solchen Fashionshow vorstellen können. Dann gibt es natürlich den großen Bereich Technik, zu dem Musik, Licht, Bühnenbau gehören. Der Bereich Organisation umfasst die Budgetverwaltung, Backstage, den Showablauf oder natürlich Brandschutz.

Welche Faktoren während der Organisation sind schwer zu kontrollieren bzw. gehen häufig schief?
Was eigentlich immer schief geht und unheimlich schwer zu kontrollieren ist, ist der Bereich „Haare/Make-Up“. Wir machen uns natürlich immer viele Gedanken im Vorfeld, wählen danach auch immer die Models aus. Doch irgendwas passiert immer. Man bereitet sich quasi schon auf solche Pannen vor und hält beide Augen offen.
Bei der GDS beispielsweise haben wir eigentlich immer Probleme mit den Schuhgrößen. Es handelt sich dabei ja um Mustermodelle, die immer in Größe 37 hergestellt werden. Dass nicht jedes Model in Schuhgröße 37 hineinpasst, kann man sich ja vorstellen. Das macht natürlich dann ziemliche Probleme, wenn man gewisse Modelle in der Show haben möchte beziehungsweise muss und man einfach kein Model findet, dass darin laufen kann.

Einige Designer haben konkrete Vorstellungen von ihrer Show. Wie sehr erschwert das die Organisation?
Das ist natürlich immer in erster Linie eine Frage des Geldes. Da besondere Vorstellungen auch immer mit Mehraufwand und oft auch höheren Kosten verbunden sind. Zu solchen Vorstellungen kommt es gerade bei der Messe aber eher selten, da viele Designer von uns an die Hand genommen werden wollen.Die meisten unter ihnen haben nämlich nicht so viel Erfahrungen mit Shows.

Wie hoch sind die Kosten für eine Fashionshow? Wie unterscheiden sich die Kosten auch durch die unterschiedlichen Rahmenbedingungen?
Das ist sehr schwierig zu verallgemeinern. Grundsätzlich kann man aber sagen, dass eine Fashionshow immer Non-Profit.

Und warum macht man überhaupt eine?
Wie gesagt, es handelt sich in erster Linie um ein reines Imagetool. Marketing- und PR-Abteilungen beispielsweise freuen sich immer über die Bilder einer Fashionshow. Wie schon gesagt präsentiert so eine Show die Mode nochmal ganz anders und fördert auch den Umsatz der Designer, sowie ihren Bekanntheitsgrad.

Wie wichtig sind Kooperationen oder Sponsoren?
Das ist immer ein sehr hoher Kostenpunkt, der uns erspart bleibt. Haare und Makeup werden in der Regel immer gesponsert. Genauso wie das Catering, wenn es eins gibt. Das hilft uns sehr und ermöglicht uns auch oft erst, eine Show umzusetzen.

Aufmerksamkeit soll häufig durch Prominente erzeugt werden. Was spricht dafür, was dagegen dieser Strategie zu folgen? Trifft das ihre Zielgruppe?
Das muss man sehr differenziert betrachten. Auf der einen Seite locken Prominente natürlich immer die Aufmerksamkeit auf eine Messe oder eben die Fashionshow. So berichten gerne auch die Tagespresse oder einige Publikumszeitschriften. Auf der anderen Seite haben wir eine andere Zielgruppe. Uns geht es natürlich eher um die Fachpresse oder die Einkäufer. Trotzdem darf man den Endverbraucher nicht ganz vergessen. Immerhin trägt er am Ende die gezeigte Mode.

Jeder kann Gutes tun – das nennt man Charity

Der rote Teppich. Limousinen fahren vor. Blitzlichtgewitter. Unzählige, traumhaft schöne Roben und funkelnde Diamanten. Ruhm und Reichtum. Prominente Persönlichkeiten beschreiten ihren Weg zur Gala. Bei diesem Bild stellen viele die gleiche Frage: „Kann nicht einer von denen etwas von seinem Geld abgeben?“

Genau das ist der Anlass der Veranstaltung. Die einmal jährlich stattfindende „Tribute to Bambi“-Gala sammelt, mit Hilfe von Modemarken und Prominenten, Spenden für einen guten Zweck. Die Stiftung „Tribute to Bambi“ wurde 2001 auf Initiative vom Verlagsvorstand und „BUNTE“-Chefredakteurin Patricia Riekel gegründet und konnte seit Beginn 4,5 Millionen Euro an über 30 soziale deutsche Netzwerke spenden. Alle Institutionen bieten Hilfe für Kinder in Not. Bei der Gründung wurde vor allem die Aufmerksamkeit der medienträchtigen „Bambi“-Verleihung als Chance genutzt und ist seit 2001 ein, mit der Preisverleihung verbundenes, Event. Kooperierende Unternehmen sind beispielsweise „Peek & Cloppenburg“ oder „Chopard“. Es werden exklusive Produkte lanciert, die speziell für die neue „Tribute to Bambi“ entworfen wurden und deren Einnahmen vollständig an die Stiftung gegeben werden. In sämtlichen Zeitschriften des Gründerverlages werden die Charity-Produkte vorgestellt oder Magazine entwerfen selbst T-Shirts für den guten Zweck. Durch das DZI-Spendensiegel, welches eine Stiftung als seriöse Spendenorganisation auszeichnet, ist auch beim „Tribute to Bambi“ eine leistungsfähige und transparente Arbeit gewährleistet.

Doch nicht nur als Kooperationspartner, sondern auch Modemarken selbst stehen in direkter Verbindung mit Stiftungen und setzen sich für Minderheiten ein. Als Beispiel entwirft das Label „Tommy Hilfiger“ jedes Jahr eine Tasche und präsentiert diese, in Verbindung mit einem neuen Gesicht, als Charity-Produkt. Aktuell verkörpert dieses Renée Zellweger. Sie präsentiert eine neue Wildledertasche der Traditionsmarke. Hiervon werden 100,- Euro an den „Fund for Living“ der „Breast Health International“ gespendet. Diese Hilfsorganisation befasst sich mit dem Thema Brustkrebs und versucht mit Hilfe der Spenden die Problematik der Krankheit publik zu machen, Erkrankte zu unterstützen und Wissenschaftlern finanziell zu helfen. Ein Unterschied im Vergleich zur Spendenhöhe des „Tribute to Bambi“ ist die nicht vollständige Weiterleitung der Erlöse aus dem Taschenverkauf. Vom Verkaufspreis in Höhe von 299,- Euro werden nur 100,- Euro gespendet.

Neben Tommy Hilfiger arbeitet auch die Modemarke „Codello“ mit Charity-Organisationen und unterstützt, durch den Verkauf exklusiv designter Tücher, die „Deutsche Kinderkrebshilfe“ oder „Ein Herz für Kinder“. Doch auch beim Verkauf dieser Produkte wird nur ein Bruchteil gespendet.

Durch die immer stärker werdenden Diskussionen zum Thema Arbeitsbedingungen und Produktionsländer in der Modeindustrie nutzen einzelne Labels die Chance und zeigen sich durch Charity-Aktionen von ihrer guten Seite. „Massimo Dutti“ lancierte zum 25jährigen Jubiläum eine exklusive Schuhkollektion mit Jute-Beuteln als Verpackung. Fabriken in Bangladesch produzieren dieses Material und werden durch den Verkauf der Kollektion unterstützt. Hierbei ist der Weg der Spenden jedoch nicht nachzuvollziehen oder für den Kunden genau ersichtlich, wie viel Euro sie mit dem Kauf an die Arbeiter in Bangladesch spenden. Die Charity-Aktionen des Modelabels „Hugo Boss“ sind in Verbindung mit der Organisation „Save the Children“ transparenter und vertrauenswürdig. Die deutsche Marke versucht die Kinderarbeit in Indien zu unterbinden und veröffentlichte neben ihrer Charity-Arbeit einen exklusiven Schal, dessen Erlöse ebenfalls an die Hilfsorganisation ging.

Neben Traditionsmarken nutzen aber auch Modediscounter, wie „H&M“ die Gunst dieser PR-Aktionen. Seit kurzem und damit jetzt schon zum fünften mal kann der Kunde mit dem Kauf der „Fashion against Aids“-Kollektion Gutes tun. Seit 2008 gehen 25 Prozent der Einnahmen aus der Kollektion an unterschiedliche internationale AIDS- und HIV-Präventionsprojekte. Der Erfolg dieser Charity-Aktion zeigt sich in der bisher erreichten Spendensumme von über fünf Millionen Euro, die an namenhafte Organisationen weitergeleitet wurden.

Dies sind nur einzelne Beispiele einer immer größer werdenden Masse an Modelabels, die durch Charity-Aktionen Gutes tun wollen. Ob für ihr Unternehmen oder Hilfsbedürftige ist nicht immer deutlich, denn durch diese Art von PR machen Modemarken positiv auf sich aufmerksam und erweitern ihre Zielgruppe, was für ein profitorientiertes Unternehmen allgemein immer im Vordergrund steht.


Schnell zugreifen – limited editions als PR-Tool

Eine Stunde vor Eröffnung. Unzählige Frauen warten am Eingang. Eine derer sein, die das begehrte Stück ergattern. Der Wunsch jeder Einzelnen. Doch wovon ist die Rede?

Es ist der Abend der weltweit verbreiteten „Fashion’s Night Out“. Die Menschenmasse wartet auf die Eröffnung der Düsseldorfer Chanel-Boutique, denn nur heute und nur in limitierter Auflage gibt es das Nagellack-Set „Les Jeans de Chanel“ in nur zwei Chanel-Boutiquen in ganz Deutschland. Etwa 150 Sets werden erst am Abend der „Fashions Night Out“ verkauft und Reservierungen sind strengstens untersagt.

Neben Chanel nahmen eine Vielzahl weiterer Modeunternehmen an der „FNO“ teil und nutzten die Chance limitierte Editionen zu veröffentlichen und Aufmerksamkeit zu bekommen. Tory Burch veröffentlichte eine „Tote Bag“ in exklusivem Design oder der Juwelier „Bucherer“ brachte exklusiv und passend zum Event einen Silber-Anhänger in Form einer Mini-FNO-Shoppingbag heraus.

Nicht nur während einer Veranstaltung, auch sonst veröffentlichen Unternehmen aus den unterschiedlichsten Segmenten in regelmäßigen Abständen Produkte mit einer begrenzten Verfügbarkeit. Diese spezielle Form der Produktlinienerweiterung stellt eine Exklusivität des Produktes dar und damit ein „Muss ich haben!“ bei den potentiellen Kunden. Das begehrte Nagellack-Set von Chanel wird nicht im normalen Beauty-Sortiment erhältlich sein und zeichnet sich in diesem Fall durch die spezielle Farbe aus. Hiermit erhält der Nagellack eine Sonderstellung und hebt sich vom Standard-Sortiment ab.

Auch andere Modeunternehmen nutzen die Vorteile der limitierten Produktauflagen. Designer haben in der Vergangenheit bereits mehrfach in Kooperation mit Getränkeherstellern, wie Coca Cola oder San Pellegrino exklusiv designte Flaschen entworfen. Aktuellstes Beispiel ist die Kooperation von Bulgari mit dem italienischen Mineralwasserhersteller. Der Designer Karl Lagerfeld designte ebenfalls im letzten Jahr die Flaschen seines Lieblingsgetränks Cola Light. Die Flaschen waren nur in exklusiven Concept Stores, wie „Colette“ in Paris erhältlich. Diese speziellen Produkteigenschaften, wie optische Modifikationen begründen zusätzlich die Exklusivität. Als weitere Eigenschaft von Limited Editions wird diese auch deutlich kenntlich gemacht. Ebenfalls wird auf einem limitierten Produkt selber oder in den entsprechenden Kampagnen ein deutlicher Hinweis vermerkt. Hierdurch wird der Sammlertrieb der Konsumenten geweckt, die gerne einen vom Modelabel Missoni designten Kinderwagen durch die Gegend schieben. Merkmal des Kinderwagens ist das typische Missoni-Muster. Sich von der Masse abheben ist dabei nicht nur das Ziel des Kunden sondern auch des Unternehmens.

Ein weiterer Vorteil ist die Verkaufsförderung, nicht nur beim limitierten Produkt auch bei den Standardprodukten. Als Beispiel zeigt sich das traditionsreiche Modeunternehmen Louis Vuitton. Das Label entwirft regelmäßig, über die klassischen Lederwaren hinaus, limitierte und speziell designte Taschenkollektionen. Im Jahr 2009 arbeitete das Modehaus mit dem Künstler Stephen Sprouse zusammen und entwarf eine „Graffiti-Kollektion“, die klassische Taschen der Marke durch aufgedruckte Graffiti-Schrift in Neon-Farben abwandelte. Diese speziellen Kollektionen wurden aber nicht nur in geringer Stückzahl sondern auch teurer verkauft als die Klassiker.

Preisunterschiede sind aber nicht standardmäßig. Der Chanel-Nagellack der FNO kostet ebenso viel wie eine Standardfarbe des Labels. Doch der Wert ist definitiv ein anderer. Durch die limitierte Stückzahl ist der Nagellack begehrter als die anderen Farben. Dies wird von einer Vielzahl der auf der Königsallee wartenden Kunden ausgenutzt, die noch am selben Abend das Nagellack-Set für den dreifachen Preis bei Online-Auktionsplattformen einstellen.

Limitierte Editionen sind ein gutes Marketing-Werkzeug, um eine Marke präsenter zu machen und die Zielgruppe erweitern können.

Fashion PR in der Tagespresse

Bei dem Begriff Fashion PR denkt die Mehrheit an die großen Modemagazine wie Vogue, Elle oder aber auch an eine freundin. Opulent und fabelhaft inszenierte Fotostrecken oder Stylingtipps mit Freistellern. Fashion PR ist überall in den Modemagazinen zu finden. Kaum einer denkt aber an die Tagespresse. Auch über Tageszeitungen wie die Süddeutsche, Welt und FAZ erreichen Fashion PRler eine große Reichweite. Allerdings muss man sich an die eigenen Gesetze und Regeln der Tageszeitungen richten. Fünf Beispiele wie und worüber die Tagespresse berichten:

Eine Shoperöffnung zieht meistens Stars und Sternchen an. So wie auch die Eröffnung des Philipp Plein Shops auf der Königsallee in Düsseldorf. Internationale Stars, Sportler und Blogger waren anwesend, um die Eröffnung zu feiern. Mit dem Titel „Promiauflauf am Sevens auf der Kö – Philipp Plein öffnet seine Pforten“ berichtet die Rheinische Post über den Event auf der Luxuseinkaufsmeile in Düsseldorf. Über die Mode wird dabei kaum gesprochen. In diesem Artikel steht folgende Frage im Mittelpunkt: „Wer war da?“

Doch seit Mode nicht nur ein Phänomen, sondern ein ständiger Begleiter in unserer heutigen Gesellschaft ist, berichtet auch die Tagespresse über aktuelle Kollektionen und Trends. Besonders Modejournalist Alfons Kaiser ist bekannt für sein kritisches Modeauge, das er regelmäßig in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung unter Beweis stellt. Unter dem Titel „Kindheitsschnittmuster“ beschreibt und kommentiert er die aktuelle Herbst/ Winter 2013 Kollektion von Wolfgang Joops Linie Wunderkind. Auch Laufstegbilder der Sauvage-Kollektion ist auf der FAZ Onlineseite zu sehen.

Klassisch werden auch Interviews mit Designern anlässlich einer neuen Kollektion, Launchs oder wie in diesem Fall einer Kooperation mit der schwedischen Modemarke H&M geführt. Seit 2004 bringt H&M regelmäßig eine Kollektion in Kooperationen mit Designern heraus. 2012 war es die italienische Luxusmarke Marni. Die Zeitung „Die Welt“ stellte hierzu das kurze Interview „Das Modelabel Marni wird zum Luxusschnäppchen“ mit Marni Chefdesignerin Castiglioni online. Man stellte die Frage, warum sich ein Luxuslabel wie Marni für eine Kooperation mit H&M entscheidet. Ein sehr positives Interview, in der Castiglioni die Marke H&M hoch lobt und die Zusammenarbeit sehr schätzt. Auch Kampagnenbilder der Marni for H&M Kollektion wurde in das Interview eingebunden.

Ein sehr schönes Beispiel der Zusammenarbeit von PR und Tagespresse ist ein Artikel der Zeitung „Die Welt“ mit dem Titel „Taschen aus Turnmatten“. Ein Unternehmens-Portrait über die Duisburger Taschenmarke Zirkeltraining des Designers Bernd Dörr. Sehr atmosphärisch und informativ beschreibt der Autor den Werdegang des Designers, der mit der innovativen Idee Taschen aus altem Leder von Turnmatten für Furore sorgte. Dabei steht das Unternehmen bzw. die Marke im Vordergrund ohne den journalistischen Charakter eines Artikels der Tageszeitung aus den Augen zu verlieren.

Zuletzt ein interessanter Artikel aus der Süddeutschen Zeitung. Man berichtet über das Comeback des Münchner Taschenlabels MCM in die europäische Modewelt. Das Label MCM hatte zuletzt in Deutschland einen sehr negativen Image, bevor es endgültig in Vergessenheit geraten war. Doch nun hat MCM seinen Comeback geschafft. Nur wie? Dieser Frage geht der Autor der Süddeutschen auf den Grund. Unter dem Titel „Comeback der Taschenmarke – Aääh, mach das weg!!!“ stellt die Süddeutsche 7 Regeln fest für ein gelungenes Comeback. Eine amüsanter Artikel, der den trockenen Inhalt mit sarkastischen und kritischem Schreibstil aufbricht.

Man erkennt: Fashion PR in der Tagespresse ist durchaus möglich. Doch man benötigt immer einen tagesaktuellen Aufhänger, wie eine Shoperöffnung, Launch einer neuen Kollektion oder neue Trends. Um PR in der Tagespresse zu betreiben, muss der PR-ler also die Sprache der Tagespresse sprechen und sich den Regeln unterordnen.

Pleiten, Pech und Pannen

Es hätte der perfekte Medienauftritt werden können. Was dann allerdings passierte, war so nicht geplant:  Wutausbrüche, unvorhersehbare Situationen und besonders pfiffige Moderatoren. Wir haben das Archiv durchforstet und fünf Negativ-Beispiele für missratene Interviews und TV-Statements herausgesucht.

„Top, das „Wort“ gilt – und zwar das, des Karl Lagerfelds. Denn im Dezember vergangenen Jahres machte er seinem Ruf als „verwirrter Modezar“ mal wieder alle Ehre. Des Öfteren fiel er bereits durch seine verwirrten Überheblichkeiten auf. Einen seiner wohl größten Fauxpas leistete er sich jedoch auf Thomas Gottschalks Couch. Modeschöpfer Karl scheint den Überblick über seine unzähligen Kollektionen verloren zu haben. Und während Gottschalk ihn auf seine neueste Kollektionen im Hause Breuninger anspricht, weiß Lagerfeld wohl nicht so recht wovon dieser spricht:  „Was? Breuninger? Kenn ich nicht, ich kenne nur Karl, also meinen Namen. Breuninger? Ich starte bald drei Modelinien (…) Kann sein, dass eins Breuninger ist.“ Nicht nur das Publikum brachte er mit dieser Spitze zum Lachen, auch seinem Sitznachbarn Günther Jauch trieb es für einen kurzen Moment das Schmunzeln ins Gesicht. „Wetten Dass…?“-Profi  „Thommy“ ließ diesen Kommentar schnell fallen und Breuninger selbst begegnete dem Vorfall recht gelassen: „Wir haben auch geschmunzelt, aber wer den Meister kennt, weiß, dass er zu später Stunde zu Scherzen aufgelegt ist.“

Sie ist für ihr Temperament bekannt – für ihre Wutausbrüche und ihre Zickereien. Und jetzt hat sie wieder zugeschlagen. Im April 2010 rastete Naomi Campbell vor laufenden Kameras aus. Eine ungewollte Frage und schon sieht das Supermodel rot. 1997 soll Campbell einen Diamanten geschenkt bekommen haben, an dem Blut von afrikanischen Bürgerkriegsopfern klebt – ein illegales Schmuckstück. Als sie schließlich in der „ABC News“ Show darauf angesprochen wird, verlässt Naomi  rasch den Raum und schlägt wütend auf eine Kamera ein. Bereits zuvor attackierte die „Superzicke“ ein Dienstmädchen mit ihrem Handy und griff an Bord eines Flugzeuges einen Polizisten an. Und auch dieser Ausraster ist mal wieder ein Gewaltausbrauch par excellence.

Auf der Flucht scheint auch dieser Herr zu sein. Eigentlich für seine ruhige und sachliche Art bekannt, suchte auch Finanzvermittler Mario Ohoven in einer Pressekonferenz das Weite. Eigentlich sollte er lediglich einen Forderungskatalog seines Verbandes vorstellen. Mangelnder Vorbereitung zufolge, blickte er bereits während des gesamten Interviews auf seine Uhr. Letztlich brach er das Interview auf der Stelle ab und verließ mit den Worten „Ich muss weg!“ den Raum. Von Stefan Raab parodiert, ist dieser Satz auch noch heute ein gelungener Comedy-Einspieler.

http://www.youtube.com/watch?v=9NtAL2fQzcI

Mit dem Alter reift man an Erfahrungen. Vor allem auf Chiara Ohoven trifft dieser Satz zu. Denn noch  vor zehn Jahren riskierte sie im wahrsten Sinne des Wortes eine extrem dicke Lippe. Und heute zeigt sie zumindest ein wenig Reue. Schon immer träumte das Society-Girl von größeren Lippen. Zunächst ließ sie sich diese von einem Schönheitschirurgen aufspritzen, was ihr letztlich aber nicht genügte. So kaufte sie sich schließlich eine Spritze mit Hyaluronsäure und half selbst ein wenig nach. Verraten hat sie dies bis dato Niemandem. Brauchte sie auch nicht, denn ihre neuen „Schlauchbootlippen“ waren für Jedermann unübersehbar. Doch Chiara wehrte sich vehement gegen den Vorwurf einer Schönheitsoperation. Heute, einige Jahre später, gibt sie zumindest zu, nachgeholfen zu haben.

Jede Frau liebt sie: Blumen. Nur eine nicht, nämlich Madonna. Zumindest Hortensien kann sie auf den Tod nicht ausstehen. Und das, obwohl ihr vor knapp einem Jahr ein Fan genau mit dieser Blume eine Freude bereiten wollte. Bei einer Pressekonferenz bei den Filmfestspielen in Venedig schenkte ihr der junge Mann eine große, lila Hortensie. Wie sich das gehört, bedankte sich die Pop-Queen, verdrehte aber noch im selben Moment die Augen, um schließlich ihr Geschenk zu verschmähen: „Ich hasse Hortensien. Offensichtlich weiß er das nicht.“ Was Madonna wohl nicht wusste, dass das Mikrofon die ganze Zeit angeschaltet und ihr Kommentar so für jeden hörbar war. Die Diva reagierte auf ihren Fauxpas und drehte ein eigenes Hortensienvideo in Stummfilmformat. Wer allerdings eine Entschuldigung erwartet, der irrt. Drückt sie im ersten Teil des Filmes die verhassten Blumen noch an ihre Brust, schleudert sie diese nach 30 Sekunden auf den Boden und tritt auf ihnen herum. Dabei macht sie deutlich, dass sie „Hortensien immer hassen wird“. Eine Gegenreaktion, die nur wenig Anhänger, aber viele kritische Stimmen mit sich brachte.